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Dieses Foto hat Dieter Steffan von den Heckenschnitt-Arbeiten gemacht.

Grünpflege

"Rücksichtslos": Warum sich ein Waltroper ganz massiv über den V+E ärgert

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Dieter Steffan ist sauer auf den Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E). Viel zu massiv habe der mitten im Sommer an den Wegen rund um sein Haus am Bachweg Hecken und Sträucher beschnitten. 

Steffan nennt das "rücksichtslos". Die Natur nehme dadurch erheblichen Schaden. Jetzt sucht er die breite Öffentlichkeit, hat einen Brief nicht nur an die Verantwortlichen der Stadtverwaltung, sondern auch an die Fraktionen im Rat geschrieben.

Zwei aktuelle Fälle

Der Zwist währt schon länger, zwei neuere Fälle aber aber jetzt für Steffan das Fass zum Überlaufen gebracht: Am 18. und 29. Juli haben Mitarbeiter des V+E – in einem Falle gleich sechs an der Zahl – wieder Sträucher, Hecken und Gehölze maschinell beschnitten. „Und das mitten in der Brut-, Blüte- und Reifezeit“, echauffiert sich der frühere Ratsherr. Im Juli sei noch die Brutzeit vieler Vögel, etwa des Zaunkönigs. Nicht minder ärgert ihn der Rückschnitt der Brombeerhecken „mit den reifen, fast übervollen Beeren“. Die vitaminreichen Brombeeren seien doch willkommene Nahrung für Mensch und Tier und die Hecke Schutzzone für Kleintiere und Vögel. 

Waltroper spricht von "Märchen"

Stadt und V+E argumentieren im Zusammenhang mit den Grünschnitt mit ihrer Verkehrssicherungsfpflicht. Die aber sei aber hier nur eine „Schutzbehauptung“ und ein „Märchen“, sagt Steffan. Er hat Fotos von den Wegen vor dem Rückschnitt gemacht, die belegen sollen: Hier gefährden kein Strauch und kein Ast die „Verkehrssicherheit“. Steffan hat einen anderen Verdacht: Die Anschaffung eines Großgerätes mit Heckenschnitt-Aufsatz müsse sich für den V+E rechnen, deshalb werde so massiv vorgegangen. 

Das sagt der V+E

 Für den V+E sagt Christoph Telaar, der zurzeit den im Urlaub weilenden Chef Clemens Funke vertritt, er nehme es auf seine Kappe, dass ein Brief Funkes an Steffan diesen zunächst nicht erreicht hat. Den hatte Funke vor seinem Urlaub hinterlassen und es sei schlicht vergessen worden, ihn abzuschicken. Funke macht Steffan darin ein persönliches Gesprächsangebot. Grundsätzlich gebe es immer wieder unterschiedliche Haltungen von Anwohnern zum Thema Grünschnitt. Die einen wünschten sich ein weniger massives Vorgehen, andere jedoch sogar deutlicheren Rückschnitt, damit zum Beispiel mehr Licht in ihren Garten falle, sagt Telaar. Er stellt sich grundsätzlich vor seine Mitarbeiter. „Sie arbeiten sicher nicht im Grün-Bereich, weil sie Pflanzen nicht leiden können.“ Auch weist Telaar den Verdacht zurück, der Einsatz des Großgeräts müsse sich „rechnen“. „Das wird ja nicht nach Einsatzzeit abgerechnet“, sagt Telaar. Zugleich zeigt er sich aber offen für Veränderungen beim Vorgehen. Wenn sich zeige, dass der V+E zu massiv vorgehe, sei man bereit, die Schnitt-Routine entsprechend zu ändern. Genau das will Dieter Steffan unbedingt erreichen: „Hohle Versprechen gab es genug.“

Auch Baumschnitt-Arbeiten außerhalb der vorgesehenen Fristen, nicht nur durch den V+E, rufen immer wieder Anwohner auf den Plan.

Auch der Heckenschnitt auf Dattelner Friedhöfen war schon Anlass für eine Kontroverse.

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