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Der Eichenprozessionspinner kann zu einer Plage werden.

Natur

Fünf Maßnahmen gegen den lästigen Eichenprozessionsspinner

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So will die Stadt Castrop-Rauxel der Plage im Jahr 2020 Herr werden. 2019 waren 40 Prozent der Eichen befallen.

Die Stadt Castrop-Rauxel will auch im nächsten Jahr intensiv das Stadtgrün auf den Befall durch Eichenprozessionsspinner prüfen. Die Bekämpfung erfolge jedoch nur an Eichenbeständen, die in den letzten Jahren befallen waren, teilte die Stadt mit. Besonders im Fokus stehen Schulhöfe, Spielplätze, Friedhöfe und ähnliche Flächen, an denen sich Kinder oder ältere Menschen aufhalten. 

Die vorhandenen Daten zeigen, dass wenigstens 40 Prozent der Eichen in Castrop-Rauxel befallen waren. Zudem hatte sich in Relation zum Vorjahr die Befalls-Dichte auf bis zu 15 Nester je Baum erheblich erhöht. Über den Befall weiterer Baumarten wie Hainbuchen oder Ahorn im aktuellen Jahr könne nur spekuliert werden. Viele Anzeichen deuteten darauf hin, so die Stadt.

So will die Stadt gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen:

Absperrungen und „Bacillus thuringiensis“

Neben der Absperrung mit Beschilderung, erfolgt vorab die Bekämpfung mit „Bacillus thuringiensis“-Präparaten, die bereits in diesem Jahr eingesetzt wurden. Das Mittel wirkt rein biologisch und ausschließlich gegen die Schmetterlings-Raupen, indem es deren Verdauung zum Erliegen bringen. Für Menschen, Tiere oder andere Insekten ist das Mittel wirkungslos. 

„Pheromonfallen“ kommen probeweise zum Einsatz

Zudem werden probeweise auch sogenannte „Pheromonfallen“ zum Einsatz gebracht. Hierbei werden die Insekten mit Duftstoffen in eine Kunststofffalle gelockt. 

Ein Biozid, das weitere Eiablagen verhindert

Zusätzlich erfolgt im nächsten Jahr zur Probe eine Anwendung mit einem Biozid, das im ökologischen Landbau eingesetzt wird: NeemProtect. Durch Fressen der behandelten Blätter nehmen die Raupen NeemProtect auf. Bei den Raupen stellt sich in kürzester Zeit ein Fraß- und Entwicklungsstopp ein. Weitere Eiablagen werden so verhindert. Da NeemProtect kein Kontaktgift ist, sterben die Raupen erst ca. zwei bis sieben Tage nach der Behandlung. Die gefährlichen Brennhaare können sich ab der Behandlung nicht mehr ausbilden. Weitere Absperrungen und Wartezeiten sind nicht nötig. 

Castrop-Rauxel schafft Nistkästen an

Außerdem wird die Stadt Castrop-Rauxel vermehrt Nistkästen aufhängen. An Eichen werden Nistkästen angebracht, die Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen anlocken sollen. Sobald die Vögel nisten, brauchen sie zahlreiche Insekten, um die hungrigen Mäuler zu füttern. Dafür sollen dann auch die Raupen der Eichenprozessionsspinner herhalten. Zum Einstieg sind etwa hundert Nistkästen vorgesehen.

Auf das Absaugen kann in Castrop-Rauxel nicht verzichtet werden

Die konventionelle Bekämpfung per Absaugung durch Spezialfirmen wird weiter fester Bestandteil des Maßnahmenkatalogs der Stadtverwaltung sein. Dabei sind meist drei Facharbeiter sowie eine mobile Hubarbeitsbühne im Einsatz. Pro Woche fallen dafür Kosten in Höhe von rund 7.500 Euro an.

Die Stadtverwaltung hat damit nach eigener Einschätzung einen vielfältigen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners entwickelt, der zu unterschiedlichen Entwicklungszeiten der Raupe ansetzt.

So will Marl den Eichenprozessionsspinner bekämpfen. 

Auch Oer-Erkenschwick setzt auf Meisen.

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