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Wer im Auto raucht, wenn Schwangere oder Kinder mitfahren, könnte künftig mit einer saftigen Geldstrafe belangt werden. So sieht es ein Gesetzesvorschlag aus NRW vor.

Gesetzes-Initiative

Rauchen, wenn Kinder im Auto sitzen: Zwischen "Geht gar nicht" und "Warum nicht?" 

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Das Land NRW will ein Gesetz auf den Weg bringen, das Rauchen im Auto verbietet, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren. Was sagen die Waltroper dazu? Und was meinen Ärzte?

Das Land NRW will in der kommenden Woche gemeinsam mit dem Land Niedersachsen eine Initiative in den Bundesrat geben, die ein Rauchverbot in Autos fordert, wenn Minderjährige oder Schwangere mitfahren. Für Verstöße sind Bußgelder zwischen 500 und 3000 Euro vorgesehen. 

"Man kann doch nicht alles verbieten"

Die WZ hat sich in der Waltroper Innenstadt und bei Autohändlern umgehört. „Ich finde das gut“, sagt Helge Wassermann. Der 36-jährige Waltroper ist selbst Vater. Er raucht zwar nicht, findet es aber wichtig, Kinder zu schützen.  Auf Unverständnis trifft diese Regelung bei Horst Baumbach. Der 66-Jährige sagt: „Man kann ja nicht alles verbieten.“ Er findet, dass dann auch Rauchen auf dem Balkon unzulässig sein sollte, weil auch dabei der Qualm in die eigene oder eine nebenliegende Wohnung ziehen könnte. 

Was sagen Waltroper Autohändler?

Doch: Werden in Waltrop überhaupt noch Autos verkauft, in denen geraucht wird? Die Zahl der Autos sei definitiv kleiner geworden, sagt Ute Winkelheide, Inhaberin des gleichnamigen Opel-Autohändlers. Sie berichtet, dass es aber auch eine spezielle Ozon-Reinigung gebe, die den größten Teil des Geruchs entferne. 

Keine Aschenbecher mehr ab Werk

Auch in der Automobil-Industrie sei der Trend angekommen, berichten Winkelheide und Horst Bollrath, Geschäftsleiter des Autohauses Bollrath. Mittlerweile würden ab Werk schon keine Aschenbecher beziehungsweise Zigarettenanzünder an sich eingebaut, bei manchen Modellen ließe sich das nicht mal mehr dazu bestellen, berichtet Ute Winkelheide. Es sei nur noch die 12-Volt-Steckdose zu finden, die etwa für das Laden von Navigationsgeräten gebraucht würde.

Waltroper Gynäkologin warnt vor den Folgen

Die Waltroper Gynäkologin Dr. Ramona Noack kennt Studien, die die Folgen von Zigarettenrauch für Schwangere und Kinder verdeutlichen. „Die Kinder haben deutlich häufiger Atemwegs- und Lungenerkrankungen wie Bronchitis“, sagt sie. Auch Karzinome träten häufiger auf. Im Mutterleib entwickeln sich die Babys schlechter, wenn die Schwangeren den Giftstoffen ausgesetzt sind. „Die Durchblutung in der Placenta ist reduziert. Darum sind die Babys häufig kleiner und entwickeln sich nicht so gut“, sagt Dr. Ramona Noack. Wenn sie hört, dass „so ein bisschen Rauchen den Kindern schon nicht schaden würde“, entgegnet sie ganz klar: „Doch!“ 

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