Ein Fahndungs-Plakat, auf dem Jan Marsalek zu sehen ist.
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Mit diesem Plakat wurde nach Jan Marsalek gefahndet.

„Kanzlerin sollte schleunigst zum Telefon greifen“

Ex-Wirecard-Manager Marsalek ein Spion? Spektakulärer Medienbericht legt unglaubliche Verstrickungen offen

Die ohnehin schon unglaubliche Geschichte von Jan Marsalek bekommt ein neues Kapitel. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll der ehemalige Wirecard-Manager ein V-Mann sein.

  • Die Geschichte um Jan Marsalek, ehemaliger COO der Wirecard AG*, liest sich wie ein Krimi.
  • Nach dem Bilanz-Skandal befindet sich der Ex-Vorstand auf der Flucht.
  • Laut einem Medienbericht war Marsalek möglicherweise ein V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes.

München - Der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek* war möglicherweise V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes. Dem Generalbundesanwalt „liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass der österreichische Staatsangehörige Jan Marsalek von einem Mitarbeiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als Vertrauensperson geführt wurde“, heißt es in der Antwort des Bundesjustizministeriums in Berlin auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi der Partei Die Linke*, über die die Süddeutschen Zeitung berichtet.

In der Antwort, die auch der dpa vorliegt, ergänzt das Ministerium aber: „Bislang haben sich keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die im Raum stehenden Kontakte Jan Marsaleks zum BVT den Tatbestand einer gegen die Bundesrepublik Deutschland gerichteten geheimdienstlichen Agententätigkeit oder eines sonstigen in die Verfolgungszuständigkeit des Generalbundesanwalts fallenden Straftatbestands erfüllen könnten.“

Jan Marsalek ein V-Mann? Zeitungsbericht legt spektakuläre Verstrickung offen

Laut Süddeutscher Zeitung wollte das österreichische Innenministerium, dem das BVT untersteht, keine Stellung nehmen. Einen V-Mann in einem Dax-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten. Der Linken-Abgeordnete De Masi forderte in der SZ: „Die Kanzlerin sollte schleunigst zum Telefon greifen und Sebastian Kurz fragen, was die Österreicher hier so treiben.“ Sollte sich der Verdacht erhärten, müsse der österreichische Botschafter einbestellt werden, so der Linken-Politiker.

Video: Fahndung nach Jan Marsalek

Der frühere Manager des mittlerweile insolventen Bezahldienstleisters* Wirecard*, Marsalek, ist seit Juni untergetaucht. Die Ermittler werfen Marsalek, dem früheren Vorstandschef Markus Braun* und anderen Verdächtigen organisierten Bandenbetrug vor. Spätestens seit 2015 sollen Marsalek und Braun die Bilanzen des Konzerns durch Scheinbuchungen künstlich aufgebläht haben, um das Unternehmen so attraktiver für Investoren und Kunden zu machen. Mit gefälschten Bilanzzahlen sollen sie so über drei Milliarden Euro von Banken und Investoren erschwindelt haben. Bei einer Abschlussprüfung für das Jahr 2019 flog die Bilanzfälschung demnach auf. An der Aufdeckung des Wirecard-Skandals war auch Melanie Berger, Investigativ-Journalistin bei der „Wirtschaftswoche“* beteiligt, wie wa.de* berichtet. (dpa/AFP/fmü) *Merkur.de und wa.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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