Mit diesem Schild ist die Spielwiese am Liliencronweg gekennzeichnet.
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Mit diesem Schild ist die Spielwiese am Liliencronweg gekennzeichnet.

Zwischen Messing- und Herderstraße

20.000-Euro-Spielwiese: "Richtige Kinder sind eben manchmal nass und dreckig"

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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20.000 Euro hat es sich die Stadt Waltrop kosten lassen, eine kinderfreundliche Wiese nahe der Messingfeldstraße herzurichten. Kritik von den Anwohnern gab es schon von Anfang an.

  • Die Spielwiese zwischen Messingfeld- und Herderstraße ist jetzt fertig - 20.000 Euro hat das Herrichten gekostet.
  • Für die Wiese mussten aufwendige Erdarbeiten getätigt werden.
  • Nicht jeder ist überzeugt von der Sinnhaftigkeit. 

Update 16. Juli: Leser, die sich auf unseren Aufruf, sich zur neuen Spielwiese am Liliencronweg zu äußern, meldeten, sind nicht besonders überzeugt von der 20.000-Euro-Investition: Anwohnerin Sabine Hülsmann zum Beispiel erklärt, sie wohne jetzt seit 40 Jahren in der Klöcknersiedlung. Die Wiese zwischen dem Zechen-Viertel und der Messingfeldstraße kenne sie seit jeher. „Einen Unterschied merke ich nicht“, sagt die Anwohnerin. Die Waltroperin findet: So buckelig, wie die Fläche sei, gebe es eine große Verletzungsgefahr

So sieht die Wiese zwischen Messingfeld- und Herderstraße in Waltrop nach dem „kinderfreundlichen Umbau“ aus.

Nach Sabine Hülsmanns Schilderungen ist die Meinung in der Nachbarschaft: Das sei Geldverschwendung. „Einen Abfalleimer haben wir übrigens schon seit Jahren gefordert“, sagt die Waltroperin. Passiert ist erst jetzt etwas. Der Waltroper Klaus Biallas ist überdies der Ansicht, dass Kinder dort spielen, wo Platz ist – wenn man sie denn lässt. „Ob Regenwasser langsam oder schnell verschwindet, ist egal. Richtige Kinder sind eben manchmal nass und dreckig“, findet Klaus Biallas. „Wenn wir früher so eine große Fläche gehabt hätten wie die unbearbeitete Wiese, wir wären Könige gewesen“, sagt der Waltroper.

Das hatten wir zuerst berichtet (13. Juli): Gut, dass ein Schild vor der Rasenfläche verrät, was der Betrachter hier vorfindet - auf Anhieb zu erkennen sind Sinn und Zweck nämlich nicht: "Spielwiese" steht dort. Nutzungszeiten: 9 bis 13 Uhr und 15 bis 20 Uhr. In der Mittagszeit sind keine spielenden Kinder erwünscht. Hunde sind ebenso verboten, Musik hören auch. 20.000 Euro hat die Herstellung dieser Fläche jedenfalls gekostet.

Waltroper Anwohner waren von Beginn an skeptisch

Die Sinnhaftigkeit dieses Projektes hat die Nachbarschaft rund um den Liliencronweg von Anfang an in Frage gestellt. Wenn es stark regnet, entstand immer ein kleiner See auf der betreffenden Fläche. Daher mussten aufwendige Erdarbeiten vorgenommen werden. Damit der Boden auch größere Wassermassen „verpackt“, wurde eine Sickerschicht eingebaut. Jetzt sollen größere Regenereignisse ein Bespielen der Fläche nicht mehr verhindern.

Das war die Wiese am Liliencronweg vor den Arbeiten aus.

Ein Blick auf das Ergebnis des Spielwiesen-Projekts: Ein kleiner Wall lässt erahnen, dass hier ein überschaubares Stück Grün abgegrenzt werden soll. Allerdings: Die Rasenfläche, die fortan als Spielwiese für Kinder dient, sah vor Baubeginn auffallend ähnlich aus wie jetzt. Einzige sichtbare Veränderungen sind das besagte Hinweis-Schild, ferner Mülleimer und Kotbeutel-Spender für Hunde. Letzteres hatten sich auch die Anwohner der Waltroper Siedlung gewünscht. In Kürze sollen noch Sitzgelegenheiten montiert werden; zwei Bänke, wie es aus dem Rathaus heißt.

Versprechen im Zuge des Kita-Neubaus Schillerstraße 

Dass die vormals „wilde Wiese“ überhaupt umgebaut wurde, geht auf ein Versprechen der Stadt Waltrop um Bürgermeisterin Nicole Moenikes zurück. Das hatte man im Rahmen des Kita-Neubaus an der Schillerstraße gegeben, weil der dortige Spielplatz verkleinert worden war. Es gab hitzige Diskussionen mit Anwohnern. Anwohner-Ärger gab es zuvor auch um den Spielplatz am Kapitänsweg - doch der ist seit Donnerstag (9. Juli) eröffnet und trifft auf große Zufriedenheit bei seinen Nutzern. 

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