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Sie sind dankbar für die Testaments-Verfügung: (v. li.) Ludger Suttmeyer (Bürgerstiftung), Hanna Iserloh (Förderverein Hilfe für Kinder), Ralf Jorzik und Nadine Sträterhoff (Bürgerstiftung), Nicole Sasse (Freundeskreis Kinderpalliativzentrum), Barbara Gronemeyer (Vertraute des Verstorbenen) und Manfred Schunk (Notar).

Er wollte Gutes tun

Gisbert Wiegand hinterlässt der Stiftung ein Vermögen

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Waltrop - Im Alter von 70 Jahren ist am 9. Februar der Musikliebhaber Gisbert Wilhelm Wiegand gestorben. Über den Tod hinaus wollte der Waltroper Gutes tun – und verfügte in seinem Testament, dass nach seinem Ableben die „Gisbert Wiegand Stiftung“ unter dem Dach der Bürgerstiftung EmscherLippe-Land gegründet wird. Er sagte auch, wofür die Mittel verwendet werden sollen.

„Sein Wunsch war, dass die musikalische Früherziehung in Waltroper Kindertagesstätten sowie kulturelle Einrichtungen privater Träger gefördert werden“, berichtete Bürgerstiftungs-Vorstand Ludger Suttmeyer. Doch damit nicht genug: Wiegand verfügte, dass 40 Prozent seines Vermögens jeweils zur Hälfte an den Freundeskreis Kinderpalliativzentrum Datteln und an der Förderverein Hilfe für Kinder in Datteln gespendet wird – beides Einrichtungen der Kinderklinik. So freuten sich Nicole Sasse und Hannah Iserloh, die die Einrichtungen beim Termin in der Volksbank vertraten, über symbolische Spenden-Schecks in Höhe von je 42.000 Euro. Eindrucksvoll schilderten sie, wie Musiktherapie, die die Krankenkassen nicht finanziert, schwerstkranken Kindern helfen kann.

„Er kämpfte um jeden Tag seines Lebens.“

Nicht minder eindrucksvoll waren die Ausführungen von Barbara Gronemeyer. Sie und ihr Mann Klaus waren Nachbarn von Gisbert Wiegand und kümmerten sich zuletzt intensiv um ihn, führten lange Gespräche mit ihm, gingen mit ihm Eis essen oder zu Riechmann. „Er kämpfte um jeden Tag seines Lebens.“ Barbara Gronemeyer porträtierte den Verstorbenen, der keine Kinder hatte, als einen sehr kulturinteressierten, umfassend gebildeten Menschen. „Seine Leidenschaft gehörte der Musik, besonders der Klassik“, sagte sie. Zuletzt habe er darum gebeten, die „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi noch einmal zu hören. „Den ,Frühling’ hat er am Krankenbett noch mitdirigiert, auch den ,Sommer’ hat er noch gehört. Zu ,Herbst’ und ,Winter’ kamen wir nicht mehr.“ Die Stiftung, ausgestattet mit einem Kapital von 124.750 Euro, wird nach Suttmeyers Worten „ganz nach den Wünschen des Verstorbenen weitergeführt“. Das Stiftungskapital bleibt auf ewig bestehen, sodass mit den Erträgen auf Dauer Gutes bewirkt werden kann.

Gesamt-Kapital: fast 2 Mio. Euro

Die neue Stiftung, so Suttmeyer weiter, sei die elfte unter dem Dach der Bürgerstiftung und die erste, die Musikerziehung zum Zweck habe. Das Gesamt-Kapital aller Stiftungen unter dem Dach der Bürgerstiftung liegt bei knapp zwei Millionen Euro. Im Jahr 2013 hatte die Stiftung eine testamentarische Zuwendung vom Waltroper Rudolf Baumgarten erhalten. „In seinem Sinne haben wir bereits 4.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen gespendet, die wir zusammen mit seinem Bruder ausgewählt haben“, sagte Suttmeyer.

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