Margarete Decher-Burbaum von der Waltroper Einrichtung Amarigo mit einer Impfstoff-Ampulle.
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Margarete Decher-Burbaum vom Waltroper Pflegedienst Amarigo mit einer Impfstoff-Ampulle.

Ambulanter Pflegedienst Amarigo

Corona-Pandemie: So liefen die ersten Impfungen gegen Covid-19 in Waltrop 

  • Christine Horn
    vonChristine Horn
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Am 27.12. fanden die ersten Impfungen im Kreis statt, am 5.1. war Waltrop dran. Wir waren dabei, als in einer vom Pflegedienst Amarigo betreuten Einrichtung die Ersten gegen Covid-19 geimpft wurden.

Es war ein ganz spezieller Tag in den vom ambulanten Pflegedienst Amarigo begleiteten Wohngemeinschaften an der Leveringhäuser Straße in Waltrop: Dort sind am Dienstag (5.1.) die ersten Menschen in Waltrop gegen Covid-19 geimpft worden.

Bei knapp über drei Grad werden die Impfdosen im Kühlschrank gelagert.

Schon die Anlieferung des Impfstoffs war eine Art „Geheim-Manöver“: Der Impfstoff werde zwischen 6.30 und 10 Uhr geliefert, habe man ihnen mitgeteilt, sagt Margarete Decher-Burbaum von der Amarigo-Geschäftsleitung. Bewusst wurde der Zeitpunkt vage gehalten, und im Laufe des ersten Impftages zeigte auch immer wieder die Polizei Präsenz. Margarete Decher-Burbaum: „Meine Fantasie reicht nicht so weit mir vorzustellen, dass wir wegen des Impfstoffes überfallen werden könnten.“

Impfstoff kommt in einer Styroporkiste

Und dann war die Styroporkiste endlich da, mit dem Covid-19-Impfstoff der Firma Pfizer-BioNTech. Er kam direkt in einen Kühlschrank – bei einer gleichbleibenden Temperatur von knapp über drei Grad. Die Bewohner dreier Wohngemeinschaften, die von Amarigo betreut werden, und die Mitarbeiter erhielten die erste von zwei Spritzen.

Er sieht es als seine Pflicht an, sich impfen zu lassen: Altenpfleger David Sherlock.

So läuft die Impfung: Zunächst wird die kleine Impfstoff-Flasche für 30 Minuten der Raumtemperatur ausgesetzt. Pflegedienstleiterin Izabella Knapik wendete die wertvolle Flüssigkeit dann zehnmal - wenden, nicht schütteln! Dann werden 1,8 ml NaCl und 0,34 ml des Impfstoffes aufgezogen. Es gibt Flaschen, aus denen fünf Dosen entnommen werden können, aus anderen sechs.

Schnelligkeit zählte beim Impfstart in Waltrop

Warum waren gerade die von Amarigo begleiteten Wohngemeinschaften die ersten in der Stadt waren, deren Patienten und Mitarbeiter geimpft wurden? „Wir waren schnell“, sagt Margarete Decher-Burbaum. Am 29. Dezember erhielten sie die Unterlagen der Kassenärztlichen Vereinigung: Einwilligungs-, Aufklärungs- und Anamnesebögen. „Bis zum 31. Dezember hatten wir alle Rückläufer. Alle 108 Mitarbeiter sowie alle Patienten bzw. deren Angehörige hatten einer Impfung zugestimmt.“ Schon frühzeitig hatte zudem die Geschäftsführung den Kontakt zu den Hausärzten der Patienten gesucht: „Sie hatten uns zugesagt, dass sie hier vor Ort impfen würden, sobald der Impfstoff verfügbar ist“, schildert Margarete Decher-Burbaum erleichtert. Am 27. Dezember waren in Marl die Ersten im Kreis RE geimpft worden.

Waltroper Mediziner: „Eine Impfung wie jede andere auch“

Am Dienstag startete Marc Biefang. „Vom Handling her ist es eine Impfung wie jede andere auch“, sagt der Mediziner. „Nur die Bedeutung für die Bewohner ist eine andere. Schließlich erhalten sie nach der zweiten Spritze mehr Lebensqualität. Der Umgang gerade mit Demenz-Patienten wird wieder leichter“, sagt Marc Biefang. Weil dann auch wieder mehr Nähe möglich sei.

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