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Blick von oben auf das Kraftwerk inklusive der Waltroper Fläche (re.)

Stummhafen

Waltroper Trianel-Fläche wird wichtiger - aus diesem Grund

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Die SPD bringt das Thema „Fläche am Stummhafen“ wieder für eine Unternehmens-Ansiedlung ins Gespräch. Die Genossen meinen: Die Zeit drängt. Und das hat Gründe. 

  • Die SPD fragt zum wiederholten Mal nach der Trianel-Fläche am Stummhafen
  • Hintergrund ist, dass sich die Lage inzwischen verändert hat
  • Waltrop hat eine Fläche mit diesen Vorzüge wohl bald nicht mehr exklusiv in der Region

Im Schatten der Corona-Krise gab es vergangene Woche eine Entwicklung, die zu anderen Zeiten für größere Schlagzeilen gesorgt hätte: Die Klagen von Kraftwerksbetreibern wie Trianel scheinen erhört zu werden. Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) lehnt die Zwangsabschaltung von Kraftwerken ohne Entschädigung im Rahmen des Kohleausstiegs ab, wie es der Gesetzentwurf bisher vorsieht. Im Schulterschluss fordern CDU, FDP und SPD im Land eine „erhöhte und auskömmliche Entschädigungsregelung für Kraftwerksbetreiber“. Genau das hatten Trianel-Kraftwerksleiter Stefan Paul und Stadtwerke-Lünen-Chef Dr. Achim Grunenberg neulich in einem Interview mit unserer Zeitung auch gefordert.

"Mit Rückbau-Verpflichtung koppeln"

 Allerdings, und hier kommt Waltrop ins Spiel: Die genannten Parteien im Land wollen, dass höhere Entschädigungen für die Betreiber „mit der Verpflichtung des Rückbaus schwerpunktmäßig zu gewerblich nutzbaren Flächen“ kombiniert werden. Heißt: Die Betreiber sollen die Kraftwerke selbst abreißen, einen Teil ihrer Entschädigungen dafür verwenden. Die Strukturhilfen nach dem Kohle-Ausstieg wollen die betroffenen Regionen für Zukunftsprojekte verwenden, nicht für Abrissarbeiten. 

Zwölf-Hektar-Fläche ins Gespräch gebracht

Waltrops SPD-Fraktionschef Detlev Dick bringt in dem Zusammenhang die ca. zwölf Hektar große ehemalige Bauvorbereitungsfläche des Trianel-Kraftwerks wieder ins Gespräch. Sein Anliegen: Damit sollte die Stadt etwas anfangen und tunlichst dort Arbeitsplätze entstehen lassen, bevor es in der Region wegen des Kohleausstiegs zuhauf solche Flächen gibt und der Vorteil Waltrops, solch ein Areal zu haben, kleiner wird. Denn über den berühmten trimodalen Anschluss – Wasser, Schiene und Straße – verfügen auch anderen Kraftwerksstandorte, deren Flächen bald für eine gewerbliche Nachnutzung zur Verfügung stehen. Waltrops Alleinstellungsmerkmal wäre passé. Bekanntlich hatte die SPD-Fraktion im April 2019 die Stadtverwaltung gebeten, Gespräche mit Trianel aufzunehmen. Ziel des Antrages sollte es sein, die Erschließung der Fläche voranzutreiben. Grundlage ist ein im Jahr 2007 abgeschlossener Vertrag zu ihrer Nutzung. Darin wurden Maßnahmen der Erschließung und gegenseitige Vereinbarungen getroffen. Detlev Dick erinnert: „Seit 2013 steht Trianel in der Verpflichtung, Maßnahmen zur Nutzung des Grundstückes vorzunehmen. Geschehen ist bislang nichts.“ 

Remondnis soll interessiert sein 

Immerhin gibt esoffenbar Nachfrage. Die SPD hatte seinerzeit von einem Besuch beim Entsorger Remondis, der gegenüber vom Kraftwerk seinen Standort hat, die Nachricht mitgebracht: Remondis interessiere sich für die Fläche. Bürgermeisterin Nicole Moeinikes versicherte, sie sei an dem Thema dran. Wie konkret das Interesse von Remondis aber tatsächlich ist und was das Unternehmen dort planen würde – Ansiedlung von Industrieanlagen oder Bau von Büros – blieb offen. Detlev Dick fragt daher jetzt nochmals nach und möchte, dass die Stadtverwaltung im Rats-Fachausschuss berichtet.

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