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Den Schriftverkehr mit Google haben Markus und Sabine Kortmann fein-säuberlich abgeheftet. Inzwischen sind die beleidigenden Google-Bewertungen nicht mehr zu finden.

Falsche Rezensionen

Google ist nicht jedermanns Freund - warum Kortmanns beinahe in Amerika geklagt hätten

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Die Waltroper Café-Betreiberfamilie Kortmann hätte beinahe Google verklagt. Es geht um falsche Rezensionen, die der Suchmaschinen-Gigant einfach nicht löschen wollte. 

Familie Kortmann, die seit zwei Jahren mit dem Brücken-Chaos am Hebewerk kämpft, wollte damals beleidigende Bewertungen bei Google löschen lassen. Leicht war das nicht, denn ernst nahm das Unternehmen die Café-Betreiber erst, als eine Klage nach amerikanischem Recht drohte.

Kortmanns haben auch eine Google-Odyssee erlebt

Es war der aktuelle Artikel über Gastwirt Peter Hubert und sein Bräustüberl am Tegernsee, der Sabine Kortmanns Erinnerungen weckte. „Da kam das dann alles wieder hoch“, sagt die Café-Besitzerin. Denn eine Odyssee mit dem Unternehmen, das hinter der wichtigsten Internet-Suchmaschine der Welt steckt, haben auch die Eheleute Kortmann, Sabine und ihr Mann Markus, hinter sich. 

Geschichte war eine "komplette Lüge" 

Es ist schon ein paar Jahre her, als sich ein Vorfall im Café Kortmann nahe des Schiffshebewerks ereignete, der sich später in den Google-Rezensionen wiederfand. Die Version, die dort in beleidigenden Worten zu lesen war, hatte allerdings nicht ganz so viel mit den tatsächlichen Geschehnissen zu tun. „Eine komplette Lüge“, sagt Sabine Kortmann gar. Dabei war es bei dem Vorfall eigentlich um eine Nichtigkeit gegangen. Die Diskussion um einen Latte macchiato schaukelte sich hoch und mündete gar in dem Vorwurf, dass Kortmanns den Mann hätten töten wollen. Absurd. Trotzdem war diese Geschichte nun in der Welt – und für jeden öffentlich bei Google zu lesen. 

Deutschlandzentrale war wenig hilfreich

Kortmanns wandten sich an die Deutschlandzentrale von Google. Dort war man aber wenig geneigt, ihrer Bitte nachzukommen, die Rezension des verärgerten Gastes zu löschen. Ähnlich wie der Wirt vom Tegernsee kamen Kortmanns auch nach diversen Anfragen nicht weiter. Weder nette Worte noch die Drohung, einen Anwalt einzuschalten, halfen. „Wir wurden noch belächelt“, erzählt Sabine Kortmann. 

Klage-Drohung in Amerika

Doch sie und ihr Mann machten Ernst. Über eine Anwältin hatten sie eine Sozietät im US-Bundesstaat Massachusetts aufgetan, in Boston. Ihr Plan: Klagen auf Unterlassung nach amerikanischem Recht. Eine potenzielle Millionen-Klage, sind amerikanische Gerichte doch bekannt dafür, Klägern horrende Schadensersatz-Summen zuzusprechen. Ein Schachzug, der saß – Kortmanns hatten Google sozusagen matt gesetzt. „Und keine fünf Minuten später war die Rezension raus“, erinnert sich Sabine Kortmann. 

Wie man falsche Rezensionen melden kann, erklärt Google auf seinen Support-Seiten. Zu viel sollten sich Betroffene hiervon aber nicht versprechen, da die Kontaktaufnahme dennoch schwierig ist.

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