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Die Brücken-Baustelle am Hebewerk.

Weitere Verzögerungen

Neue Probleme auf der Brücken-Baustelle

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WALTROP - Die Arbeiten an der Hebewerks-Brücke stehen wieder still. Schon jetzt ist klar: Die Verkehrsfreigabe wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Ingenieure sind auf Fehlersuche. Lösungen sind nicht in Sicht.

Die Pleiten-, Pech- und Pannenserie geht auch im Jahr 2018 nahtlos weiter. Drei Probleme sorgen aktuell für erneutes Kopfzerbrechen bei den Bauherren vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA).

Das schwerwiegendste hat mit den zwei massiven Längsträgern aus Stahl zu tun, die beide Straßenseiten miteinander verbinden sollen. Einer dieser Träger biegt sich weitaus mehr durch, als er es laut statischen Berechnungen dürfte. „Wir bewegen uns hier weit außerhalb der Toleranzen“, bringt es Martin Ebbert vom WSA auf den Punkt.

Einer der Träger biegt sich durch

Dass sich überhaupt einer der beiden Träger durchbiegt – und sich damit anders verhält als sein Gegenstück –, ist schon falsch. Die Frage, die jetzt im Raum steht: Wie konnte es dazu kommen? Martin Ebbert vermag das noch nicht zu beantworten. „Das kann sich hier keiner erklären.“ Fest steht für ihn lediglich: An den vorgegebenen Plänen des WSA liegt es nicht. „Wir haben all unsere Berechnungen überprüft – die stimmen“, sagt Ebbert.

Ein Konstruktionsfehler?

Auch zwei weitere Variablen, die ein übermäßiges Durchbiegen der Träger erklären könnten, schließt Ebbert nahezu aus: Die Brücke sei nicht schwerer geworden, ebenso wenig liege es an der Steifigkeit des Bauwerks. So bleibt für ihn noch eine Ursache: ein Fertigungsfehler.

Dafür zuständig war die Arbeitsgemeinschaft Scheidt/ Stahlbau Magdeburg. Schon mit den Ausführungen der bisherigen Arbeiten war das WSA als Auftraggeber ganz und gar nicht zufrieden. Zeitpläne und Absprachen seien mehrfach nicht eingehalten worden. Nun die nächsten ernsthaften Mängel an den Stahlträgern.

Unterdessen gibt es ein anderes Problem mit den Querprofilen der Brücke im Bereich der Übergänge zur Straße. Das zweiprozentige Gefälle, das beide Gehwege zwecks Wasserablaufs Richtung Straße haben müssten, fehlt. „Das ist ein klarer Fertigungsmangel“, sagt Ebbert. Auch hier liegen die Abweichungen „weit außerhalb der Toleranzen“.

Stahlbau Magdeburg ändert technischen Plan nicht

Zu guter Letzt gibt es auch beim Einbau der Widerlager Schwierigkeiten. Laut neuen statischen Berechnungen müssen nachträglich sogenannte Zuganker eingebaut werden, die im Widerlager – dem Beton-Fuß –, verankert werden. In dem Widerlager befindet sich aber Bewehrungsstahl. Bewehrungsstahl dient der Verstärkung von von Stahlbetonbauteilen. Aus statischen Gründen darf er nicht abgetrennt werden, so dass sich der Einbau der Zuganker komplizierter gestaltet, denn in einem Fall ist der Bewehrungsstahl dem Zuganker im Weg. Kein dramatisches Problem, wie Ebbert schildert. „Der Zuganker muss gekürzt werden“, so der Ingenieur. Doch zuvor muss der technische Plan zwecks Dokumentation und Prüfung angepasst werden. „Und das passiert einfach nicht“, ärgert sich Ebbert. Zuständig dafür sei die Arbeitsgemeinschaft Scheidt/ Stahlbau Magdeburg – wieder mal.

Wann und wie es mit der Brücke weitergeht, steht in den Sternen. Auf Nachfrage unserer Redaktion wollte sich Stahlbau Magdeburg nicht äußern.

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