Grundrente

Änderungen 2021: Was bei der Rente in diesem Jahr anders wird

Bei der Rente treten 2021 neue Regeln und Gesetze in Kraft. Doch was genau wird anders? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie hier zusammengefasst.

  • Im Jahr 2021 gibt es Neues zur Rente in Deutschland.
  • Die Grundrente für Geringverdiener kommt. Nicht jeder bekommt sie: Es gibt nämlich einige Einschränkungen.
  • Auch in anderen Bereichen der Rente gibt es dieses Jahr Veränderungen.

Frankfurt - Rentner können sich ab dem 01. Januar 2021 freuen - die Grundrente für Geringverdiener tritt in Kraft. Sie soll Menschen unterstützen, die bisher nur eine geringe Rente erhalten haben. Zudem ändert sich etwas bei der gesetzlichen Rente, bei der Basis-Rente und bei der Betriebsrente. Ein Überblick.

Ab Januar 2021 gibt es eine Grundrente in Deutschland. (Symbolbild)

Das Arbeitsministerium rechnet mit 1,3 Millionen Rentnern, die Anspruch auf die Grundrente haben – davon ist die große Mehrheit Frauen. Im Durchschnitt beträgt der Aufschlag 75 bis 80 Euro, er kann aber auch bei bis zu 400 Euro liegen. Laut eines Gesetzentwurfes sollen bald alle Rentner den vollen Zuschlag auf ihre selbst erarbeiteten Ansprüche bekommen, wenn sie aufgrund von Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflege 35 Jahre an Versicherungszeiten nachweisen können.

Grundrente 2021: Maximaleinkommen für Rentner ist begrenzt

Das monatliche Einkommen als alleinstehender Rentner darf bei maximal 1.250 Euro liegen. Bei Doppel-Verdienern besteht der Anspruch auf den vollen Betrag der Grundrente nur dann, wenn das Einkommen bei maximal 1.950 Euro pro Monat liegt. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, bekommt weniger Grundrente. Beispielsweise erhalten Rentner mit einem Einkommen oberhalb der Grenze nur 60 Prozent.

Auch Personen, die mindestens 33 Jahre Versicherungszeit nachweisen können, haben Anspruch auf einen verminderten Grundrente-Zuschlag. Dabei spielt es wohl keine Rolle, ob in Voll- oder Teilzeit gearbeitet wurde. Ein Anspruch auf die Grundrente soll laut Gesetzentwurf nur dann bestehen, „wenn die Entgeltpunkte des Erwerbslebens unterdurchschnittlich, aber nicht ganz gering waren“. Damit sind beispielsweise Minijobber von der Grundrente ausgeschlossen.

Rente: Zahlen zur Grundrente im Jahr 2021

  • Gesetz gilt ab 01. Januar 2021 - Auszahlung frühstens ab Juli 2021
  • 1,3 Millionen Rentner haben Anspruch auf Grundrente
  • Aufschlag von 75 bis 400 Euro pro Monat
  • Anspruch hat, wer mindestens 33 Jahre an Versicherungszeiten nachweisen kann
  • Maximaler Aufschlag bei 35 Jahren an Versicherungszeiten
  • Maximaleinkommen bei 1.250 Euro (1.950 Euro bei Doppel-Verdienern), sonst nur 60 Prozent des Aufschlags

Rente 2021: Bescheide für Grundrente kommen ab Juli

Wer einen Anspruch auf die Grundrente hat, muss diese nicht beantragen. Sie kommt automatisch, sobald Finanzbehörden und Rentenversicherung die Einkommensverhältnisse abgeglichen haben. Laut Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales sollen im Juli 2021 die ersten Bescheide versandt werden. Das „Grundversprechen“ des Sozialstaates müsse auch für jene eingelöst werden, die lange gearbeitet, aber wenig verdient hätten, so der Minister. Zunächst erhalten alle Neurentner ab Sommer ihre Rentenbescheide mit dem Grundrentenaufschlag.

Dann sind alle Bestandsrentner an der Reihe. Bis Ende 2022 sollen nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) alle Rentner ermittelt worden sein, die Anspruch auf die Grundrente haben. Grund für die zeitliche Verzögerung sei der enorme Verwaltungsaufwand, der mit dieser Ermittlung einhergehe. Beträge, auf die bereits ab Januar 2021 ein Anspruch besteht, werden automatisch nachgezahlt.

Mit der Absicherung Selbstständiger und dem Rentenalter zeichnen sich zwei Schwerpunkte für die Rentendebatte in Deutschland in den kommenden Monaten ab. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nicht nur die Grundrente: Das ist ebenfalls 2021 neu bei der Rente

Die Grundrente ist nicht die einzige Neuerung beim Thema Rente. Ab dem 01. Januar 2021 steigt auch die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rente. Das ist die Grenze des Bruttoeinkommens, auf die Arbeitnehmer Beiträge für die Rente zahlen müssen.

Bruttolohn 20202021
Westen6.900 Euro7.100 Euro
Osten6.450 Euro6.700 Euro
Zwei Senioren sitzen auf einer Bank. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

2021: Neues zur Betriebsrente

Ebenfalls verändert die Beitragsbemessungsgrenze die Betriebsrente-Beiträge. Die Freigrenzen für Steuer und Sozialabgaben richten sich nach dieser Grenze. Bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze sind sozialabgabenfrei, bis zu acht Prozent steuerfrei. Mit der Steigerung der Grenze steigen auch die Freigrenzen.

20202021
Sozialabgabefrei (maximaler Betrag)276 Euro284 Euro
Steuerfrei (maximaler Betrag)552 Euro568 Euro

Bei der Basis-Rente ändert sich auch einiges im Jahr 2021. Bezieher können Renten-Aufwendungen von ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen. Letztendlich müssen sie weniger Einkommenssteuer zahlen. 92 Prozent der Aufwendungen können steuerlich abgesetzt werden.

20202021
Alleinstehende25.046 Euro25.787 Euro
Verheiratete 50.092 Euro51.574 Euro

92 Prozent davon können Bezieher steuerlich ansetzen – in der Anlage Vorsorgeaufwand der Einkommenssteuererklärung. Das sind 23.724 Euro bei Alleinstehenden und 47.448 Euro bei Ehepaaren. Bis zum Jahr 2025 soll die Prozentzahl auf 100 Prozent steigen. (Von Luisa Ebbrecht)

Rubriklistenbild: © Amit Mendelsohn/imago images

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