Bisher 20 Fälle bekannt

Gefährliche Corona-Mutation in Berlin: Harte Quarantäne-Maßnahmen - Angehörige kritisiert nun Klinik

In Berlin ist eine komplette Klinik wegen der Corona-Mutation B.1.1.7 abgeriegelt worden. Mittlerweile sind 20 Fälle bestätigt. Die Stadt reagiert auf die Entwicklungen.

  • Die hochansteckende Corona-Mutation B.1.1.7* breitet sich in Deutschland aus. In einer Klinik in Berlin wurden mehrere Fälle nachgewiesen. Das Personal wurde unter Quarantäne gestellt. (siehe Erstmeldung)
  • Ein Mitarbeiter der Klinik ist nicht überrascht über das Auftauchen der Mutation. (siehe Update vom 23. Januar, 19.31 Uhr).
  • Die Stadt Berlin such jetzt nach verstärkt nach weiteren Fällen. Auch die Klinik ergreift weitere Maßnahmen. (siehe Update vom 24. Januar, 21.24 Uhr)

Update vom 24. Januar, 21.24 Uhr: 20 Menschen haben sich in der Humboldt-Klinik in Berlin mit der hochansteckenden Corona-Mutation B.1.1.7 infiziert. Am Sonntag wurden laut dem Tagesspiegel keine weiteren Fälle bekannt. Einer der infizierten Patienten befindet sich jedoch nicht mehr in dem Krankenhaus: Er sei in das Vivantes-Klnikum Spandau verlegt worden und sei seitdem jedoch isoliert. „Es ist nicht auszuschließen, dass bei den nun flächendeckenden Testungen weitere Fälle gefunden werden“, sagte Vivantes-Chef Danckert. „Wir recherchieren alle internen und externen Verlegungen.“

Corona-Mutation in Berliner Klinik: Stadt macht sich auf die Suche nach weiteren Fällen

Die Frau eines Corona-Patienten meldete sich bei der Zeitung und kritisierte die Kommunikation der Klinikleitung. Angehörige seien nicht rechtzeitig informiert worden. Sie habe erst über Medienberichte von den Geschehnissen erfahren. Generell will Berlin verstärkt auf Untersuchungen von Corona-Proben setzen, um Mutationsfälle ausfindig zu machen, wie mehrere Medien in Berufung auf die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci berichteten.

Rund 1.500 Klinik-Mitarbeitenden der Humboldt-Klinik befinden sich seit Freitag in Pendelquarantäne. Sie dürfen sich nur noch zwischen Arbeitsplatz und Wohnort bewegen. Damit die Betroffenen keinen Kontakt zu anderen auf dem Arbeitsweg haben, sollen Kleinbusse sie zum Dienst und wieder nach Hause fahren. Auch Einkaufsunterstützung sollen sie erhalten.

Hochansteckende Corona-Mutation: Komplette Klinik unter Quarantäne - Security-Personal hält Wache

Update vom 23. Januar, 21.58 Uhr: Die Berliner Humboldt-Klinik des Betreibers Vivantes wurde wegen eines Corona-Ausbruchs des Mutation B.1.1.7 abgeriegelt. Es werden keinen neuen Patienten aufgenommen, es gilt ein Besuchsverbot. Das Krankenhauspersonal steht unter Pendelquarantäne. Die Angestellten sind angehalten sich nur zwischen Arbeit und zu Hause zu bewegen. Damit die Maßnahmen auch eingehalten werden, hat die Klinik Security-Personal engagiert. Das berichtete Bild.de.

„Wie lange die Quarantäne gilt, hat uns bisher noch niemand mitgeteilt“, soll eine Klinik-Mitarbeiterin gegenüber der Zeitung gesagt haben. Anders als die Eingänge des Krankenhauses wird die Mobilitätseinschränkung des Klinikpersonals nicht kontrolliert. „Die Pendel-Quarantäne erfolgt eigenverantwortlich“, erklärte eine Sprecherin gegenüber Bild.de.

Nach Corona-Mutation-Ausbruch: Berliner Klinik-Mitarbeiter besorgt

Update vom 23. Januar, 19.31 Uhr: Bis zum Samstagabend wurden in der Berliner Humboldt-Klinik 20 Personen registriert, die nachweislich mit der Coronavirus-Mutation B.1.1.7 infiziert sind. Wie der Tagesspiegel berichtet, sind vor allem Patienten betroffen. Unter den 20 Personen sollen sich sechs Angehörige des Krankenhauspersonals befinden, die auf der Station für Innere Medizin und Kardiologie arbeiten sollen. Der Ausbruch wurde durch Routine-Screenings festgestellt.

Ein Mitarbeiter wundert sich wenig darüber, dass die Mutation in dem Berliner Krankenhaus auftauchte. „Wir wussten, dass wir die Corona-Mutation im Haus hatten - und das war im Prinzip auch nichts Ungewöhnliches. Wir behandeln die meisten Corona-Fälle in Berlin. Da war es klar, dass es uns irgendwann trifft. Aber, dass sich die Mutation trotz aller Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen dann so rasant ausbreitet, damit hat keiner gerechnet“, soll der Mitarbeiter, der anonym bleiben will, gegenüber Focus Online gesagt haben.

Vor allem eine unbemerkte Verbreitung versetze ihn in Sorge. „Hunderte meiner Kollegen waren in den letzten Tagen zu Hause bei ihren Familien, sie waren unterwegs, beim Einkaufen. Es könnte sich bald herausstellen, dass nicht nur 20, sondern vielleicht schon 200 oder noch viel mehr infiziert sind. Das wäre eine Katastrophe für uns – und für Berlin.“ Am Freitagabend (22. Januar) meldete das Humboldt-Klinikum, dass das Krankenhaus wegen eines Ausbruchs der Virusform keine Patienten mehr aufnehmen kann. Anfangs war von 14 Infizierten die Rede.

Hochansteckende Corona-Mutation: Humboldt-Klinikum Berlin unter Quarantäne

Erstmeldung vom 23. Januar, 15.00 Uhr:

Berlin - In Deutschland häufen sich die Fälle der Coronavirus-Mutation B.1.1.7. Nun wurden offenbar 14 neue Fälle unter Personal und Patienten des Humboldt-Klinikums in Berlin nachgewiesen. Das berichtet der Tagesspiegel. Die komplette Klinik sei daraufhin unter Quarantäne gestellt worden.

Laut Medienbericht gehen Experten davon aus, dass eine mittlere zweistellige Zahl von Mitarbeitenden und Patienten bereits mit der Virusform infiziert sein könnte. Auch Angehörige des Krankenhauspersonals könnten demnach betroffen sein, es seien schon erste Symptome aufgetreten.

Corona-Mutation in Berlin: Klinikpersonal in „Pendel-Quarantäne“ - Patientenaufnahme gestoppt

Das Klinikpersonal wurde unter sogenannte „Pendel-Quarantäne“ gestellt. Das bedeutet, die Mitarbeiter dürfen nur zwischen Arbeit und Wohnung pendeln, dabei aber nicht die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Darüber hinaus wurde die Patientenaufnahme vorerst gestoppt, um die Ausbreitung der Coronavirus-Variante B.1.1.7 zu verhindern.

Die Mutation B.1.1.7* war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich rasch ausgebreitet. Nach Ansicht britischer Experten ist die in Großbritannien aufgetretene Variante 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar* und möglicherweise sogar tödlicher als die bislang vorherrschende. (sk) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Paul Zinken / dpa / picture alliance

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