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Die St.-Peter-Kirche in Waltrop wurde in der Nacht großflächig mit Plakaten "geschmückt".

Update: Situation nach Allerheiligen

Schmähkritik an der St.-Peter-Kirche: Protestler halten Wort 

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Plakate mit deutlicher Kritik an der EU-Flüchtlings-Politik hingen seit Dienstag an der St.-Peter-Kirche Waltrop. Doch die Initiatoren der Aktion haben Wort gehalten.

Die Protest-Plakate mögen hängen bleiben an der St.-Peter-Kirche über Allerheiligen - danach würden sie rückstandslos entfernt. Das hatten die Initiatoren einer in Waltrop beispiellosen Aktion erbeten, die Banner und Wimpelketten an der katholischen Kirche in Waltrops Stadtmitte aufgehängt hatten. Und die Aktivisten hielten Wort: Am Samstag, 2. November, war nichts mehr zu sehen von der Aktion. Ende November bekannte sich die Initiative "Seebrücke Waltrop" zu der Aktion

Nachdem die Plakate am Dienstag plötzlich aufgetaucht waren an dem Gotteshaus, hatten zahreiche Medien berichtet - unter anderem der WDR und die Ruhrbarone. Die Waltroper Bürger hatten offenbar auch gut mit der Aktion leben können; jedenfalls regte sich öffentlich keine Ablehnung dagegen. 

Das hatten wir am Dienstag, 29. Oktober, berichtet: 

Plakate und Banner mit Schmähkritik an der EU hingen am Dienstagmorgen plötzlich an den Außenwänden der Pfarrkirche St. Peter. "Für eure Politik lasst ihr Kinder verrecken, Familien zugrunde gehen", steht dort zu lesen oder "Mittelmeer = EU-Horror!" und "Der EU den National-Satan austreiben". Sascha Lipowski, Küster in St. Peter, erklärte, es gebe dazu auch eine Art Begleitschreiben im Pfarrbüro. Dieses Begleitschreiben liegt unserer Redaktion mittlerweile vor. 

Hass-Botschaften an Waltroper Kirche | cityInfo.TV

Hass-Botschaften an Waltroper Kirche | cityInfo.TV

Darin steht zu lesen: "Wir bitten einerseits um Entschuldigung und andererseits um Ihr Verständnis für die Raumnehmung der Kirche St. Peter. Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, hat das EU-Parlament einer Resolution der Seenotrettung im Mittelmeer vergangene Woche nicht zugestimmt. Die Seenotretter*innen werden keine verstärkte Unterstützung bekommen, sondern weiterhin kriminalisiert, blockiert und dadurch daran gehindert, Menschenleben zu retten."

Bildergalerie: Die Protest-Plakate an der Kirche St. Peter in Waltrop

"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen.
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen. © Martin Behr
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen.
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen. © Martin Behr
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen.
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen. © Martin Behr
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen.
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen. © Martin Behr
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen.
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen. © Martin Behr
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen.
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen. © Martin Behr
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen.
"Ihr spielt ein grausames Spiel", "Der EU den National-Satan austreiben" - das sind Aufschriften, die auf Plakaten zu lesen sind, die am Dienstagmorgen an der Kirche St. Peter hingen. © Martin Behr

Begleitschreiben im Pfarrbüro St. Peter Waltrop

Sieben Plakate seien es insgesamt, die unter anderem außen an der Sakristei und am Kirchenschiff selbst hingen. "Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben", sagt Lipowski. Auch "Wimpelketten" aus gefalteten Papierschiffchen sind an der Kirche drapiert. Außerdem sind Totenköpfe auf Banner gemalt und an den Außenwänden aufgehängt. 

Auch Totenköpfe sind auf den Plakaten zu sehen.

In dem Begleitschreiben ist weiterhin davon die Rede, wie die Aktion am Kirchturm St. Peter gedacht ist: Die Plakate und die Wimpelketten würden nach Allerheiligen wieder rückstandslos entfernt, versprechen die Verfasser, die das Ganze offenbar nicht unterzeichnet haben. Die Pfarrei wird gebeten, alles so hängen zu lassen, so dass die "Waltroper*innen eine Möglichkeit bekommen, die Flüchtlingssituation zu reflektieren". Sascha Lipowski erklärt, dass Pfarrer Dr. Carsten Roeger dem zugestimmt habe; die Plakate werden bis über den Feiertag hängen bleiben. 

Protestplakate hingen am Dienstagmorgen rings um die Kirche St. Peter Waltrop.

Auf das Schicksal von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, weist auch immer wieder die Initiative "Seebrücke" hin. Die Waltroper Gruppe der Seebrücke gründete sich vor gut einem Jahr.

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