Schneller als die Impfung

Corona-Ausbruch in Altenheim: 15 Bewohner gestorben - Britische Mutation nachgewiesen

In einer Senioreneinrichtung haben sich über 70 Personen mit Corona infiziert. Mehrere Bewohner sind gestorben. Schuld an der Ausbreitung ist die britische Corona-Variante B 1.1.7.

Leverkusen - Ausgerechnet in Alten- und Pflegeheimen schlägt das Coronavirus immer wieder besonders hart zu. Nun gibt es erneut einen bedrückenden Fall: In einem Seniorenzentrum in Leverkusen sind nach einem Corona-Ausbruch 15 Bewohner gestorben. 

Insgesamt hätten sich 47 ältere Menschen und 25 Mitarbeiter angesteckt, sagte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen am Sonntag. In dem Seniorenheim sei die als besonders ansteckend geltende Mutation B 1.1.7* des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Diese Variante war zunächst in Großbritannien entdeckt worden, doch mittlerweile gibt es auch mehrere nachgewiesene Ausbrüche in Deutschland. Auch deshalb diskutiert die Politik, wie und ob der Corona-Lockdown verlängert werden sollte. Denn zurzeit erreichen schlimme Meldungen aus Portugal die Welt: Dort kursiert die britische Variante besonders stark.

Corona-Ausbruch in Seniorenzentrum: Impfung erfolgte erst nach Diagnose des ersten Falls

In dem Seniorenzentrum in Leverkusen war der erste Corona-Fall am 28. Dezember 2020 diagnostiziert worden, wie die Sprecherin sagte. Danach habe sich die Infektion sukzessive ausgebreitet. Im Nachhinein sei nachvollzogen worden, dass das Virus durch das Personal in das Seniorenheim eingetragen worden sei. Die Infektion sei bereits vor der ersten Impfung* von Heimbewohnern und Mitarbeitern am 30. Dezember erfolgt.

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenzentrum in Leverkusen sind dort 15 Bewohner gestorben.

Am Tag vor Silvester waren in der Senioreneinrichtung den Angaben zufolge 150 Personen geimpft worden. Die zweite Impfdosis hatten am 20. Januar 110 Menschen erhalten, 40 konnten nicht geimpft werden, weil sie sich angesteckt hatten. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer* und Moderna entfalten ihre volle Wirkung erst nach zwei Injektionen, weshalb es nach der ersten Dosis durchaus noch zu Ansteckungen kommen kann. Bisher ist auch nicht nicht geklärt, ob vollständig Geimpfte trotzdem andere anstecken können und wie lange sie selbst immun sind.

Corona-Mutation in NRW: Mitarbeiter müssen nicht unbedingt etwas falsch gemacht haben

Der Leiter des Leverkusener Gesundheitsamts, Martin Oehler, sagte der Bild: „Das Personal brachte das Virus ins Heim.“ Es müsse aber nicht unbedingt etwas falsch gemacht haben. „Denn nach allem, was wir bisher wissen, ist die Corona-Mutation B.1.1.7 so ansteckend, dass man schon nach wenigen Minuten Kontakt mit einem Infizierten selbst infiziert ist.“ Die Mitarbeiter würden seit dem Sommer wöchentlich mit einem PCR-Test* überprüft und seit Dezember zusätzlich mit einem Schnelltest. (dpa/cibo) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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