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In Grafenwöhr kontrollierte ein Polizist eine junge Frau - und bot ihr einen Straferlass für eine Gegenleistung an. (Symbolbild)

Urteil gefallen

Beamter nach Skandal-Polizeikontrolle aus Dienst entfernt - „Er war sehr unappetlich“

Ein Polizist kontrollierte eine 25-jährige Autofahrerin. Er drohte ihre eine Strafe an - und eine Möglichkeit, sie zu umgehen. Jetzt wurde er verurteilt.

  • Einer Frau drohte bei einer Kontrolle eine Strafe von 600 Euro.
  • Ein Polizist bot ihr Straferlass an - für eine Gegenleistung.
  • Die Frau zeigte den Beamten an.

Grafenwöhr - Ein Polizist bot einer Autofahrerin (25) bei einer Kontrolle Straferlass gegen sexuelle Handlungen an. Jetzt hat das Amtsgericht den Mann verurteilt - zu einem Jahr und drei Monaten Haft. Damit ist die Polizeikarriere des 48-Jährigen zu Ende, wie onetz.de berichtet.

Autofahrerin umfährt Baustelle und gerät in schockierende Polizeikontrolle

Im Mai 2019 ereignete sich die folgenschwere Kontrolle. Die 25-jährige Autofahrerin hatte bei Grafenwöhr eine Baustelle umfahren wollen. Dazu hatte sie laut onetz.de einen nicht für den Verkehr freigegebenen Forstweg benutzt. Am Ende des Weges zog die Streife die junge Frau heraus.

Bei der Kontrolle wurden zwei Teleskop-Schlagstöcke sowie ein Elektroschocker, getarnt als Taschenlampe, entdeckt. Die Tschechin gab an, die Gegenstände zu ihrem eigenen Schutz gekauft zu haben. Der 48-jährige Polizeibeamte stellte eine Strafe von rund 600 Euro in Aussicht. Aber die 25-Jährige könne ihm „etwas Gutes tun“ und sich zwei Stunden mit ihm treffen. Der Polizist machte dazu eindeutige Gesten. 

Frau ruft nach Polizeikontrolle weinend Schwester an - Ermittlungen laufen an

Die 25-Jährige sagte mehrfach, dass sie das nicht mache und lieber zahlen werde. Der Beamte forderte sie jedoch auf, sich nackt zu zeigen. Das habe sie letztlich auch gemacht. „Ich dachte, dann ist es in ein paar Sekunden vorbei, sonst hält er mich noch länger fest. Ich habe doch keine Chance gegen die deutsche Polizei“, wird die Frau bei onetz.de zitiert. Die Schlagstöcke und den Elektroschocker behielt der Polizist ein. 

Video: Tödliche Polizeikontrolle in Vellmar 

Die Tschechin, die in Deutschland arbeitet, rief danach sofort weinend ihre Schwester an, die sie zur Polizeiinspektion brachte. Eine Beamtin des Landeskriminalamtes, Interne Ermittlungen, übernahm den Fall. Sie wartete laut onetz.de eine Nachtschicht ab, ob der Beamte den Vorgang doch noch im Computer anlegen würde. Da dies nicht geschah, leitete sie Durchsuchungen in der Dienststelle und im Haus des Beamten ein. Die Schlagstöcke und der Elektroschocker wurden nie aufgefunden. 

Polizist vor Gericht: Beamter in Behandlung

Der Vorfall war für die junge Frau sehr unangenehm. „Er war sehr unappetlich.“ Das Vertrauen in die deutsche Polizei habe sie verloren. „Ich hatte mich in Deutschland immer sicher gefühlt. Jetzt ist das nicht mehr der Fall“. Während des Prozesses äußerte sich der angeklagte Beamte nur selten, wie onetz.de berichtet. „Es ist sehr, sehr schwierig für mich“, meinte er angesprochen auf die Beendigung seines Dienstverhältnisses.

Sein Geständnis ließ er über seinen Anwalt verlesen. Dieser plädierte aufgrund der erheblichen Konsequenzen auf elf Monate für den zweifachen Vater, der neben seiner Frau auch eine Lebensgefährtin hat. Der 48-Jährige befindet sich nach eigenen Angaben in psychiatrischer Behandlung - wegen einer „Störung der Persönlichkeit“. An die Geschädigte richtete er: „Ich wollte mich bei Ihnen entschuldigen für mein Fehlverhalten.“ Das berichtet onetz.de. 

Bei einer Polizeikontrolle in Bad Brückenau hat sich ein Zwischenfall ereignet. Ein Mann zielte mit einer Waffe auf einen Polizisten - ein Schuss löste sich.*

48-Jähriger vor Ende seiner Polizeikarriere: Mann war schon einmal kurz vor Rauswurf

Der 27-jährige Streifenpartner des Mannes wurde in die Sache mit hineingezogen. Die Frau nahm den jungen Mann jedoch in Schutz. Dieser habe die Anzüglichkeiten erst später begriffen und sich dann entfernt, „um sich das nicht anhören zu müssen“. Aussagen musste der Mann nicht, sein Strafverfahren ist vorläufig eingestellt, ein beamtenrechtliches Verfahren läuft noch, wie onetz.de berichtet.

Der 48-jährige Polizist wäre schon einmal beinahe aus dem Polizeidienst entlassen worden. 2008 hatte er auf auf dem Weidener Großparkplatz eine Heranwachsende sexuell genötigt, die er in der Nacht zuvor im Dienst kennengelernt hatte. Der Mann kam damals mit neun Monaten auf Bewährung davon. Der Freistaat stufte den Mann laut onetz.de zurück und versetzte ihn nach Regensburg, nach fünf Jahren kam er dann zur Polizeiinspektion Eschenbach, bei der sich der Vorfall schließlich ereignete.

Eine Polizistin sichtete in einer Zeitung Todesanzeigen. Zusammen mit ihrer Ex-Freundin setzte sie dann einen perfiden Plan um - und das war noch nicht alles.

In den Kitzbüheler Alpen kam es zu einer dramatischen Rettungsaktion. Eine bayerische Frau verletzte sich und musste in einer dramatischen Bergung gerettet werden.

Wegen sexuellen Missbrauchs wurde gegen den Jugendtrainer eines Sportvereins Haftbefehl erlassen. Er soll Jugendliche dazu gebracht haben, Nacktfotos von sich zu schicken.

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