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Gedenklichter an der Stelle, an der mit Herbst vergangenen Jahres ein Mann bei einem Unfall starb.

Verkehrsunfall-Statistik

Positive Bilanz - aber zwei schwere Unfälle bleiben in Erinnerung

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Der Herbst 2019 war in Waltrop von zwei schlimmen Verkehrsunfällen geprägt. Sie trüben eine ansonsten recht erfreuliche Statistik der Polizei für Waltrop.

  • Ein Mann ist im Jahr 2019 auf Waltrops Straßen bei einem Unfall zu Tode gekommen
  • Außerdem gab es den furchtbaren Unfall in Oberwiese, den die beteiligten jungen Leute gottlob überlebt haben
  • Die Statistik weist aber insgesamt sinkende Unfallzahlen in Waltrop aus

Der Mann, der im Jahr 2019 auf Waltrops Straßen bei einem Unfall zu Tode kam, war ein 54-Jähriger, der am frühen Morgen des 19. November Mitfahrer in einem Auto war. Es war auf der Ickerner Straße stadteinwärts unterwegs. Aus zunächst ungeklärter Ursache kam das Auto einige hundert Meter vor der Kanalbrücke nach rechts von der Fahrspur ab, geriet auf den Grünstreifen und prallte dann frontal gegen einen Baum. Für den 54-Jährigen kam jede Hilfe der Rettungskräfte zu spät. Die vier weiteren Insassen des Mercedes wurden, teils schwer, verletzt. 

Gottlob überlebt haben alle Beteiligten einen dramatischen Unfall, der sich wenige Wochen zuvor, in den frühen Morgenstunden des 21. Oktober, in Oberwiese ereignet hatte. Die genauen Umstände müssen noch aufgearbeitet werden, aber fest steht, dass eine Gruppe junger Menschen in einem BMW auf der Recklinghäuser Straße offenbar mit überhöhter Geschwindigkeit kurz vor der gesperrten Hebewerkbrücke unterwegs war. Ein 15-Jähriger schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Das schlimme Geschehen in Oberwiese hatte die Stadtgesellschaft erschüttert. 

Nur ein Fußgänger in Waltrop verunglückt

Wer nur diese beiden Unfälle sieht, der könnte denken, auf Waltrops Straßen ginge es unsicher zu. Doch im Gesamtbild sagt die Statistik der Polizei das Gegenteil aus: Die Anzahl der Verkehrsunfälle insgesamt ist um 65 im Vergleich zum Vorjahr gesunken – von 764 auf 699. Die Häufigkeitszahl liegt zwar mit 376 zwar leicht über dem Schnitt für den Zuständigkeitsbereich der Polizeibehörde (355), aber weit unter dem Landesschnitt (428). Diese Zahl gibt Auskunft darüber, wie viele Menschen– hochgerechnet auf 100.000 Einwohner – statistisch Opfer von Verkehrsunfällen werden. Was Karl-Heinz Henn, Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei, besonders freut: Nur ein einziger Fußgänger ist im vergangenen Jahr im Straßenverkehr verunglückt. In den Vorjahren waren es immer um die zehn gewesen. Auch die Zahl der Kradfahrer-Unfälle sinkt. Im Vorjahr waren es noch sieben, 2019 nur noch drei. 

Negativer "Ausreißer" beim Thema Alkohol

Henn verschweigt aber auch nicht, wo die Waltroper Statistik negative „Ausreißer“ im Vergleich zu den Gesamtzahlen des Polizeipräsidiums Recklinghausen aufweist: Das ist einmal die deutliche Zunahme von Unfällen, deren Ursache in Alkoholkonsum  zu suchen ist. Zuletzt lag diese Zahl im Bereich zwischen sechs und zwölf Fällen, im Jahr 2019 waren es 18. Henn sagt, die Folge werde sein, dass man in Waltrop verstärkt Alkoholkontrollen durchführen werde. Und: Die Zahl der Unfallfluchten ist in Waltroper stärker gestiegen als in Nachbarstädten. Sie liegt für 2019 bei 196 und damit um 34 oder fast 21 Prozent höher als im Vorjahr. Henn wird nicht müde zu betonen: „Unfallfluchten sind kein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um Straftaten, die von den Gerichten hart geahndet werden, und zwar zu Recht. Man sollte das Rückgrat haben, sich zu einem verursachten Schaden zu bekennen.“ Insgesamt aber, so Karl-Heinz Henn mit Blick auf die Waltroper Statistik, sehe er „mehr Grün als Rot“.

Die Feuerwehr hat Bilanz des Einsatzjahres 2019 gezogen.

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