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Das war's vorerst mit dem Auslandsjahr in Namibia: Die Waltroperin Lea Wilk (vordere Reihe, 2. v. re.) musste überstürzt abreisen.

Abenteuer Afrika

Jähes Ende eines Auslandsjahres: Wie Lea Wilk den überstürzten Aufbruch aus Namibia erlebte

Das Auslandsjahr in Namibia der Waltroperin Lea Wilk endete abrupt. Hier berichtet die 19-Jährige von tagelangem Warten, Zittern und dem Gefühl, fliehen zu müssen.

  • Die Waltroperin Lea Wilk verbringt nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr ein Auslandsjahr in Namibia
  • Nachdem Corona auch das afrikanische Land erreicht hat, muss sie überstürzt abreisen
  • Tagelang war nicht klar, wann und wie es nach Hause geht

Sehr anstrengend und unheimlich seien die letzten Tage in Namibia für sie gewesen, berichtet die Waltroperin Lea Wilk (19). Sie hielt sich zu einem Auslandsjahr in Afrika auf. Doch dann beednete das Coronavirus den Aufenthalt. Als die ersten Corona-Fälle in Namibia bekannt gegeben wurden, habe man bemerkt, dass die Leute Angst haben. "Die Menschen wissen, dass das Land so eine Pandemie nicht stemmen kann", sagt Lea Wilk.  

Corona-Lage spitzte sich auch in Namibia zu  

Und nicht nur in Europa spitzt sich die Lage zu, sondern auch in Namibia. Am Montag, 16. März, kommt die Stellungnahme - nach tagelangem Warten und Zittern und vielen Gerüchten. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die Entsende-Organisation „weltwärts“ wollen alle Freiwilligen so schnell wie möglich zurückholen. Zu dem Zeitpunkt sind die Grenzen in Namibia für Deutsche geschlossen, fast alle Flüge gecancelt. "Kein schönes Gefühl, im Land gefangen zu sein", beschreibt Lea Wilk, die regelmäßig für die Waltroper Zeitung aus Namibia berichtet hatte

Eh sie sich's versah, saß die Waltroperin Lea Wilk im Flugzeug von Windhoek auf dem Weg nach Amsterdam, von wo aus es weiter nach Waltrop ging.

Und weiter: "Es kann morgen oder erst in 30 Tagen losgehen, heißt es. Wir sollen alles einpacken, müssen jederzeit abfahrtbereit sein. Wenn das Aufbruchskommando kommt, müssen wir innerhalb von zwölf Stunden am Flughafen Windhoek sein." Sie habe versucht, sich von paar Leuten zu verabschieden, und "in einem Affenzahn noch ein paar Souvenirs" geshoppt. Walvis Bay, die Stadt, in der Lea Wilk wohnte, wollte alle Touristen aus der Stadt haben. Sie fliehen in den Nachbarort. 24 Stunden später heißt es, es wurde ein Flug gebucht, einer der letzten Linienflüge von KLM. 

Die Waltroperin will noch einmal nach Namibia reisen

Auf geht's nach Windhoek, wo Lea Wilk auf die anderen Freiwilligen trifft. Am Sonntag, 22. März, geht es zum Flughafen. Erst, als sie am Check-In-Schalter gestanden habe, habe sie gewusst: Jetzt geht es wirklich nach Hause. "Und nun bin ich zurück in Deutschland", konstatiert Lea. Es fühle sich wie ein Traum an: "So plötzlich, ohne Vorbereitung, wird man aus dem Auslandsjahr geschmissen und um die Erfahrungen gebracht." Für die 19-Jährige, die zu Hause auch mit ihren Ruder-Erfolgen bekannt geworden war, aber steht fest: "Man darf sich aber jetzt nicht runterziehen lassen. Sobald es möglich ist, fliege ich nochmal nach Namibia, reise und finde meinen Frieden dort. Namibia hat ein Stück in meinem Herz gewonnen."

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