Der Waltroper Friedhof wird sich verändern.
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Der Waltroper Friedhof wird sich verändern.

Neuer Plan beschlossen

Warum das Erscheinungsbild des Friedhofs sich wandeln wird

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Die Bestattungskultur verändert sich. Also muss sich auch der Plan für den Friedhof ändern. Das ist jetzt auf dem Weg.

  • Der Waltroper Friedhof ist, auf längere Sicht betrachtet, mit seinen 10,36 Hektar zu groß. 
  • Der Trend geht weg von der klassischen Sargbestattung und hin zu anderen, oft weniger pflegeintensiven Grab-Arten, die zudem weniger Platz benötigen. 
  • Im vom Planungsbüro PlanRat vorgelegten neuen Friedhofskonzept, das der Stadtrat jetzt einmütig billigte,  sind Ziele formuliert. 

Die Bestattungsflächen sollen im Kernbereich des Waltroper Friedhofs konzentriert und für die freien Flächen in den Randbereichen ein Grün-Konzept entwickelt werden. Was das Angebot von Bestattungsformen angeht, so will man der veränderten Nachfrage gerecht werden. Pflegeleichte oder gar pflegefreie Gräber sollen als Alternative zu herkömmlichen Grabstätten angeboten werden, ebenso ein „hochwertiges Gemeinschaftsgrabfeld“ für Sarg- und Urnengräber und als neue Option die Baumbestattung. 

Lücken konsequent schließen

Zudem geht es darum, schon bestehende Bestattungsangebote so umzustrukturieren, dass der Betrieb des Friedhofs optimiert wird. Das Wichtigste: Der künftige Belegungsplan sieht vor, die Lücken, die es im als „Kernbereich“ identifizierten Teil des Friedhofs gibt, konsequent zu schließen. Planer Dr. Martin Venne erklärte jüngst im Rats-Fachausschuss, dass auf freien Flächen Gehölze gepflanzt werden könnten, aber es soll kein ganzer Wald entstehen. Hohe Bäume seien nicht empfehlenswert. Es solle ein Baumkonzept entwickelt werden. In den Randbereichen könnten Obstwiesen entstehen.

"Wichtiges Habitat für Insekten"

Den Waltroper Grünen ist der Natur- und Artenschutz wichtig. Auf Antrag des sachkundigen Einwohners Matthias Erfmann wurde dies mit in die künftige Planung aufgenommen. „Der Friedhof ist ein wichtiges städtisches Habitat von heimischen Insekten, Käfern, Vögeln und Kleintieren“, heißt es von den Grünen. 

Sascha Müller,CDU-Ratsherr und Bestattungsunternehmer, wandte derweil dies kritisch ein: Wenn bestimmte Wahlgräber, wie im Konzept vorgesehen, nicht mehr für eine „Zulegung oder Verlängerung“ vorgesehen seien, sei damit auch ausgeschlossen, dass zum Beispiel die Ehepartner auf dem Feld bestattet werden. Die Stadtverwaltung entgegnete, die Gräber seien aufgegeben worden, die Nachbelegung durch Familienmitglieder und Partner sei aber möglich. Nur eine Neubelegung solle ausgeschlossen werden. Bestattungsunternehmen und Stadtverwaltung, so wurde auf Vorschlag von Sascha Müller vereinbart, sollen sich zu Gesprächen über Einzelfragen zusammensetzen. Von großer Bedeutung für die Planung ist naturgemäß auch die Frage, wie viele Bestattungen es voraussichtlich in den kommenden Jahren in Waltrop geben wird. Im Schnitt der Jahre 2014 bis 2018 waren es 336, für das Jahr 2039 erwartet man 329. Während das Statistische Landesamt mit einer sinkenden Einwohnerzahl rechnet, erwartet die Stadt eine Steigerung wegen der Erschließung von Neubaugebieten. Auf den Friedhofs-Flächenbedarf wirkt sich das aber erst einmal nicht aus, weil die Einwohner von Neubaugebieten im Schnitt relativ jung sind.

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