+
Justizzentrum Bochum, Ostring, neuer Sitz von Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht sowie Staatsanwaltschaft Bochum am 05.01.2018 . Foto: Thomas Nowaczyk

Wegen Tierquälerei verurteilt

Landwirt fühlt sich weiter betrogen

  • schließen

Waltrop - Ein wegen Tierquälerei, Betrugs und Urkundenfälschung verurteilter Landwirt aus dem Waltroper Norden will sich weiter nicht damit abfinden, dass er dieser Straftaten für schuldig befunden wurde und dafür ins Gefängnis musste. Nun stellte er Strafanzeigen gegen Verantwortliche in den Behörden.

Die hätten ihm in dem viele Jahre laufenden Verfahren vermeintlich Unrecht getan. Unter anderem richtet sich eine Anzeige gegen Landrat Cay Süberkrüb (SPD) als Chef der Kreisverwaltung. Der Landwirt legte unserer Redaktion ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Bochum vor, in dem die Behörde den Eingang der Anzeige gegen Süberkrüb bestätigt. Seine Argumentation lautet dem Vernehmen nach weiterhin, er sei formal gar nicht der Halter der Kälber gewesen, die Mitarbeiter des Kreises bei Kontrollen in einem schlimmen Zustand angetroffen hatten.

Keinerlei Ermittlungsansatz

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte auch gegenüber der Waltroper Zeitung den Eingang der Anzeigen, man sehe aber zurzeit keinerlei Ermittlungsansatz gegen diejenigen, die der Landwirt mit seinen Anzeigen angreift. Ganz zu den Akten gelegt ist die Sache aber noch nicht, weil der Landwirt weitere schriftliche Eingaben an die Bochumer Behörde angekündigt hat.

Veterinäramt inspizierte den Hof

Die Sache mit dem Landwirt beschäftigt Justiz (Amtsgericht RE, Landgericht Bochum, Verwaltungsgericht Gelsenkirchen) und Behörden schon seit vielen Jahren. Erstmals im Jahr 2008 und anschließend noch mehrfach war der Landwirt wegen Tierquälerei verurteilt worden. Wiederholt hatten Mitarbeiter des Veterinäramtes des Kreises den Hof inspiziert – ursprünglich, weil sie durch schlechte Milch-Kontrollwerte aufgeschreckt wurden. Sie sahen dabei schreckliches Tier-Elend: bis auf die Knochen abgemagerte und innerlich von Bakterien zerfressene Kälber.

„Halter-Freibrief“ selbst getippt

Zudem war der damals 47-Jährige wegen Dokumentenfälschung verurteilt worden: Er hatte aus einer behördlichen Erklärung mithilfe einer Schreibmaschine eine Art „Halter-Freibrief“ gemacht. Jede Menge Satzbaufehler hatten das Dokument als plumpe Fälschung entlarvt. 2015 hatte er versucht zu erwirken, dass das 2010 erlassene Tierhalteverbot aufgehoben wird, scheiterte damit aber auf ganzer Linie vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Schon damals sagte der Landwirt, er sei „betrogen und unschuldig verurteilt worden“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
Der SV Herta hat seine erste Mannschaft zurückgezogen - das sind die Auswirkungen
Der SV Herta hat seine erste Mannschaft zurückgezogen - das sind die Auswirkungen
Demonstration und Kundgebung am Berliner Platz in Oer-Erkenschwick - das steckt dahinter
Demonstration und Kundgebung am Berliner Platz in Oer-Erkenschwick - das steckt dahinter
1500 protestieren für den Klimaschutz - MLPD erntet Buhrufe
1500 protestieren für den Klimaschutz - MLPD erntet Buhrufe
Fridays for Future: 150 Teilnehmer  demonstrieren in Herten - so geht es weiter
Fridays for Future: 150 Teilnehmer  demonstrieren in Herten - so geht es weiter

Kommentare