Ein Junge mit einem Schlangenbiss wird in Indien behandelt.
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Schmerzhaft und gefährlich sind die Schlangenbisse - hier wird gerade ein Junge behandelt.

Krankenstation und Öko-Projekte

Indienhilfe Waltrop: Bernhard Petersmanns Ideen und Ideale sind noch immer aktuell

  • Tamina Forytta
    vonTamina Forytta
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Die Corona-Krise ist für viele schon schlimm genug. In Indien, wo die Waltroper Indienhilfe Projekte unterstützt, kommen noch Dürren, Überschwemmungen, Armut und Schlangenbisse hinzu.

Die Saat, die der Waltroper Bernhard Petersmann (†) schon vor Jahrzehnten in Indien säte, sie sprießt auch heute noch - und nun unter ökologischen Landwirtschafts-Zeichen. Es wächst und gedeiht in Mohankot in Zentralindien, wo die von Petersmann gegründete Indienhilfe vielfältige Projekte unterstützt, aber in Corona-Zeiten gibt es dort natürlich auch viele Sorgen.

Kontakt von Waltrop nach Indien per WhatsApp und Co.

Petersmanns Söhne Clemens und Winni tragen die Ideen und Ideale ihres Vaters mit der Aktionsgemeinschaft Indienhilfe e.V. weiter. Normalerweise sind sie auch regelmäßig in Indien zu Besuch, aber: Corona... Doch zum Glück gibt es WhatsApp und Videotelefonie - und tatsächlich auch in jeder Ecke Empfang.

Zweitmeiste Corona-Fälle weltweit

So erfahren Clemens Petersmann und die Mitstreiter der Indienhilfe Waltrop, wie es in den Menschen in Mohankot im Bundesstaat Madhya Pradesh in diesen Zeiten geht. In Indien hat es bislang knapp 130.000 Tote und insgesamt 8,7 Millionen Corona-Fälle gegeben – laut Johns-Hopkins-Universität die zweitmeisten weltweit nach den USA.

Schwester Pushpika von der Krankenstation, die durch die Waltroper Indienhilfe unterstützt wird, gibt Lebensmittel und Medikamente an Patienten herausgibt.

In ländlicher Gegend sind auch die Projekte angesiedelt, um die sich die Waltroper Indienhilfe seit Jahrzehnten kümmert. Hier sind nicht so viele Menschen auf einem Fleck wie in den Großstädten, und sie blieben unter sich, berichtet Clemens Petersmann von der Indienhilfe. Insofern greift das Virus nicht so sehr um sich. Aber: In Mohankot im Bundesstaat Madhya Pradesh in Zentralindien leben viele Tagelöhner, und deren Lebensgrundlage fällt gerade komplett flach.

Gefährliche Schlangenbisse werden behandelt

Eine Krankenstation ist der Kern der Projekte der Indienhilfe. Schlangenbisse zum Beispiel kommen zurzeit häufig vor. Kinder helfen oft auf den Feldern, und die gar nicht so großen, aber umso gefährlicheren Schlangen haben leichtes Spiel. „Das Gift zersetzt das Gewebe“, erklärt Petersmann die sehr schmerzhafte Verletzung.

Klimawandel bringt viele Probleme mit sich

Was den Indern in Madhya Pradesh zurzeit auch schwer zu schaffen mache, sei der Klimawandel, sagt Clemens Petersmann. Starke Temperaturschwankungen, unregelmäßiger Monsunregen, mal Dürren, mal Überschwemmungen - nicht einfach. In diesem Jahr im Mai kam dann auch noch eine Heuschrecken-Plage hinzu, die den Menschen das Leben schwer machte.

So sieht das aus, wenn eine Heuschrecken-Plage übers Land kommt.

Rund um die Krankenstation werden Pflanzen unter den Maßgaben von „Organic Farming“ - ökologischer Landwirtschaft - herangezogen. Das Projekt sei mittlerweile ein Schulungsort geworden, wo andere lernten, ohne Giftkeule, nur mit biologischen Mitteln Pflanzen anzubauen: Baumwolle, Kichererbsen, Weizen, Tomaten oder Chilis.

In der Krankenstation der Indienhilfe Waltrop in Mohankot werden zurzeit zahlreiche Schlangenbisse behandelt.

Unvergessen ist und bleibt indes der Gründer der Indienhilfe, Bernhard Petersmann. Er starb im Jahr 2013, hatte aber schon immer die Idee, einen Fischteich zu bauen, berichtet sein Sohn. Das soll jetzt verwirklicht werden, auch damit die Menschen ihre eigene Nahrung sicherstellen können. Mit 6000 Euro Kosten müsse man allerdings rechnen, sagt Clemens Petersmann. „Das ist ’ne Menge Geld.“ Das durchschnittliche Monatseinkommen in Indien beträgt rund 160 Euro.

So können Sie für die Indienhilfe Waltrop spenden

Die Indienhilfe freut sich über jede Spende, und sie verspricht, dass das komplette Geld – ohne Verwaltungskosten abzuzwacken – den Projekten zugute kommt. Das Konto der Aktionsgemeinschaft Indienhilfe e.V. bei der Volksbank Dortmund lautet: DE09 441600 140257 648400

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