+
Peter Kauling, der ursprünglich aus Waltrop stammt, holt seine Kiste mit Gemüse ab – die erste der Saison. Im Hintergrund Georg Sehrbrock, einer der Initiatoren.

Solidarische Landwirtschaft

SoLaWi Lippeauen: Immer mehr Menschen entdecken den Wert von gutem Gemüse

  • schließen

Als vor anderthalb Jahren die Solidarische Landwirtschaft Lippeauen startete, war das ein großes Abenteuer. Jetzt ist die SoLaWi an der Grenze Waltrop/Selm voll in Schwung.

  • Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Lippeauen Bork geht ins mittlerweile zweite Jahr
  • 91 sogenannte Ernteteiler sind dabei
  • Jetzt gab es das erste Ernte-Gemüse der Saison  

Der Wunsch nach gutem Gemüse ist groß - nach Salat, Radieschen und Tomaten aus regionaler Herkunft umso größer, vor allem, wenn sie nach ökologischen Gesichtspunkten angebaut wurden. Genau da setzt die Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Lippeauen Bork an. Das Projekt auf dem Hof hinter der Lippe an der Stadtgrenze zwischen Waltrop und Selm-Bork geht jetzt ins zweite Jahr und ist erfolgreicher denn je. 

Hofmitbewohner Ulli packt in den arbeitsreichen Monaten in der SoLaWi Lippeauen mit an.  

Vor wenigen Tagen ist die erste Ernte-Kiste an die Beteiligten ausgegeben worden. Denn so ist das Prinzip der SoLaWi: Als sogenannter Ernteteiler kann man sich beteiligen. Ernteteiler zahlen einen bestimmten Betrag pro Monat, der zuvor in einer Bieterrunde festgelegt wurde, das sind die Mitglieder der SoLaWi, die jeden Monat einen Geldbetrag zahlen. Davon werden Saatgut, Geräte, Versicherungen bezahlt und der Lohn fürs Gärtner-Team. Tariflohn, wohlgemerkt; das ist Teil des Konzepts. In der Saison bekommen die Ernteteiler - sie kommen aus Selm, aber auch aus Waltrop, Datteln, Olfen oder Lünen - jede Woche eine Ration Gemüse. Stielmus, Salat, Schnittlauch und Radieschen waren es diesmal, die die 91 Ernteteiler erhielten.

Ernteteiler aus Waltrop, Datteln, Lünen und Selm 

Das Gärtner-Pärchen Laurin, ein studierter Öko-Landwirt, seine Freundin Birte, die Gemüse-Gärtnerin ist, außerdem Öko-Landwirtin Anne Reygers, die die SoLaWi Lippeauen Bork maßgeblich vorangebracht hat, und neuerdings Ulli, der mit in der Hofgemeinschaft an der Waltroper Straße lebt und gelernter Tischler ist, setzen Gemüse in die Erde, pflegen und versorgen es, ernten es schließlich. Dabei packen die Mitglieder der SoLaWi  normalerweise bei Aktionstagen mit an - wenn nicht gerade die Coronakrise Menschenansammlungen verbietet. 

Radieschen, Salat, Schnittlauch und Stielmus gehörten diesmal zur Ernteteiler-Ration. 

Dass das Gemüse seinen wahren Wert wieder zurückbekommt, das ist eine Idee hinter dem Mitwirk-Projekt: Das Wachsen von Möhre, Tomate und Postelein mitbekommen, aber auch mal eine Missernte oder andere Schwierigkeiten – wie etwa, dass landauf, landab unendlich viel in Bewässerung investiert werden muss, im vergangenen, aber auch schon wieder in diesem Jahr. Gemüse eben nicht als fertiges Produkt zu erleben, das im Supermarktregal stets und unbegrenzt zur Verfügung steht – das ist eine Kernidee der SoLaWi. 

Zurzeit ist die SoLawi „ausgebucht“, aber es gibt eine Warteliste. Wer eingetragen werden (oder mehr Infos) möchte, mailt an verein@solawi-lippeauen-bork.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Nicht auf Biegen und Brechen: VfB Waltrop wartet noch mit dem Wiedereinstieg
Nicht auf Biegen und Brechen: VfB Waltrop wartet noch mit dem Wiedereinstieg
Neue Partei in Herten: Vorsitzende gibt nach sieben Tagen bereits wieder auf - das sind die Gründe
Neue Partei in Herten: Vorsitzende gibt nach sieben Tagen bereits wieder auf - das sind die Gründe
SEK stürmt Wohnhaus in Essen: Mann feuert Schüsse vom Balkon ab
SEK stürmt Wohnhaus in Essen: Mann feuert Schüsse vom Balkon ab
Große AfD-Veranstaltung am Sonntag in Waltrop - Demonstration angekündigt: Polizei ist vor Ort
Große AfD-Veranstaltung am Sonntag in Waltrop - Demonstration angekündigt: Polizei ist vor Ort
Protest gegen AfD-Veranstaltung in der Stadthalle Waltrop
Protest gegen AfD-Veranstaltung in der Stadthalle Waltrop

Kommentare