Wohnberatungsstelle

Über 1000 Bürgern geholfen

WALTROP - In den zehn Jahren seit ihrem Bestehen hat die Wohnberatungsstelle der Lebenshilfe weit über 1 000 Bürger beraten. Und in den meisten Fällen konnten Monika Seidlitz und Peter Pagel helfen. Im Gespräch mit Peter Pagel wollten wir wissen, wie die Hilfe der Beratungsstelle konkret aussehen kann.

An wen richtet sich die Wohnberatungsstelle der Lebenshilfe?

An alle Bürger, die sich entweder selbst oder als Angehörige zum Thema Wohnen im Alter und mit Handicap beraten lassen wollen. Das betrifft die Familie, die gerade neu baut und schon an Barrierefreiheit im Alter denkt, aber auch den älteren Menschen, der durch Pflegebedürftigkeit zum Beispiel das Badezimmer umbauen möchte.

Was kostet die Beratung durch Sie und Ihre Kollegin?

Das Angebot ist kostenlos und kann entweder bei uns oder auch vor Ort, in der Wohnung erfolgen.

Wie wird das finanziert?

Durch die Förderung des Kreises Recklinghausen. Seit 2002 wurden im Kreis sieben Wohnberatungsstellen auf den Weg gebracht. Durch unsere Beratung konnten bereits viele Heimeinweisungen vermieden werden. Dadurch können die Kosten dafür eingespart werden, wodurch wiederum bis zu 75 Prozent unserer Kosten finanziert werden. Der Rest ist der Eigenanteil des Trägers, also in unserem Fall der Lebenshilfe.

Worum geht es bei der Wohnberatung?

Oft sind es Anfragen zu möglichen Hilfsmitteln, wenn zum Beispiel ein Pflegebedarf festgestellt wurde. Manchmal geht es aber auch um bauliche Veränderungen: Erst jetzt war ich bei einer Familie mit einem mehrfachbehinderten Kind, das eine spezielle Badewanne benötigt. In diesen Fällen geben wir auch Tipps zur Finanzierung oder zu möglichen Kostenübernahmen und Förderungen.

Melden sich denn auch Bauherren, die gerade ihr Eigenheim planen?

Das passiert nach wie vor eher selten. Alter, Krankheit und Pflege – diese Begriffe sind halt einfach „unsexy“, damit möchte man sich nicht unbedingt auseinandersetzen. Doch irgendwann muss man das tun.

Hat sich da etwas verändert in den zurückliegenden zehn Jahren?

Schon. In Waltrop zum Beispiel haben wir das Glück, dass wir eine gut angenommene Seniorenmesse haben – und ein funktionierendes Netzwerk. Dadurch werden diese Themen immer häufiger im Alltag präsent.

Nicht jeder hat ein eigenes Haus. Kann man auch in seiner Mietwohnungen bauliche Veränderungen vornehmen?

Rein rechtlich geht das, solange man beim Auszug wieder alles in den Ursprungszustand versetzt. Wir gehen aber anders vor und setzen darauf, mit Mieter und Vermieter einen Kompromiss zu erarbeiten. Das kann sich ja auch für beide lohnen, wenn so zum Beispiel die Kosten für ein ohnehin zu renovierendes Bad geteilt werden können.

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