Elaine Arbeau wischt sich nach dem Verweis aus der Bingo-Halle eine Träne aus dem Auge.
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Opfer der rigorosen Corona-Maßnahmen: Elaine Arbeau wird in ihrer bevorzugten Bingo-Spielhalle nicht mehr mit offenen Armen empfangen.

Sohn macht Fall öffentlich

Corona-Wirrwarr: Krebskranke Frau aus Spielhalle geworfen - weil sie Loch im Hals nicht bedecken kann

Eine krebskranke Frau freute sich nach dem monatelangen Shutdown in Kanada auf einen netten Abend in einer Bingo-Halle. Doch dort war sie nicht erwünscht - weil sie durch ein Loch im Hals atmet.

  • In der kanadischen Region Durham gilt wie in Deutschland eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden.
  • Eine 67-jährige Frau wurde aus einer Bingo-Spielhalle geworfen, weil sie ein Loch in ihrem Hals, durch das sie atmet, nicht bedecken kann.
  • Ihr Sohn macht den Vorfall öffentlich und tritt auch im TV auf.

Ontario/München - Elaine Arbeau zählt zu den Menschen, die besonders unter der Corona-Pandemie* zu leiden haben. Denn der Körper der 67-Jährigen aus dem kanadischen Ontario wurde in den vergangenen 20 Jahren von diversen Krebsarten befallen und in Mitleidenschaft gezogen. Heißt: Arbeau gehört zum Kreis der Risikopatienten. Entsprechend vermied sie in den vergangenen Wochen und Monaten beinahe jeglichen sozialen Kontakt, war laut ihrem Sohn Joe Gilbert seit einem halben Jahr beinahe rund um die Uhr zu Hause.

Denn natürlich wollte die Seniorin, die sich schon so vielen tückischen Krankheiten stellen musste und entsprechend körperlich geschwächt ist, eine Infektion möglichst vermeiden. Verzichten musste Arbeau auch auf eine ihrer großen Leidenschaften: das Bingospielen. Als nach Ende des Shutdowns auch die Spielhallen wieder öffneten, konnte es die Seniorin gar nicht abwarten, endlich wieder spielen zu gehen. Und natürlich ihre Freundinnen wiederzusehen.

Corona-Krise: Frau wegen Loch im Hals aus Spielhalle geworfen - Maskenpflicht rigoros durchgesetzt

Doch daraus wurde nichts. Und das ist der eigentliche Grund, warum sich ihr Sohn an die Öffentlichkeit wandte. Denn kaum hatte Arbeau die Bingo-Halle betreten, wurden die Sicherheitskräfte auf die zierliche Frau aufmerksam. Das Anliegen der Security: Sie möge doch bitte das Loch in ihrem Hals - die Folge eines Luftröhrenschnitts wegen ihrer Lungenkrebserkrankung - bedecken, schließlich herrsche Maskenpflicht* in dem Gebäude.

Wobei es sich nicht wirklich um eine Bitte handelte. Sondern um eine klare Aufforderung. Andernfalls müsse Arbeau die Halle sofort wieder verlassen, wurde ihr klargemacht. Auch ihr Hinweis, dass sie eben wegen dieser lebensbedrohlichen Erkrankung durch das Loch im Hals atme und dieses auf keinen Fall verdecken könnte, half nicht. Ihrem Sohn zufolge wurde sie wegen Verstoßes gegen die Corona-Maßnahmen aus dem Gebäude komplementiert. Da half kein Flehen und kein Erklären.

Corona-Krise: Frau wegen Loch im Hals aus Spielhalle geworfen - Maskenpflicht rigoros durchgesetzt

Für Arbeau brach eine Welt zusammen. Schließlich passierte all das vor den Augen ihrer Freundinnen, die wahrscheinlich gar nicht begriffen, was da gerade passierte. Völlig aufgelöst fand sie sich schließlich mit der Betriebsleiterin auf dem Parkplatz wieder. Die Tränen konnte Arbeau schließlich nicht mehr zurückhalten. Erst dort habe die Betriebsleiterin begriffen, was sie und ihr Team angerichtet hätten. „Sie realisierte, wie traurig meine Mutter war, und bot ihr an, wieder mit reinzukommen“, schrieb Gilbert: „Meine Mutter stand aber völlig neben sich und war mit der Situation überfordert. Sie ist dann gegangen.“ Arbeau sei schlicht zu beschämt von dem Erlebten gewesen.

Seit diesem Erlebnis stehe seine Mutter mit der Lotto- und Spielgesellschaft in Kontakt. Ihr sei versichert worden, unabhängig von dem Loch in ihrem Hals jede Spielhalle betreten zu können. Nach vielen Gesprächen mit Freunden, ihrer Familie und Bekannten habe sie sich auch dazu entschlossen. Und so habe sie am letzten Samstag im August ihren ersten Bingo-Abend seit der Corona-Pandemie genossen. Dennoch lasse sie der unwirsche Rauswurf keineswegs los.

Corona-Krise: Frau wegen Loch im Hals aus Spielhalle geworfen - „Sie hat keine Stimme“

Meine arme Mutter hat da keine Stimme, deshalb hoffe ich auf diesem Weg viele Menschen zu erreichen, die ihr eine geben“, erklärte Gilbert seinen Facebook-Post: „So etwas sollte niemandem in der Position meiner Mutter zustoßen.“ Dem Eintrag fügte er Bilder und ein Video von seiner aufgelöste Mutter bei. Auch für ihn sei es die Hölle gewesen.

„Was sie getan haben, war falsch“, betonte Gilbert bei einem Auftritt bei CTV News Toronto: „Das Loch kann nicht bedeckt werden, weil sie dadurch atmet. Sie kann nicht durch Mund oder Nase atmen.“ Würde man das Loch im Hals doch bedecken, „könnte man jemandem genauso gut die lebenserhaltenden Maßnahmen abschalten“.

Corona-Krise: Frau wegen Loch im Hals aus Spielhalle geworfen - Geschäftsführer rät im TV von Besuch ab

Auch wenn das Maskentragen in der betroffenen Region Durham vorgegeben wird, gibt es auch Ausnahmen. Etwa, falls diese Schutzbedeckung Menschen bei der Möglichkeit zu Atmen auf irgendeine Weise beeinträchtigt. In der CTV-Sendung sagte der Geschäftsführer vom Hallenbetreiber „Delta Bingo“, Cam Johnston, er werde den Vorgang genau unter die Lupe nehmen und in Kürze eine Entscheidung dazu fällen.

Allerdings vertrete er auch die Meinung, dass Menschen, die keine Masken tragen könnten, die Spielhallen in diesen Zeiten lieber nicht besuchen sollten. „Das ist das Beste für sie“, führte Johnston aus. Zwar fühle er mit Arbeau, doch die Sicherheit stehe „aktuell an erster Stelle“. Jeder müsse geschützt werden, „aber meine erste Sorge gilt der Gesundheit und Sicherheit* aller Kunden und Mitarbeiter“.

Wirklich erwünscht scheint Arbeau in ihrer bevorzugten Spielhalle also nicht mehr zu sein. Auch deshalb leidet sie wohl mehr als viele andere Menschen unter der Corona-Pandemie. (mg) *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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Nach einer Corona-Infektion offenbarte sich bei einem Patienten eine beunruhigende Nebenwirkung. Bei einer Klassenfahrt in Corona-Zeiten haben sich 20 Schüler infiziert. Eltern waren offenbar so sehr in Panik, dass sie ihre Kinder über Monate in ihren Zimmern isoliert haben.

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