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Die Zechenhalde in Waltrop: Schon aus weiter Entfernung ist die Antennenschüssel auf dem Spurwerkturm zu erkennen – ein „absolutes Unding“ für Jan Bormann.

Spurwerkturm

Jan Bormann - ein Künstler in Rage

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Waltrop - Jan Bormann ist empört: Eine Antennenschüssel verschandelt den Spurwerkturm. Bormann hat einst die Landmarke entworfen, gebaut – und jetzt Anzeige erstattet. traute seinen Ohren nicht, als er vor wenigen Tagen davon hörte, dass noch immer eine stattliche Antennenschüssel an der Spitze des Spurwerkturms hängt. „An dieser Stelle darf auf keinen Fall etwas montiert sein“, sagt der Künstler, der die Landmarke auf der Zechenhalde entworfen hat.

Der Künstler traute seinen Ohren nicht, als er vor wenigen Tagen davon hörte, dass noch immer eine stattliche Antennenschüssel an der Spitze des Spurwerkturms hängt. „An dieser Stelle darf auf keinen Fall etwas montiert sein“, sagt er. Zu der Richtfunkantenne, die seit mittlerweile mehreren Wochen dort hängt, gibt es eine Vorgeschichte. So trat vor geraumer Zeit ein Unternehmer an Jan Bormann heran, um die Erlaubnis einzuholen, an seinem Kunstwerk testweise „unauffällig eine kleine Antenne“ anzubringen. So schilderte es der Künstler gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Bormann war gesprächsbereit, hätte sich möglicherweise vorstellen können, ein solches Gerät im Schattenbereich unter der Plattform anzubringen. „Aber auf keinen Fall da, wo es jetzt hängt!“

Gesperrter Turm

Ohne seine Erlaubnis war der Unternehmer dann aber doch zur Tat geschritten. „Er hat den Turm in dieser Zeit mehrfach unerlaubt betreten“, ärgert sich der Künstler. Denn das Waltroper Wahrzeichen ist seit Monaten gesperrt, weil der morsche Boden der Plattform repariert werden muss. Am 27. September habe er den Herrn aufgefordert, die Antenne wieder abzubauen, berichtet Bormann. Bis heute ist das nicht passiert, was den Künstler nun dazu bewogen hat, bei der Polizei Anzeige gegen den Unternehmer zu erstatten – wegen Urheberrechtsverletzung.

Kunstwerk auf städtischem Gebiet

Denn auch, wenn das 20 Meter hohe Kunstwerk auf städtischem Gebiet steht; bestimmen, was an der Spurlatten-Konstruktion passiert, dürfe einzig und allein er als Künstler, erklärt Bormann. „Bis zu 70 Jahre nach meinem Tod darf das Werk auch nicht nachgebaut oder kopiert werden.“

Spurlatten aus Bongossiholz

Nun soll also die Polizei erreichen, was Bormann im Guten nicht geschafft hat: Die Antenne muss weg – und zwar so schnell wie möglich. Für Jan Bormann ist das auch eine Herzensangelegenheit. Denn den Spurwerkturm zu bauen, erforderte, was Organisation und Zeit anging, sehr großen Aufwand. Sieben Jahre brauchte es vom ersten Federstrich auf dem Papier bis zur Fertigstellung im Jahr 2000. „Das war schon enorm“, erinnert sich der „Vater“ des Bauwerks, das aus knapp 1000 Metern Spurlatten besteht. Diese kamen übrigens nicht von Zeche Waltrop, sondern von Zeche Ewald in Herten. Die Spurlatten aus hartem Bongossiholz hielten einst die Förderkörbe in den Schächten in der Spur. Knapp 500.000 Mark hat der Bau des Kunstwerkes einst gekostet.

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