Fünfstündige Anhörung

Kritik an Tech-Giganten: Amazon, Apple, Facebook und Google vor US-Kongress - Abgeordneter stellt pikante Frage

Die Chefs der vier Tech-Unternehmen Apple, Amazon, Facebook und Google haben sich bei einer Anhörung im US-Kongress gegen die Vorwürfe des Justizausschusses gewehrt.

  • Bei einer Anhörung im US-Konkress haben sich vier Tech-Riesen gerechtfertigt.
  • Die Vorwürfe des Justizausschusses drehten sich unter anderem um Marktdominanz und unfairen Wettbewerb.
  • Bei der Anhörung harkten die Politiker teils scharf nach, schrien die Chefs an oder forderten die Zerschlagung ihrer Firmen.

Bei einer Anhörung im US-Kongress sind die Chefs der Tech-Unternehmen Amazon, Apple, Facebook und Google mit scharfer Kritik konfrontiert worden. Mark Zuckerberg (Facebook), Jeff Bezos (Amazon), Tim Cook (Apple) und Sundar Pichai (Google) wurden für mehr als fünf Stunden per Videokonferenz befragt. Es war die erste parlamentarische Anhörung mehrere Chefs gleichzeitig der größten US-Internetkonzerne.

Die Vorwürfe drehten sich um unfairen Wettbewerb. In Europa, aber auch den USA, wächst die Kritik an der Dominanz der großen Internetkonzerne. Womöglich könnte die Untersuchungen des Kongresses zur Position großer Online-Plattformen zu einer strengeren Regulierung führen. Mehrere Untersuchungen gehen der Frage nach, ob Apple*, Google und Co. ihre Marktmacht missbrauchen.

Amazon, Apple, Facebook und Google sagen vor US-Kongress aus - Scharfe Kritik an Tech-Giganten

Während der konservative Abgeordnete Jim Sensenbrenner einen moderateren Ton wählte, erhielten die Konzern-Chefs* während des Termins von anderen Politikern viel Gegenwind. "Groß zu sein, ist nicht an sich schlecht", sagte der Republikaner Sensenbrenner. "Im Gegenteil, in den USA sollte man für seinen Erfolg belohnt werden."

Der Ausschussvorsitzende David Cicilline von den oppositionellen Demokraten hingegen sagte: „Sie haben zu viel Macht.“ Einige der Konzerne müssten aufgespalten werden. Sie alle müssten „angemessen reguliert und zur Rechenschaft gezogen werden“. Die „dominierenden Plattformen haben ihre Macht auf zerstörerische, schädliche Weise ausgeübt, um zu wachsen“, egal auf welchem Wege: bevorzugung ihrer eigenen Angebote, missbräuchliche Preissetzung oder die Verpflichtung zum Kauf zusätzlicher Produkte", kritisierte Cicilline. Zudem könnten die vier Internetkonzerne ihre Position aufgrund der Corona-Pandemie* noch verfestigen, was die Problematik womöglich verschärft.

Der Abgeordnete Ken Buck lies sein Team ein Foto hochhalten, das ein chinesisches Arbeitslager zeigt. Er merkte an, dass Joseph Dunford, früherer Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, warnte, dass das chinesische Militär direkt von Googles Arbeit profitiert. „Deshalb habe ich mich gefragt, welche Werte Google und das kommunistische China gemeinsam haben.“ Er stellte die Frage in den Raum, ob Google mit den Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Hongkong einverstanden sei oder mit der Entscheidung der kommunistischen Partei, die Welt zur Covid-19-Pandemie anzulügen. Zudem erwähnte er, dass Google in das Projekt Dragonfly eingebunden war, eine Suchmaschine, mit der das kommunistische Regime in China seine eigene Bevölkerung ausspäht.

Teilweise mutete die Anhörung kurios an, schrien die Politiker die Chefs an und fielen ihnen ins Wort. Vor dem Hintergrund, dass die USA bis zuletzt seinen großen Tech-Konzernen sehr verbunden schien, ist diese Härte eine Überraschung. *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Mandel Ngan/Pool AFP/AP/dpa

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