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Ingrid Olier (53, v.l.), Renate Netthöfel und Barbara Widmann (42) bei der Abschiedsfeier in der Lindenschule.

Abschied der Schulleiterin

Lindenschule: Das bleibt von Renate Netthöfel

FROHLINDE - Renate Netthöfel erlebt zurzeit ihre letzten Tage an der Lindenschule in Castrop-Rauxel. Die Schulleiterin geht in ein Sabbatjahr und dann in den Ruhestand. Wir haben mit Kolleginnen und der Sozialdezernentin der Stadt gesprochen - hören und lesen Sie, wie es ihnen mit dem Abschied einer Castrop-Rauxeler Institution geht.

34 Jahre an einer einzigen Schule, jetzt geht diese Zeit zu Ende: Renate Netthöfel verlässt die Lindenschule. Donnerstagnachmittag lief Teil 1 der Abschiedsfeiern mit Kollegen und Ehemaligen. Als „fantastisch, einmalig, kollegial, wunderbar geduldig“ umschrieben die Kolleginnen und Kollegen dort ihre Arbeit. Wir haben uns bei der Feier umgehört - und mit ihren Gästen gesprochen:

Ingrid Olier (53), Lehrerin an der Lindenschule:

Was macht Frau Netthöfel für Sie zu einer besonderen Person?

Das ist eine der menschlichsten Schulleiterinnen, die wir haben können. Humorvoll, freundlich, ruhig, gelassen, unterstützend, immer motivierend - ich bin jeden Tag gerne gekommen.

Was bricht dann jetzt weg? Kann man das ersetzen?

Es gibt sicher auch andere, die so viel Menschlichkeit haben. Aber es ist schon was besonderes - es ist einfach Frau Netthöfel.

Sie bleiben ja an der Schule. Wie geht es konkret weiter hier ohne Frau Netthöfel?

Wir haben eine Steuergruppe, also ein Team aus Kolleginnen. Und wir bekommen eine kommissarische Leitung, die bei uns mit fünf Stunden in der Woche aus der Grundschule am Busch dazu kommt und uns unterstützt.

Sind Sie zuversichtlich, dass das funktionieren kann ohne richtige Leitung vor Ort?

Ja. Es ist zwar viel Arbeit, aber Sie haben nach dem Funktionieren gefragt. Das Schulgeschäft kann auf jeden Fall weiter laufen. Es ist nur eben viel zusätzliche Arbeit zu der, die wir ohnehin schon haben.

Barbara Widmann (42), Lehrerin an der Lindenschule:

Warum ist der Abschied ein trauriges, warum ein freudiges Ereignis - oder anders: Was von beidem ist es?

Wir sind mit gemischten Gefühlen daran gegangen. Wir freuen uns einerseits wahnsinnig für sie, dass sie ihre Dienstjahre zusammen hat und in den Ruhestand gehen kann. Für uns ist es natürlich so, dass wir erst einmal ohne Schulleitung dastehen und das nun selbst in die Hand nehmen müssen. So eine tolle Schulleitung gehen lassen zu müssen, fällt uns wahnsinnig schwer.

Was sind denn die drei tollsten Eigenschaften von Renate Netthöfel?

Humor, Organisationstalent - und sie hat uns immer den Rücken freigehalten.

Wer macht denn genau das denn demnächst?

Unter anderem wir in der Steuerungsgruppe und mit der Hilfe von fünf Stunden aus der anderen Schule. Es ist eine Notlösung, aber wir sind zuversichtlich, dass es klappt, denn wir haben ein ganz tolles Team. Frau Netthöfel war Teil dieses Teams und ist beteiligt daran, dass wir so gut zusammenarbeiten.

Meinen Sie, sie wird sich noch einmischen, wenn sie weg ist? Oder werden Sie nie wieder von ihr hören?

Ich glaube, sie wird sich erst einmal nicht einmischen. Aber sie wird jederzeit am Hörer sein, wenn wir sie brauchen.

Regina Kleff, Sozialdezernentin:

Was bleibt bei Ihnen von Frau Netthöfel hängen?

Ich habe immer gerne mit ihr zusammengearbeitet. Ich habe sie als sehr, sehr engagierte Schulleiterin wahrgenommen, die immer mit Leidenschaft dieses Amt ausgefüllt hat. Sie war sehr engagiert zum Beispiel beim Thema OGS, das wir gemeinsam geschaffen haben, und hat Teile ihres Büros dafür zur Verfügung gestellt. Wir haben immer zusammen Lösungen gefunden, lösungsorientiert diskutiert - und immer mit einem Schuss Humor dabei.

Wenn so viel Herzblut drin war, dann steht ja ein großer Verlust an. Die Schule wird keine richtige Schulleitung vor Ort mehr haben. Meinen Sie, dass das zu kompensieren ist?

Das kann ich noch nicht so absehen. Man hat hier ein engagiertes Kollegium und Frau Netthöfel hat gut vorgearbeitet, aber ich denke schon, dass jede Schule eine Schulleitung benötigt. Frau Wrocklage wird auch daran interessiert sein. Aber vorerst geht das hier im Kollegium nur Hand in Hand.

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