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Verpackungsmüll entsorgt Franz Konieczny in seiner extragroßen Händler-Mülltonne. Seine Kunden haben mit der Entsorgung nichts am Hut. 

Antwort auf Bürger-Beschwerde

Am Ort kaufen - das erspart Müll und schont die Umwelt, sagt ein Fachhändler  

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Franz Konieczny verkauft und repariert seit 41 Jahren Hausgeräte in Waltrop. Ein Zeitungsartikel hat ihn geärgert. Thema: Verpackungsmüll.

  • Es gab eine Berschwerde eines Bürgers, nachdem die Müllabfuhr das sperrige Verpackungsmaterial seines neuen Kühlschrankes nicht mitgenommen hat. 
  • Fachhändler Franz Konieczny stellt fest: „Hätte derjenige am Ort gekauft, hätte er erst gar keinen Ärger mit dem Verpackungsmüll gehabt."
  • Er begründet das auch.

    "Wir kleineren Händler nehmen den nämlich mit“, erklärt Franz Konieczny. Er spricht dabei nicht nur für sich. Er weiß, dass auch die wenigen Fachhändler-Kollegen, die er noch hat, ähnlich arbeiten. Das ist eben Service, genau so wie Lieferung und Anschluss. Ein kleines Pfündchen, mit dem die örtlichen Händler noch wuchern können.

    Dass in Zeiten von Internet-Handel die Verkäufe am Ort stark rückläufig sind, ist derweil kein Geheimnis. 70 bis 80 Prozent weniger Hausgeräte als noch vor 20 Jahren würde er seit dem Internet-Boom an den Mann bringen, schätzt Franz Konieczny. Ein Einzelfall ist der Waltroper Unternehmer damit indes nicht. Am Ende des Tages macht sich diese Entwicklung in der Kasse bemerkbar. „Dabei sag’ ich den Leuten immer wieder, dass wir die normalen Preise der Großen eigentlich immer mitgehen können. Nur bei Angeboten ist das meistens anders.“ Sein eingangs beschriebener Service kommt kostenlos hinzu. Unsere Rechereche hat übrigens ergeben, dass es tatsächlich eine Anweisung gibt, dass der "Überwurf" stehen bleiben soll. 

    Zurück zum eigentlichen Stein des Anstoßes. Dass der Beschwerdeführer vermutlich entweder online oder bei einem größeren Händler außerhalb gekauft hat, weiß Konieczny nicht sicher, er vermutet es aber. Ohnehin diene dieser Fall nurals Beispiel für eine grundsätzlichere Entwicklung. „Wenn ich sowas lese, dann frage ich mich: Wo hat derjenige sein Altgerät hingebracht? Vermutlich musste er dafür ja ohnehin zum Bauhof fahren.“

    Zum besseren Verständnis: Ein Aspekt, den der verärgerte Bürger anbrachte, war der, dass es nicht umweltfreundlich sei, nur wegen des sperrigeren Extra-Mülls eigens mit dem privaten Fahrzeug zum Bauhof zu fahren. Auch hier kann Konieczny nur feststellen: Das Altgerät hätten Fachhändler übrigens auch noch weggebracht.

    Einer der letzten inhabergeführten Fachhändler verlässt Waltrop: Elektro-Spezialist Witte & Kipar schließt sein Geschäft an der Hochstraße 98, um in Datteln auf der Castroper Straße 42 neu durchzustarten.

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