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Trianel-Kraftwerksleiter Stefan Paul

Corona-Pandemie

Kraftwerksleiter erklärt: Welche Maßnahmen Trianel ergriffen hat

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Das Trianel-Kraftwerk an der Stadtgrenze Lünen/Waltrop ist zurzeit nicht am Netz - und trifft Vorsichtsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie.

  • Massiv sinkende Nachfrage wegen des Stillstands vieler Produktionsbetriebe 
  • Zusätzlich ist noch viel Sonnen-Energie mit Netz
  • Der Betreiber hat einen Corona-Notfallplan

Betriebs-Stillstände aufgrund der Corona-Krise und zusätzlich viel Sonnen- und ein wenig Windenergie im Netz bewirken, dass sich ein Betrieb des Kraftwerks zwischen Lünen und Waltrop zurzeit überhaupt nicht rechnen würde. Derweil hat das Unternehmen schon Vorsichtsmaßnahmen getroffen, als Ausmaß und Gefährlichkeit der Pandemie absehbar waren. Im Normalfall sind in und um die Anlage rund 100 Arbeitskräfte im Einsatz, um den Betrieb am Laufen zu halten. Grundlage der Maßnahmen war und ist ein mehrstufiger Aktionsplan, der „nach den Erfordernissen und äußeren Umständen umgesetzt wird“, wie es aus dem Unternehmen heißt. 

Trianel an Stadtgrenze zu Waltrop: Erste Stufe seit Anfang März

Seit Anfang März gilt die erste Stufe, die zunächst das gesamte Team am Standort auf unter die Hälfte reduziert hat. Alle, die von zuhause arbeiten können, bleiben auch dort, um für den Ernstfall gesundes Personal zum Nachsteuern zu haben. Die Verwaltungsgebäude wurden für alle Betriebsfremden geschlossen, alle Besuchstermine abgesagt. Einst waren sogarprominente Spitzenpolitiker auf dem Kraftwerksgelände zu Besuch, darunterdie Bundeskanzlerin. Jüngst sahen die Trianel- und Stadtwerke-Verantwortlichen wegen der Kohleausstiegs-Pläne aber das Vertrauen großteils zerstört.

Zurück zum Notfall-Plan: Mitarbeiter, die durch gesundheitliche Vorbelastungen ein erhöhtes Risiko haben, bleiben jetzt zuhause. „Der problematischste Bereich des Kraftwerkes ist sicherlich die Warte, von dort wird die Anlage gesteuert“, sagt Stefan Paul. „Deshalb galt es, im Schichtbetrieb eine praktikable Lösung zu finden, um die dort arbeitenden Mitarbeiter ganz besonders zu schützen. So sollen sich die Schichten möglichst nicht mehr bei der Übergabe begegnen, um jedes Übertragungsrisiko auszuschalten. Ein Infektionsfall in dem Bereich würde uns natürlich besonders hart treffen, das sind alles Spezialisten, die dort ihren Dienst versehen“, erklärt der Kraftwerksleiter. 

Trianel an Stadtgrenze zu Waltrop: Es gibt noch zwei Stufen

Sollte die Stufe 2 notwendig werden, würde die Warte von je drei Schichten zu je acht Stunden bedient, die nach einigen Tagen soweit wie möglich ausgetauscht würden. Kommt es ganz schlimm, würde in Stufe 3 der Betrieb dort auf zweimal zwölf Stunden umgestellt und das Personal weiter verringert. Eine Isolierung dieses Personals auf dem Kraftwerksgelände wäre der letzte Schritt, der hoffentlich nie erforderlich wird. Unterdessen geht es um die Frage, inwieweit man einzelne Arbeiten der Revision, die eigentlich im Mai anstand, nun vorziehen kann. Dem sind aber enge Grenzen gesetzt: „Jetzt Arbeiter in großer Zahl aufs Gelände zu lassen, widerspräche ja den Zielen der Eindämmung der Pandemie“, sagt Stefan Paul auf Nachfrage unserer Redaktion. Daher gehe es eher um kleinere Arbeiten, die Zweier-Teams erledigen können und die auch unterbrochen werden können, wenn das Kraftwerk doch gebraucht wird.“ „Wenn wir wieder in einen normalen Modus kommen“, sagt Stefan Paul weiter, „wird es wichtig sein, dass wir mit einem gesunden Mitarbeiterstamm bereit sind, die Stromversorgung von hier aus wieder aufzunehmen.“ 

Waltrop: Verbrauch wird sich schnell einpendeln

Der Verbrauch werde sich dann schnell wieder dort einpendeln, wo er vor dem Ausbruch der Epidemie war. Aber wann das so weit ist, kann auch bei Trianel niemand sagen.

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