Der Eingang des ehemaligen Waltroper Waldstadions.
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Im ehemaligen Waltroper Waldstadion hat schon lange niemand mehr Fußball gespielt.

Diskussion um Bebauungsplan

Baugebiet Waldstadion: Die Grünen machen im Rat der Stadt jetzt doch einen Rückzieher

  • Silvia Seimetz
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  • Tamina Forytta
    Tamina Forytta
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Das ehemalige Waldstadion in Waltrop soll Baugebiet werden. Bisher waren alle Parteien für das Projekt, doch nun stimmten die Grünen gegen die aktuelle Planung. Mit diesen Folgen.

Die Stadtverwaltung Waltrop hat sich bekanntlich auf den Weg gemacht, einen Bebauungsplan für das Gelände des ehemaligen Waldstadions einen Bebauungsplan zu erstellen. Und genau das, was die Fläche so reizvoll macht, nämlich der Wald in direkter Nachbarschaft, macht es jetzt knifflig. Aber nicht nur deswegen haben die Grünen Bedenken.

Die Grünen in Waltrop haben viele offene Fragen

Gleich mehrfach betonte Grünen-Ratsfrau Beate Stach in der Ratssitzung, dass ihre Partei für das Wohnbauprojekt Waldstadion ist und die politischen Beschlüsse bislang auch mitgetragen habe. Ihre Fragen: Warum wurde den Fraktionen nicht das komplette Artenschutzgutachten vorgelegt? Warum wurde das Gebiet nicht so geplant, dass die 100 Jahre alten Bäume erhalten bleiben? Warum werden 50 öffentliche Parkplätze vorgehalten? Warum finden sich keine Ausgleichsflächen in Waltrop? Warum wurde bei der Planung keine innovative Energieversorgung berücksichtigt? „Wir müssen aus Gründen des Klimaschutzes gegen das Waldstadion stimmen, auch wenn wir dafür sind“, endete Stach.

SPD fürchtet, dass das Mehrgenerationenwohnen in Gefahr ist

CDU, SPD und Aufbruch teilten die Bedenken der Grünen nicht. Es gäbe weiterhin alle Möglichkeiten, gestaltend in die Planung einzugreifen, lautete der einhellige Tenor. Detlev Dick (SPD) fürchtete, dass ein Zögern das Mehrgenerationenwohnen gefährden könne. „Da engagieren sich bereits viele Leute. Sie wollen wissen, wie es weitergeht.“ Die Grünen fanden keine Mehrheit, das Verfahren zum Projekt Waldstadion geht also weiter.

Die Stadt sucht weiterhin nach Ausgleichsflächen

Das haben wir bisher berichtet: Einige Flächen am ehemaligen Fußballstadion sind offiziell Wald. Dafür soll ein sogenannter Waldumwandlungsantrag gestellt werden. Das bringt aber mit sich, dass 5200 Quadratmeter Ausgleichsfläche geschaffen werden müssen. Am liebsten irgendwo in Waltrop, darüber waren sich parteiübergreifend viele Ratsmitglieder einig. Eigene Flächen, die sich dafür eignen, hat die Stadtverwaltung aber nicht mehr. Denn die Fläche, so erklärte Stadtplaner Andreas Scheiba, muss an bestehenden Wald angrenzen. Ein Ausweg wäre, geeignete Flächen anderswo im Münsterland anzukaufen.

Am ehemaligen Waldstadion in Waltrop soll Wohnbebauung entstehen.

Das machte viele Ratsmitglieder, unter anderem aus den Reihen von Waltroper Aufbruch, CDU und Grünen, geradezu fuchsig: Der Ausgleich möge doch, bitteschön, in Waltrop verwirklicht werden, mithin das Geld dafür auch in Waltrop bleiben. Es habe ja Gespräche gegeben, hieß es, aber unter anderem im Zuge des Kraftwerks-Baus habe das Unternehmen Eon auch schon Ausgleichsflächen in Waltrop gesucht und angekauft - und bei dem Großkonzern sitzt der Geldbeutel lockerer.

Öffentlich geförderter Wohnungsbau in Waltrop

Auf dem Gelände sind acht Mehrfamilienhäuser, neun Reihenhäuser und ein Generationen-Wohnprojekt geplant. Das sind insgesamt etwa 110 Wohneinheiten. Davon sollen etwa 30 Prozent im geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Sprich: Diese Grundstücke werden für einen günstigeren Kurs verkauft als frei finanzierte. In direkte Nähe wird derzeit schon eine Kita gebaut - auch dabei spielten Bäume eine Rolle.

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