Eine Frau klettert mithilfe eines Seils in den Bergen.
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Herausforderung: Andrea Stanzl auf dem Weg zum Gipfel.

Andrea Stanzl und Gerd Pszolla

Zwei Waltroper - auf die Zugspitze statt nach New York

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Sie wollten nach New York - und fanden sich auf der Zugspitze wieder. Auch eine beachtliche Leistung eines Waltroper Paares.

  • Die Waltroper Marathonläufer Andrea Stanzl und Gerd Pszolla hatten Startkarten für den New-York-Marathon.
  • Doch der fiel aus.
  • Also mussten neue Ziele her.

Es wäre alles perfekt gewesen: Die Waltroper Marathonläufer Andrea Stanzl und Gerd Pszolla hatten Startkarten für den New-York-Marathon ergattert. Es sollte die 50. Auflage sein, passend zum 75. Geburtstag von Pszolla. Doch dann kam Corona, der Lauf wurde abgesagt.

Erstbesteigung vor 200 Jahren

Also mussten neue Ziele her für das Paar, das mit seinen Teilnahmen an den großen Läufen in aller Welt, von Rio bis Boston, schon oft in der Zeitung stand. Die beiden lasen, dass in diesem Jahr im August der 200. Jahrestag der Erstbesteigung auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, gefeiert wird. „Wir wollten dieses Jubiläum zum Anlass nehmen, die Route der Erstbesteigung nachzugehen.“ Und einfach kann jeder, dachten sich die Sportler: „Der Anstieg durch das Reintal ist der landschaftlich schönste, aber mit 23,5 Kilometern auch der mit Abstand längste Weg“, erklärt Gerd Pszolla. Den wollten sie nehmen. „Hier ist Kondition und nochmal Kondition erforderlich.“ Und das galt umso mehr, weil sich das Paar noch selbst eine zusätzliche Herausforderung auferlegte: „Normalerweise ist die Route auf zwei Tage ausgelegt – wir wollten sie in einem schaffen.“ Das Zeitfenster zum Gipfel: neun bis maximal elf Stunden. „Wer das schafft, vor dem haben auch die Einheimischen Respekt“, wissen die Waltroper.

Erstmal musste das Waltroper Paar warten

Aber erstmal hieß es: warten. Denn das Wetter war schlecht: Regen, Schnee, Nebel, Gewitter – an einen Aufstieg war nicht zu denken. Das Wetter beruhigte sich schließlich, am sechsten Tag wagte das Paar den Aufstieg und folgte dem eingeprägten Routenverlauf. „Aber nicht so ganz, denn der Eingang zum Reintal durch die Partnachklamm war gesperrt und wir mussten zusätzlich 300 Höhenmeter auf und ab einplanen. Eine unvorhergesehene Gelegenheit, die Beinmuskulatur zu stärken“, bemerkt Pszolla lakonisch.

Anspruchsvolle letzte Meter

Kurz vor dem Ziel wird es besonders hart: Die letzten rund 300 Höhenmeter sind die anspruchsvollsten des ganzen Aufstieges. „Der Anstieg führt durch steiles Geröll, später mit Drahtseilen gesichert führt der Weg über zahlreiche Felsstufen auf dem luftigen Südgrat und weiter zum Gipfel. Hier sind Bergerfahrung vonnöten, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt“, erklärt Pszolla.

Ein Foto auf dem Gipfel

Nach neun Stunden und 35 Minuten war es geschafft. Die beiden stehen am höchsten Punkt Deutschlands, auf dem Ostgipfel der Zugspitze mit 2962 Metern Höhe. Ein letztes Foto mit dem markanten goldenen Gipfelkreuz im Hintergrund ist Pflicht, bevor es ins Münchener Haus zur verdienten Maß Bier ging. Fazit der verhinderten Marathonläufer: „Das war ein extrem langer, aber landschaftlich schöner Anstieg auf Deutschlands höchsten Gipfel.“

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