Nach dem radikalen, illegalen Rückschnitt ist von den stattlichen Kastanien nicht viel übrig geblieben.
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Nach dem radikalen, illegalen Rückschnitt ist von den stattlichen Kastanien nicht viel übrig geblieben.

Nach Baumfrevel im Frühjahr

Viele sind traurig: Das Schicksal der alten Kastanien an der Leveringhäuser Straße ist besiegelt

  • Silvia Seimetz
    vonSilvia Seimetz
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100 Jahre lang prägten sie das Bild auf der Leveringhäuser Straße. Auf der Hauptverkehrsader waren die Kastanien ein ökologisches Kleinod. Dann entbrannte ein Kampf um die Bäume.

Der Hausbesitzer hatte sich mehrfach im Rathaus wegen einer Fällung der Bäume erkundigt, aber nie einen formellen Antrag gestellt. Stattdessen schuf er im Frühjahr Fakten und schnitt die Bäume in einer Aufsehen erregenden, illegalen Aktion radikal zurück.

In Waltrop waren viele Menschen in Sorge

Viele Waltroper werden nun traurig sein über den Ausgang des Baumdramas, davon ist Michaela Heßelmann, bei der Stadt Waltrop zuständig für Grünflächen und Umweltangelegenheiten, überzeugt. „Etliche Bürger sprechen mich darauf an, wie es mit den Kastanien weitergeht“, sagt sie, „Sie hatten gehofft, dass die Kastanien sich erholen.“ Dass die für das Klima der Hauptverkehrsachse so wichtigen Sauerstofflieferanten nun endgültig verloren sind, betrübt auch die Fachfrau aus dem Rathaus.

Baumfrevler gefährdete Passanten und Autofahrer

Rückblick: Im März hatte der Eigentümer von einem Hubsteiger aus selbst unsachgemäß die Bäume beschnitten, die Kronen gekappt. Dabei gefährdete er auch die Gesundheit von Passanten und Verkehrsteilnehmern. Denn die dicken Äste stürzten auf die ungesicherten Wege. Dass ihm die Stadt nicht nur den Einsatz der von Passanten alarmierten Feuerwehr in Rechnung stellen würde, sondern auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Verstoßes gegen die Baumschutzsatzung eröffnen würde, war damals klar.

Stadt Waltrop beauftragte einen Gutachter

Um den Wert der Bäume zu ermitteln, hatte die Stadt Waltrop einen Gutachter beauftragt. Dabei war das Ergebnis, zu dem der Experte gekommen war, für den Hausbesitzer durchaus positiv. Denn waren die Kastanien bei einer Untersuchung durch eine Fachfirma vor knapp drei Jahren noch als gesund und verkehrssicher eingestuft worden, so war zumindest der linke Baum mittlerweile von einem Bakterium befallen. Er hätte also tatsächlich auch vor der Aktion gefällt werden dürfen, aber natürlich nur mit Genehmigung.

Schwebendes Verfahren gegen den Besitzer

Die hat der Besitzer mittlerweile offiziell beantragt und wird sie in Kürze wohl auch bekommen. Damit ist das Ende der beiden Kastanien besiegelt. Gegen das angeordnete Bußgeld hat der Mann übrigens Widerspruch eingelegt, das Verfahren läuft also weiter.

Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Fakten und Hintergründen lesen sie heute (10.12.) in der gedruckten und digitalen Ausgabe der Waltroper Zeitung.

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