Neue Chronologie der Pandemie

Corona-Beginn: Brisanter WHO-Bericht belastet China jetzt schwer

Die WHO überarbeitete ihre Chronologie der Corona-Pandemie. Wie nun deutlich hervorgeht informierte ein WHO-Büro in China Genf über eine mysteriöse Lungenkrankheit und nicht die chinesische Regierung. 

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) überarbeitete ihre ursprüngliche Chronologie über die Pandemie des Coronavirus*.
  • Die WHO musste zweimal bei chinesischen Behörden über einemysteriöse Lungenkrankheit nachfragen, bis sie eine Antwort erhielt.
  • Ein WHO-Büro aus China informierte den Sitz in Genf über eine „virale Lungenentzündung“, die sich als Covid-19 herausstellte.
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Genf - Immer wieder stand die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Kritik, zu spät auf das Virus, das zum ersten Mal in China auftrat, reagiert zu haben. Nun ist jedoch durch eine neue Chronologie über die Corona-Pandemie klar, dass China erst nach zweimaligem Nachfragen seitens der WHO, den Ausbruch einer mysteriösen Lungenkrankheit bestätigte, die sich später als Covid-19 herausstellte. 

Corona in China: WHO ändert Chronologie zur Pandemie

In der ursprünglichen Fassung konnte der Eindruck entstehen, als haben die chinesischen Behörden, die WHO über „virale Lungenentzündung“ informiert, denn da hieß es es lediglich, dass die Gesundheitskommission der Stadt Wuhan am 31. Dezember über Fälle von Lungenentzündung informiert habe. Diese Ansicht wurde durch die Pressekonferenz des WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am 20. April gestützt. In dieser erklärte er, dass die ersten Berichte über Corona-Fälle aus China stammten. Welcher Art die Information war, ging aus dem Bericht nicht hervor. Jedoch lag lediglich eine Pressemitteilung auf der Webseite der Gesundheitsbehörden in Wuhan dazu vor.

Die Chronologie wurde nun wie folgt abgeändert: „Das WHO-Länderbüro in China wurde auf eine Pressemitteilung auf der Webseite der städtischen Gesundheitskommission von Wuhan über Fälle von „viraler Lungenentzündung“ in Wuhan, China, aufmerksam.“

China: WHO musste zweimal bei Behörden zu Corona-Fällen nachfragen

Als Reaktion auf die Infektionsfälle forderte die WHO nach eigenen Angaben die chinesischen Behörden am 1. und am 2. Jan uar auf, Informationen dazu zu übermitteln. Dieser Bitte seien sie nach zweimaliger Nachfrage am 3. Januar nachgekommen. In der Chronologie ist nun vermerkt: „Chinesische Beamte lieferten der WHO Informationen über einen in Wuhan identifizierten Cluster von Fällen „viraler Lungenentzündung unbekannter Ursache“.

Da das Coronavirus nach wie vor nicht besiegt ist gilt:

China: Vorgehen bei Corona war laut WHO nicht ungewöhnlich

Der Vorgang an sich sei jedoch nichts ungewöhnliches, so der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitagabend in Genf, da oft nationale Gesundheitsbehörden Angaben aus Provinzen zunächst verifizieren müssten.

Nach Angaben von Ryan hatten die chinesischen Behörden auf Nachfrage zwar umgehend bestätigt, dass es sich bei der Pressemitteilung um eine offizielle Mitteilung handelte. Sie habe die darin genannten Fakten aber zunächst prüfen müssen. Länder sollten solche Angaben innerhalb von 24 bis 48 Stunden verifizieren.

Coronavirus: Trump kritisiert WHO und Vorgehen Chinas

US-Präsident Donald Trump hat der WHO wiederholt vorgeworfen, zu China-freundlich zu sein und nicht angemessen gegen das neuartige Coronaviru s vorgegangen zu sein. Deswegen stoppte Trump zunächst die US-Zahlungen an die WHO ein und verkündete Ende Mai den Austritt seines Landes aus der UN-Unterorganisation. China wirft Trump dagegen vor, zu spät über das Coronavirus informiert zu haben. 

Die Zahlen über neue Corona-Infektionen steigt in den USA weiterhin, doch Trump feiert mit seinen Anhängern. (SL mit Information von dpa/AFP) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Xiao Yijiu/XinHua/dpa (Symbolfoto)

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