Ob aus Schiefer, Schotter oder Kiesel – Steingärten sind im Großen Kamp untersagt. 
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Ob aus Schiefer, Schotter oder Kiesel – Steingärten sind im Großen Kamp untersagt. 

Streitthema Schottergärten

„Steingärtner“ in Waltrop müssen sich auf höfliche Post aus dem Rathaus einstellen

  • Silvia Seimetz
    vonSilvia Seimetz
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Schottergärten sind modern und pflegeleicht, sie sind aber auch ein Alptraum für die Insekten-Welt. Im Großen Kamp müssen die Schottergärten nun weg.

Die Stadt ist dem Land mehr als einen Steinwurf voraus, wenn es um das Streitthema Schottergärten geht. Eine neue Landesbauordnung soll die Steinflächen unterbinden, die anstelle von Vorgärten in Mode sind. Im Neubaugebiet Großer Kamp hatte Waltrop das bereits im Bebauungsplan festgelegt.

Teure Schotter-Gärten müssen weg

Dennoch hatten sich etliche Häuslebauer nicht an diese Vorgabe gehalten und in ihre Vorgärten vor allem unterschiedlichste Formen von Steinen und dazwischen nur einzelne Sträucher oder Bäumchen gepflanzt. Doch auch wenn die Gärten von Fachfirmen für viel Geld angelegt wurden, es gilt: So dürfen sie nicht bleiben. Der Schotter muss weg.

Von Ermahnung ist (noch) nicht die Rede

„Bereits im Herbst gab es ein Anschreiben von uns an alle Immobilienbesitzer, mit einer Erinnerung an den Bebauungsplan“, berichtet Andrea Middendorf, neue Sprecherin der Stadt Waltrop, auf Anfrage dieser Zeitung. Von Ermahnungen könne aber nicht die Rede sein. „Der Straßenendausbau wurde erst vor wenigen Wochen abgeschlossen. Weil ein Streifen vor den Vorgärten für die Baumaschinen benötigt wurde, haben etliche Hausbesitzer noch gar nicht damit begonnen, ihre Gärten anzulegen“, so Andrea Middendorf. Auch sie wurden mit dem Brief erneut auf den Bebauungsplan hingewiesen, der für den Großen Kamp ausschließlich natürliche Vorgärten erlaubt.

Schotter-Verbot war bekannt

Bei einem Rundgang durch das Neubaugebiet sei den zuständigen Mitarbeiterinnen aufgefallen, dass einige Gärten bereits „entsteint“ wurden, andere jedoch nicht. „Im ersten Quartal 2021 folgt ein zweites höfliches Anschreiben“, erläutert die Sprecherin das folgende Prozedere, „wir wollen schließlich bürgerfreundlich sein.“ Erst wer nach einigen Wochen die bis dato netten Worte nicht gehört hat, bekommt eine Frist zum Rückbau gesetzt. „Es geht schließlich um den Klima- und Insektenschutz“, erläutert Andrea Middendorf die Notwendigkeit. „Außerdem wussten die Bürger von vornherein, dass dort keine Schottergärten erlaubt sind.“

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