Eine Aktivistin von „Rebellion of One“ sitzt auf dem Zebrastreifen gegenüber von einem Bus
+
Ein Bus hielt an der Hochstraße in Waltrop an und fuhr nicht weiter - auf der Straße saß die Aktivistin.

Rebellion of one

Sitzblockade in der Waltroper Innenstadt: Das bewegte die Aktivistin zu ihrer Aktion

  • Tamina Forytta
    vonTamina Forytta
    schließen

Für unterschiedliche Reaktionen hat am Samstagmittag (27.3.) die Aktion einer Klima-Aktivistin gesorgt, die auf der Straße Am Moselbach und auf der Hochstraße in Waltrop eine Sitzblockade durchzog.

Update, 29. März: Speziell in den sozialen Medien hat die Aktion einer Klima-Aktivistin, sich auf die Straße am Moselbach und später auch auf die Hochstraße zu setzen und eine Sitzblockade durchzuführen, ein erhebliches Echo hervorgerufen. Die Aktivistin selbst, die 24-jährige Charlotte Schwarzer, die aus Waltrop stammt und nun in Hamburg wohnt, erklärte anschließend, sie müsse all die Eindrücke nun erst einmal verarbeiten. Es sei schon bisweilen beängstigend gewesen, auf der Straße zu sitzen und die Autos an sich vorbeifahren zu sehen. Sie hoffe, sagte Charlotte Schwarzer, dass sie vielleicht in einigen, die ihre Aktion gesehen haben, etwas bewegt habe.

Das Bedürfnis, sich einzubringen

Vor vier Jahren sei sie aus Waltrop weggezogen. Das Bedürfnis, sich einzubringen für den Kampf gegen die Klimakrise habe sie schon lange gehabt, früher sogar Biologie studiert. Dann aber fand die 24-Jährige bei Extinction Rebellion (auf Deutsch: Rebellion gegen das Aussterben) Gleichgesinnte. 2018 in Großbritannien gegründet, hat die Initiative, die XR abgekürzt wird, auch in Deutschland viele lokale Ortsgruppen. In Hamburg gibt es gleich mehrere Stadtteilgruppen. Die von Waltrop aus nächstgelegene ist die Dortmunder XR-Gruppe.

Das hatten wir zunächst berichtet (28.3., 14 Uhr): Als die Markthändler auf dem Raiffeisenplatz gerade ihre Stände abbauten, baute sich eine andere Aktion auf: Im Rahmen der Aktion „Rebellion of one“ hat eine 24-jährige Klima-Aktivistin in Waltrop eine Sitzblockade veranstaltet - zunächst auf der Straße Am Moselbach.

Angetreten für den Klimaschutz

Mit einem Plakat, das sie vor und hinter ihrem Körper trug, setzte sich die für den Klimaschutz antretende junge Frau im Schneidersitz mitten auf die Straße - gewissermaßen auf Augenhöhe mit den Stoßstangen der Autos, die hier entlangfuhren. Manche umkurvten die junge Frau, manche fuhren auf der Gegenfahrbahn um sie herum. Wenige ließen die Fensterscheiben hinunter und riefen etwas wie „Was soll das?“ Andere gaben extralaut Gas. Eine ältere Dame rief der Demonstrantin zu: „Ich find das ja richtig, was Sie machen, aber das ist doch gefährlich!“ Auf dem Plakat der Aktivistin stand: „Ich habe Angst alt zu werden wegen der Klimakrise.“

Die Polizei kam 23 Minuten nach Start der Aktion auf dem Moselbach in Waltrop vorbei.

23 Minuten hatte die Frau auf dem Moselbach gesessen, da kam die Polizei herangefahren. Die Beamten hätten sie belehrt und ihre Personalien aufgenommen, erklärte die Aktivistin, die freiwillig aufgestanden war. Einen Platzverweis hätten sie nicht erteilt. Nach kurzer „Verschnaufpause“ ging die Aktion weiter - ein paar Meter entfernt, am Zebrastreifen Hochstraße an der Sparkasse. Auch dort: ein paar hupende Autos, einige wendeten, ein Bus aber blieb stehen, der Fahrer stellte den Motor ab. Einige Minuten später traf erneut die Polizei ein, sprach mit der Aktivistin, und die räumte schließlich ihren Sitzblockaden-Platz auf dem Zebrastreifen.

Waltroper Sitzblockade als Teil einer deutschlandweiten Aktion

Rebellion of one ist eine Aktion, zu der die Initiative Extinction Rebellion deutschlandweit am Samstag aufgerufen hat. Es sei ihr schon klar, dass sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müsse, sagte die junge Frau gegenüber unserer Redaktion. Wichtig sei ihr, dass der Protest gewaltfrei bleibe. Aber sie sei so verzweifelt, dass sie nicht anders könne. Im Hintergrund hatte sie zwei Begleitpersonen, die während der Aktion in Waltrop dabei blieben.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Erst Diesel im Boden, dann Telefonleitung durchtrennt: Jetzt geht‘s an die Entstörung
Erst Diesel im Boden, dann Telefonleitung durchtrennt: Jetzt geht‘s an die Entstörung
Erst Diesel im Boden, dann Telefonleitung durchtrennt: Jetzt geht‘s an die Entstörung
Großes Hickhack um Schulöffnung: Was gilt denn nun ab Montag in Waltrop?
Großes Hickhack um Schulöffnung: Was gilt denn nun ab Montag in Waltrop?
Großes Hickhack um Schulöffnung: Was gilt denn nun ab Montag in Waltrop?
Coronavirus in Waltrop: Gesamtzahl der Infektionen steigt um acht Fälle
Coronavirus in Waltrop: Gesamtzahl der Infektionen steigt um acht Fälle
Coronavirus in Waltrop: Gesamtzahl der Infektionen steigt um acht Fälle
„Felling“-Sanierung: Jetzt steht der Starttermin fest
„Felling“-Sanierung: Jetzt steht der Starttermin fest
„Felling“-Sanierung: Jetzt steht der Starttermin fest
Nach Impftermin-Odyssee: Waltroper (70) hat endlich den „Piks“ erhalten
Nach Impftermin-Odyssee: Waltroper (70) hat endlich den „Piks“ erhalten
Nach Impftermin-Odyssee: Waltroper (70) hat endlich den „Piks“ erhalten

Kommentare