NRW-Polizei testet Drohnen
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Solche Drohnen testet die Polizei gerade bei uns.

Ärger in Oberwiese

Nach Drohnen-Vorfall: Polizei bestätigt Testflüge, verfolgt habe man aber niemanden  

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Nachdem Nachbarn des Kraftwerks Datteln 4 von einem Vorfall berichteten, dass eine Reiterin offenbar von einer Polizei-Drohne verfolgt wurde, äußert sich nun die Behörde.

  • Nachbarn des Steinkohlekraftwerks ärgern sich über Polizeikontrollen, die aus ihrer Sicht überzogen sind.
  • Unter anderem verfolgte eine Drohne eine Reiterin.
  • Inzwischen fühlen sich die Anwohner überwacht. 

Update 4.6., 15.09 Uhr: Inzwischen scheint zumindest aus polizeilicher Sicht aufgeklärt zu haben, was es mit der vermeintlichen Verfolgung einer Reiterin mit einer Polizei-Drohne auf sich hat. „Es gibt ein Protokoll über den Vorfall“, sagt Behördensprecher Andreas Wilming-Weber. Demnach sei eine Streifenwagen-Besatzung von den Eltern der Reiterin angesprochen worden. „Das waren aber nicht die Drohnen-Piloten“, schildert er. Die Kollegen hätten sich telefonisch erkundigt und die Rückmeldung bekommen, dass die Drohne der Polizei, die an besagtem Tag tatsächlich von 14 bis 21 Uhr für Testflüge vor Ort war, zu diesem Zeitpunkt nicht in der Luft gewesen sei.

Polizei: Keine Befugnis zur Drohnen-Überwachung 

Aus polizeilicher Sicht bleibt nur der Rückschluss offen, dass es sich um eine private Drohne gehandelt haben muss. Es sei auch bekannt, dass dort regelmäßig Drohnen aufsteigen. Andreas Wilming-Weber betont derweil noch einmal, dass seine Behörde – was den Drohnen-Einsatz angeht – keinerlei Eingriffsbefugnisse habe. Niemand darf damit aufgenommen, verfolgt oder überwacht werden.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie am Freitag (5.6.) im e-Paper und in der Print-WZ!

Was wir ursprünglich berrichtigten (3.6.): Den Kraftwerks-Nachbarn reicht’s: Die Demonstrationen gegen Datteln 4 bringen immer wieder ein großes Polizeiaufgebot mit sich - und die Anwohner geraten zwischen die Fronten. Am vergangenen Samstag wurde es den Oberwieser Familien Trappe, Kenkmann und Goer endgültig zu viel: Sie wohnen am Schwarzen Weg und wurden von der Polizei daran gehindert, mit ihren Fahrzeugen zu ihren Wohnhäusern zu gelangen. 

Datteln 4 aus Blickrichtung Oberwiese.

 

Anwohner haben grundsätzlich Verständnis

Grundsätzlich hätten sie ja Verständnis dafür, dass Straßensperrungen im Zusammenhang mit Demos gegen das Dattelner Kraftwerk notwendig werden, sagen sie. „Aber dass wir als Anwohner nicht durchgelassen werden, um nach Hause zu fahren, das können wir nicht nachvollziehen.“ Und sie hätten auch schon von „genervten Polizisten“ gesagt bekommen, dass sie „das Auto stehen lassen und nach Hause laufen“ könnten. Und dabei waren die Anwohner der Bauerschaft im Waltroper Westen im Vorfeld aufgefordert worden, der Polizei die Autokennzeichen mitzuteilen, damit die Anwohner an Demonstrationstagen ungehindert passieren können. An diesem Protest-Samstag, der sogar die prominente Klima-Aktivistin Greta Thunberg zu einer Aussage veranlasste, habe das nicht geklappt. 

„Ein bisschen mehr Verständnis von Seiten der Polizei für die Anwohner wäre angebracht“ – das fordern die Oberwieser Familien Trappe, Kenkmann und Goer ein.

Drohne flog junger Reiterin hinterher

Kürzlich sei gar eine Drohne einer jungen Frau beim Ausritt mit dem Pferd hinterhergeflogen, schildert eine der Anwohnerinnen. Die junge Frau bekam Angst, das Pferd wurde unruhig. Wie sich kurz darauf herausgestellt haben soll, gehörte die Drohne zu Polizeibeamten, die in der Nähe Position bezogen hatten. Und auch dies schildern die Anwohner: „Gehen wir abends im Dunkeln mit den Hunden spazieren, ist schnell die Polizei anwesend, um uns zu kontrollieren. Wir könnten ja Aktivisten sein.“ 

Wie die Polizei zu den Vorwürfen Stellung nimmt und weitere Details zu den Vorfällen, lesen Sie am Mittwoch (3. Juni) in der gedruckten Ausgabe der Waltroper Zeitung und Dattelner Morgenpost sowie im E-Paper.    

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