Eine Kundin vor dem Schaufenster einer Mister-Minit-Filiale in München.
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Eine Mister-Minit-Filiale in München: Der Repaturservice schließt in der Corona-Krise seine Geschäfte in Deutschland.

Corona-Regelung Mit-Ursache?

Corona „Genickbruch“ für Mister Minit - Bekannte Kette schließt alle Filialen in Deutschland

„Dies ist ein bitterer Moment für alle Beteiligten“: In der Corona-Krise macht ein weiteres Unternehmen hierzulande dicht.

Düsseldorf - Mister Minit schließt seine Filialen in Deutschland*. Der Grund: Der Käufer des in einem Insolvenzverfahren befindlichen Betriebs ist überraschend vom Vertrag zurückgetreten. Das teilte die Kanzlei Brinkmann & Partner in Düsseldorf mit. Zuvor hatte spiegel.de darüber berichtet.

Der Schuhreparatur- und Servicedienstleister Mister Minit wurde 1957 in Belgien* gegründet. Das Unternehmen hatte hierzulande noch etwa 150 Betriebe - dem Bericht zufolge hatte sich der Markt schon vor der Corona*-Krise nicht gut entwickelt.

Mister Minit in der Corona-Krise: Insolvenzantrag beim Amtsgericht Düsseldorf

Ende April 2020 hatte Mister Minit beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begann laut Spiegel Online am 1. August 2020. Die Anwaltskanzlei wolle wegen des Rückzugs nun rechtliche Schritte prüfen.

„Wir haben alles versucht, um eine langfristige Perspektive für die Belegschaft und das Unternehmen zu erzielen“ sagte Till Buschmann von der Kanzlei Bryan Cave Leighton Paisner LLP laut der Kanzlei-Mitteilung. Er begleitet als Generalbevollmächtigter das Insolvenzverfahren eng.

Insolvenz in der Corona-Krise: „Der Markt wird sich wieder konsolidieren“

„Die Kombination aus anhaltendem Lockdown* und – auch für eine Eigenverwaltung – nicht zugänglichen staatlichen Hilfsgeldern hat unseren Bemühungen letztlich das Genick gebrochen. Der Markt wird sich weiter konsolidieren.“

„Dies ist ein bitterer Moment für die Belegschaft, die Gläubiger und alle Beteiligten, die sich mit aller Kraft für den Erhalt von Mister Minit eingesetzt haben“, erklärte demnach der der Sachwalter Dr. Gregor Bräuer. „Die durch den überraschenden Rückzug des Investors geschaffene Faktenlage ist nicht umkehrbar. Es wird jetzt darum gehen, alle rechtlich verfügbaren Optionen zu prüfen und mit voller Konsequenz zu nutzen.“

Eine Überbrückung des Lockdowns* mit staatlichen Hilfsgeldern bliebe der Minit Service GmbH als Gesellschaft in Insolvenz verwehrt, hieß es in der Mitteilung. Es würden nun Abwicklungsmöglichkeiten eruiert. Der deutsche Handel sieht sich nach den jüngsten Beschlüssen des Corona-Gipfels auch allgemein mit dem Rücken zur Wand. Das Ladensterben laufe schon lange, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth, zuletzt Merkur.de*. (frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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