Nicht nur Zander und Hechte fischen Angler aus den Flüssen, sondern bisweilen auch Explosiveres.
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Nicht nur Karpfen und Aale fischen Angler bei Waltrop aus den Gewässern, sondern bisweilen auch Explosiveres.

An Lippe und Kanal

Magnetangeln: Dieses "Hobby mit Anziehungskraft" kann zur Gefahr werden

  • Tamina Forytta
    vonTamina Forytta
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Auch an Waltroper Gewässern sind sie unterwegs: Magnetangler. Das kann allerdings gefährlich werden. Und: Rechtlich ist die Sache noch nicht eindeutig geklärt.  

  • Magnetangeln wird in letzter Zeit zunehmend zum Trend
  • Die Behörden warnen allerdings: Oftmals wird auch Weltkriegsmunition aus dem Wasser gezogen - so wie jüngst an der Lippe zwischen Datteln und Waltrop.
  • Auch Tier- und Pflanzenwelt können beim Magnetfischen Schaden nehmen. 

Sie gehen auf Schatzsuche, aber was sie manchmal aus dem Wasser ziehen, kann zur Gefahr werden: Magnetangler sind auch in Waltrop an den Gewässern immer wieder unterwegs. Statt Angelschnur und Haken haben sie eine Leine dabei, an deren Ende ein leistungsfähiger Magnet hängt. Wasserverbände und andere Behörden wollen Magnetangler nicht gänzlich verurteilen, aber sehen das Hobby dennoch skeptisch.

Waltrop/Datteln: Zwei Mörsergranaten tauchten kürzlich auf

Denn: Nicht nur Altmetalle, die sich unter Umständen zu Geld machen lassen, ziehen Magnetangler vom Grund der Gewässer empor, sondern immer wieder auch Munition aus den Weltkriegen. So wie der Mann, der kürzlich an der Stadtgrenze zwischen Datteln und Waltrop Mörsergranaten aus der Lippe fischte. Feuerwehr und Polizei rückten an; der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) der Bezirksregierung kümmerte sich um die Granaten. Vor einiger Zeit hatte der KBD auch zum Datteln-Hamm-Kanal kommen müssen - dort hatte ein Geocacher einen ungewöhnlichen Fund gemacht. Granaten sorgen auch an Land immer wieder für Polizei- und Feuerwehr-Einsätze.

Gewässer von Unrat befreien

Grundsätzlich begrüße der Lippeverband, wenn Gewässer frei von Müll, Schrott und Unrat sind, erklärt Ilias Abawi, bei Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Aber rechtlich sei das Thema Magnetangeln noch nicht abschließend bewertet. In Bayern haben einige Kommunen wegen Granatenfunden schon Verbote ausgesprochen. Auch andernorts machten Menschen mithilfe von Magnetangeln gefährlich-explosive Funde

Statt der normalen Angelschnur und dem Angelhaken werfen Magnetangler einer Leine aus, an der leistungsstarke Magnete befestigt sind.  

Der Lippeverband blickt noch aus einem weiteren Grund kritisch auf das magnetische Hobby: Er fürchtet Schäden fürs Tierreich im und am Gewässer. Krebse, Muscheln und andere Organismen könnten geschädigt werden. Die Gewässerbiologen des Verbands verweisen auf eine Studie, laut der bereits leichte Magnetfelder Einfluss auf die Embryonalentwicklung bei Hechten, Karpfen und Forellen haben könnten. Der Kreis Unna sieht auch diese Gefahr: „Wenn ein schwerer Magnet von einer Brücke geworfen wird, sieht der Angler nicht, wo er hinfällt“, heißt es in einer Mitteilung des dortigen Fachbereichs Natur und Umwelt. Muscheln, Krebse, kleine Lebewesen würden womöglich zerquetscht. 

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