Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech, steht auf dem Firmengelände
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Biontech-Chef Ugur Sahin ist optimistisch.

Alle Entwicklungen im News-Ticker

Corona in Deutschland: RKI meldet neue Fallzahlen - Biontech-Chef macht Hoffnung

Die Corona-Zahlen in Deutschland stagnieren. Biontech-Chef Ugur Sahin macht in einem Interview Hoffnung und nennt einen Zeitpunkt für die „Herdenimmunität“.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Corona-Infektionen sowie der R-Wert steigen mitten im Lockdown.
  • Berlins Amtsärzte fordern eine neue Corona-Lockerungsstrategie. (Update vom 22. Februar, 13.15 Uhr)
  • Biontech-Chef Ugur Sahin macht Hoffnung und nennt einen Termin für die „Herdenimmunität“. (siehe Update vom 22. Februar, 20.41 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Krise in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 23. Februar finden Sie hier.

Update vom 23. Februar, 6.25 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 3883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden binnen 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle vermeldet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 6.15 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die 7-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 60,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Vor vier Wochen, am 26. Januar, lag die Inzidenz noch bei einem Wert von 107,6. Der bundesweite 7-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,05 (Vortag 1,10). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter dem Wert 1, flacht das Infektionsgeschehen ab.

Corona in Deutschland: Biontech-Chef nennt Termin für „Herdenimmunität“

Update vom 22. Februar, 20.41 Uhr: Obwohl die Corona-Impfungen in Deutschland eher schleppend vorangehen, hat sich Biontech-Chef Ugur Sahin optimistisch geäußert. „Bis Ende des Sommers haben wir Herdenimmunität“, meinte Sahin laut Focus.de auf der Innovationskonferenz „DLD All Stars“ von Hubert Burda Media.

Der Chef des Impfstoffherstellers ist zudem überzeugt, dass man auch das Problem der Corona-Mutationen in den Griff kriegen wird. „Ich bin nicht sehr besorgt über die Mutationen“, sagte Sahin, mahnte dennoch: „Aber wir müssen vorbereitet sein.“ Erst müssten Prozesse etabliert werden. Dadurch würde der Grundstein dafür gelegt, innerhalb kurzer Zeit angepaßte Varianten des Impfstoffs herstellen zu können, so der Wissenschaftler weiter.

Corona in Deutschland: Impfreihenfolge wird geändert - Erzieher und Lehrer schneller dran

Update vom 22. Februar, 19.18 Uhr: Zuletzt mehrten sich die Forderungen, die Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland in der Impfreihenfolge vorzuziehen. Nun haben sich Bund und Länder auf eine entsprechende Änderung geeinigt.

Auf der Gesundheitsministerkonferenz am Montag wurde laut deren Vorsitzenden Klaus Holetschek die Neueinstufung der Pädagogen einstimmig beschlossen. Dadurch rücken Erzieherinnen und Erzieher wie auch Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen in Prioritätsgruppe zwei vor. Bisher gehörten diese zu Gruppe drei.

„Die Bundesländer haben sich ohne Gegenstimmen für diese neue Regelung ausgesprochen“, erklärte CSU-Politiker Holetschek. Darüber hinaus sei den Gesundheitsministern der Länder von Jens Spahn (CDU) eine Zusage gemacht worden. Der Bundesgesundheitsminister will die Änderung im Schnellverfahren bis Mitte dieser Woche in die Corona-Impfverordnung aufnehmen.

Update vom 22. Februar, 18.35 Uhr: Erfreulicher Trend bei der Corona-Warnapp: Bei einem positiven Testergebnis nutzen inzwischen rund 60 Prozent die App, um ihre Kontakte zu warnen. Das gab die Bundesregierung am Montag bekannt. 2020 war der Zuspruch für die Corona-Warnapp deutlich geringer. Im vergangenen Jahr lag die Warnquote zwischenzeitlich lediglich bei 30 bis 40 Prozent. Inzwischen haben knapp 25,8 Millionen Menschen die App auf ihr Smartphone heruntergeladen. Am Nutzen der App hatte es wegen technischer Probleme immer wieder Kritik gegeben.

Video: Ausgangssperre gerade aufgehoben: Bayerische Stadt überschreitet nur einen Tag später wieder 100er-Inzidenz

Corona in Deutschland: Amtsärzte fordern neue Lockdown-Strategie

Update vom 22. Februar, 13.15 Uhr: Berlins Amtsärzte fordern nach einem Bericht, Lockerungen nicht mehr an generelle Inzidenzwerte zu knüpfen. Es sei „nicht zielführend, Eindämmungsmaßnahmen an Inzidenzen von 20/35/50“ zu koppeln, heißt es dem Tagesspiegel zufolge in einer Stellungnahme aller zwölf Amtsärzte für die Senatskanzlei. Die Mediziner schlagen demnach „intensive Maßnahmen der Infektionsprävention“ für Alte und Kranke und gleichzeitig eine Abmilderung der Maßnahmen für andere Gruppen wie Schulkinder vor.

„Diese Inzidenzen bilden nicht das wirkliche Infektionsgeschehen ab“, schreiben die Amtsärzte. Die Inzidenzen seien von Testkapazitäten und dem Testwillen der Menschen abhängig. „Dadurch kommt es zu Schwankungen, die nicht die infektiologische Lage widerspiegeln“, zitiert das Blatt die Ärzte. Notwendig sei eine nach Altersgruppen ausgerichtete Inzidenzanalyse als „Frühwarnsystem“.

Aus dem Kreis der Amtsärzte hieß es laut Tagesspiegel, es sei ein „großer Unterschied“, ob bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50 Menschen über 80 durchgeimpft und alle Infizierten symptomfreie Kinder seien - oder ob vor allem Risikogruppen betroffen seien. Danach müsse man die politischen Maßnahmen ausrichten.

Corona in Deutschland: Impfstoff-Preis durch Politik unnötig hoch gehalten? Brisante Enthüllung

Update vom 22. Februar, 10.40 Uhr: Laut einem Spiegel-Bericht soll Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) die Preise für Corona-Impfstoffe und -Tests offenbar künstlich hoch halten. Demnach verzichtet Scholz darauf, die Mehrwertsteuer auf den Verkaufspreis auszusetzen, obwohl es ihm seit Beginn des Jahres erlaubt wäre. Der Europäische Rat habe Mitte Dezember beschlossen, den Mitgliedsländern die Möglichkeit einzuräumen, den regulären Steuersatz auf Impfstoffe und Tests auf den ermäßigten Tarif zu senken oder gleich ganz auf die Steuer zu verzichten.

Testungen und Impfungen würden durch einen Verzicht auf die Mehrwertsteuer deutlich günstiger. Dem Bericht zufolge resultiert aus der Steuererhebung für den Bund ein Verlustgeschäft. Denn: Bund und Länder teilen sich das Aufkommen aus der Mehrwertsteuer. Wenn der Bund auf Impfstoffe und Tests Mehrwertsteuer bezahlt, fließt die Hälfte den Ländern zu.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag. (Archivbild)

Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser könnten bei niedrigeren Preisen für Corona-Tests für das gleiche Geld mehr Testungen durchführen. Laut Spiegel drängt die Opposition darauf, dass Scholz den Mehrwertsteuerrabatt noch in das dritte Corona-Steueränderungsgesetz aufnimmt. Es soll noch in dieser Woche im Bundestag verabschiedet werden.

FDP-Finanzexperte Markus Herbrand nennt das Zögern des Finanzminister „ein eklatantes Missmanagement“. Nicht nur der Bundeshaushalt werde unnötig belastet, auch die Pflegeversicherungen bräuchten die in der EU-Richtlinie vorgesehene Unterstützung dringend, erklärte Herbrand. Das Bundesfinanzministerium erklärte auf Spiegel-Nachfrage, dass es die Mehrwertsteuerentlastung derzeit prüfe.

Corona in Deutschland: Oberster Intensivmediziner zuversichtlich

Update vom 22. Februar, 7.15 Uhr: Gernot Marx, der Präsident der deutschen Intensivmediziner ist zuversichtlich, dass Deutschland die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle bekommen kann. „Wenn sich jetzt alle Menschen bald gut durchimpfen lassen, dann könnte es sein, dass wir Corona Ende des dritten Quartals 2021, also im Herbst, im Griff haben“, erklärte Marx der Augsburger Allgemeinen. „Aber das setzt wirklich voraus, dass sich so gut wie alle impfen lassen. Sonst entstehen in der Zwischenzeit wieder neue Mutanten.“

Die Ausbreitung der britischen Virus-Variante, die deutlich ansteckender ist, bereitet dem Intensivmediziner Sorge. Marx rechnet wie viele andere damit, dass die Corona-Zahlen deshalb wieder nach oben gehen werden: „Wir gehen von einer dritten Welle aus“, sagte er. „Unsere Bitte lautet darum: Lassen Sie sich impfen - auch mit Astrazeneca.“

Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist die Lage in den Kliniken inzwischen besser als zu Beginn des Jahres. „Die Lage hat sich im Vergleich zum Höchststand der zweiten Welle spürbar entspannt“, sagte der designierte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß der Welt. Anfang Januar habe es fast 6000 Intensivpatienten und 25.000 Patienten auf den Infektionsstationen gegeben, mittlerweile sei man bei etwa 3000 im Intensivbereich.

„Das bedarf immer noch eines erhöhten Infektionsschutzes und großer Aufmerksamkeit, wir sind aber von dieser Maximalbelastung weg. Das macht mich sehr zufrieden“, so Gaß, der bis Ende 2020 auch Präsident der DKG war. „Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir sagen können: Wir sind nicht überlastet.“

Corona in Deutschland: RKI meldet neue Zahlen - Inzidenz steigt auf 61

Update vom 22. Februar, 6.25 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 4369 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden 62 weitere Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Das geht aus den Zahlen des RKI vom Montagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4426 Neuinfektionen und 116 neue Todesfälle vermeldet.

RKI-Chef Lothar Wieler bei einer Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.

Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 6.15 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die 7-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 61,0 - und damit höher als am Vortag (60,2). Vor vier Wochen, am 25. Januar, lag die Inzidenz noch beim Wert von 111,2. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut dem RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 1,10 (Vortag 1,07). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter dem Wert 1, flacht das Infektionsgeschehen ab.

Corona in Deutschland: Massive Impf-Panne in Sachsen

Update vom 21. Februar, 21.15 Uhr: Die nächste Impf-Panne in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland - diesmal geht es um das Impf-Portal des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sachsen.

Denn: Am Freitag (19. Februar) wurde das Portal kurzzeitig für Lehrer, Polizisten und Beschäftigte der Gesundheitsverwaltung freigeschaltet. Das berichtet die Bild. Das Problem: Diese Berufsgruppen sind noch gar nicht an der Reihe, momentan werden eigentlich ausschließlich Menschen über 80, Pflegeheimbewohner und medizinisches Personal gegen Corona geimpft.

„Am Freitag gab es kurzzeitig Impftermine für Lehrer, Erzieher und Polizisten. Später durften dann nur noch Lehrer und Polizisten, was natürlich die Erzieher ärgerte. Wenn das alles nur ein Versehen gewesen sein soll, dann mach ich doch nicht noch eine Änderung auf dem Impf-Portal, bevor ich es wieder ganz abschalte“, erklärte Ursula Kruse, Sachsen-Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft der Bild. Offensichtlich ein Missgeschick.

Kommende Woche sollen Lehrer und Erzieher aus der Prioritätenliste drei in die zweite Kategorie vorgezogen werden - aber momentan sind weiterhin die Covid-19-Risikogruppen dran.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Mehr als 4,8 Millionen Corona-Impfungen

Update vom 21. Februar, 19.40 Uhr: Ein Blick auf die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland.

Stand Freitagabend, 19. Februar, waren in der Bundesrepublik 4.869.641 Impfdosen gegen Corona verabreicht. Das geht aus der neuesten Aktualisierung des Impfdashboards der Bundesregierung hervor. Wieviele Impfungen am Wochenende erfolgten, ist darin noch nicht enthalten. Am Freitag gab es insgesamt 140.491.

1.690.351 Personen haben demnach bereits eine Zweitimpfung gegen das heimtückische Virus erhalten. Laut Impf-Uhr wird alle 0,7 Sekunden ein Mensch in Deutschland geimpft.

Corona-Pandemie: Kontrollen an der Grenze durch die luxemburgische Polizei.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Luxemburg will Grenzschließung wegen Mutationen verhindern

Update vom 21. Februar, 17.10 Uhr: Zu Tirol und Tschechien hat Deutschland die Grenzen wegen der Ausbreitung der Corona-Mutationen schon geschlossen. Jetzt hat Luxemburg die Bundesrepublik eindringlich wegen einer möglichen Grenzschließung zum Großherzogtum gewarnt.

Wir dürfen Hunderttausenden von Grenzpendlern das Leben nicht unnötig schwer machen.

Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg

„Natürlich muss es angesichts der Virusmutationen Tests geben, aber wir müssen alles dafür tun, dass die Pendler ohne Einschränkungen zu ihren Arbeitsplätzen kommen“, sagte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „60 Prozent der Beschäftigten in unseren Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen sind Grenzgänger. Wenn diese Pendler nicht mehr einreisen können, dann bricht das Gesundheitssystem in Luxemburg zusammen.“

Asselborn meinte weiter: „Wir dürfen Hunderttausenden von Grenzpendlern das Leben nicht unnötig schwer machen. Allein nach Luxemburg pendeln jeden Tag 100.000 Menschen aus Frankreich, 50.000 aus Deutschland und 50.000 aus Belgien.“

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Viele Gesundheitsämter nutzen Corona-Software Sormas nicht

Update vom 21. Februar, 16.50 Uhr: Die Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten durch Gesundheitsämter in Deutschland steht seit Monaten im Fokus: Die Politik rechtfertigt Lockdown-Maßnahmen in der Coronavirus-Pandemie oft damit, dass die Behörden in der Lage sein müssten, Infektionsquellen nachzuvollziehen.

Aber wie die Welt am Sonntag nun unter Berufung auf Zahlen des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung berichtet, nutzen nur 84 von 375 Gesundheitsämtern in der Bundesrepublik die Corona-Software Sormas überhaupt. Diese soll die Zusammenarbeit zwischen den Behörden vereinfachen und vereinheitlichen - eigentlich.

Dem Bericht zufolge hätten aber nur 239 Gesundheitsämter die Software bislang eingerichtet.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder

Erstmeldung vom 21. Februar: München - „Ich halte es für gesichert, dass diese Zahlen darauf hinweisen, dass wir am Beginn der dritten Welle sind“, warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus* steigen in Deutschland wieder - und das mitten im Lockdown. Sogar bevor weitreichende Lockerungen überhaupt beschlossen wurden. Es sei deutlich, so Lauterbach im Interview mit dem SWR, „der Lockdown ist stark genug, um die alte Virus-Variante zu bekämpfen - aber die neuen Varianten dehnen sich weiter aus.“ Und er legt noch nach: „Die Mutationen könnte eine neue Pandemie auslösen.“

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der britischen Variante B.1.1.7.* und der südafrikansichen Mutante B.1.351. Am Montag, 22. Februar, startet in den zehn Bundesländern teilweise wieder Präsenz in Grundschulen und Kitas. Ein kritisches Moment in der aktuellen Corona*-Krise, findet der Experte - er habe auf Wechselunterricht und Antigentests gehofft. „Jetzt sind die Antigentests noch nicht da“, so Lauterbach. „Von daher geht man in den Schulen, das muss man klar sagen, in das Risiko hinein.“ Er plädiert dafür, die Antigentests möglichst rasch und gezielt in den Schulen zum Einsatz zu bringen.

Corona in Deutschland: RKI meldet Anstieg der Zahlen - beunruhigende Tendenz durch Mutationen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut* (RKI) binnen eines Tages 7676 Corona*-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 145 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb 24 Stunden registriert, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervorgeht. 1500 Neuinfektionen mehr, als noch vor einer Woche: Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI innerhalb eines Tages 6114 Neuinfektionen und 218 neue Todesfälle verzeichnet. Somit weisen die Fallzahlen in Deutschland wieder einen steigenden Trend auf, nachdem sie über einen langen Zeitraum hinweg stets gesunken waren.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz*) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 60,2 - und damit erneut höher als am Vortag (57,8).

R-Wert in Deutschland so hoch wie seit Wochen nicht mehr - trotz Corona-Lockdown

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Samstagnachmittag mit 1,07 an (Vortag 1,01). Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten. Der gefährliche Trend in allen drei Bereichen der Richtwerte ist laut RKI-Lagebericht vom Samstag deutlich: Tendenz steigend.

„Deutschland ist in einer echt schwierigen Phase“ der Corona-Pandemie, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Online-Diskussion*. Die steigenden Zahlen treffen nun - unabhängig der gesenkten Richtwerte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) - auf eine Gesellschaft, die die ersten Lockerung schon in greifbarer Nähe wähnte. Doch ob im März mit Lockerungen zu rechnen sei, sei von der Entwicklung der Verbreitung der Mutation* abhängig, so der Gesundheitsminister.

Coronavirus in Deutschland: Spahn senkt Hoffnung auf Lockerungen im März

In den vergangenen Wochen mehren sich die Stimmen der Maßnahmen müden Bevölkerung. Selbst der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der in den vergangenen Monaten immer wieder als Macher in der Corona-Krise auftrat - und damit durchaus deutschlandweit Pluspunkte sammeln konnte - war in der Beliebtheit wieder abgesunken.

Ob es nun zu dem dreiteiligen Stufenplan kommt, der am Montag offiziell verkündet werden sollte*, bleibt wohl unsicher. Ein Hoffnungsschimmer bietet nun aber eine Studie aus Israel - die Biontech-Impfungen* sollten nicht nur vor einer Infektion, sondern auch vor der Verbreitung des Virus schützen. Gibt es genügend Impfstoff für die Bevölkerung, wäre damit eine Rückkehr in eine Normalität zumindest denkbar. Israel war eines der Länder mit besonders harten Lockdown-Regeln und hat nun in einer Hauruck-Aktion wieder gelockert*. (nai) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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