Agora-Kulturzentrum beschädigt

Griechische Gemeinde schätzt den Schaden auf 1500 bis 2000 Euro

Ickern - Das Agora Kulturzentrum soll offen sein, einladend. Doch immer wieder kommt es zu Problemen. Was in der Nacht zum Maifeiertag geschah, ist besonders ärgerlich. Und ziemlich teuer. Aber es gibt Videoaufnahmen.

Die Schnapsflaschen unter der gesprungenen und zerbrochenen Fensterscheibe zeugten am nächsten Morgen davon: Das Agora Kulturzentrum war am Vorabend des Maifeiertags (wieder einmal) ein beliebter Treffpunkt, ohne wirklich dazu eingeladen zu haben. Auf dem offenen Gelände sah es am Dienstagmorgen aus wie Sau. Die Griechische Gemeinde, die das Zentrum betreibt, hat Anzeige erstattet und ist guter Hoffnung, dass die Ermittlungen erfolgreich verlaufen.

Denn am Mittwoch konnte die Geschäftsführung des Vereins der Polizei Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras übergeben, die unter anderem das Geschehen unter der Weinlaube und an der Grillhütte aufgezeichnet hatten. Schon am Tag vorher hatte Michael Chasanis, der Geschäftsführer der Griechischen Gemeinde, Strafanzeige auf der Polizeiwache gestellt.

40 bis 50 junge Leute waren auf dem Gelände

Vor allem geht es darin um Sachbeschädigung: Bis zu 40, 50 junge Menschen hatten sich nach eigenen Videoauswertungen des Vereins in der Nacht von Montag auf den Maifeiertag auf dem offenen Gelände der Agora getroffen. Von zwei Gruppen sprach Chasanis, von der die eine sich eher vernünftig, die andere sich eher daneben benommen zu haben scheint. Drei Glasscheiben, eine zur Küche, eine zum Speisesaal im Erdgeschoss und eine zu den Büros der Kolping-Bildungsstätte im ersten Obergeschoss sind kaputt.

Die Hausherren verklebten die Löcher notdürftig mit Müllsäcken, eine Fachfirma wird nun den Schaden beseitigen. Außerdem wurden Bänke und Stühle umgeworfen, ein Grill und mehrere Mülleimer kaputt getreten. Überall lag Müll herum, wie ein Foto von Bert Falk vom Kolpingwerk beweist.

Randale fing wohl gegen 1 Uhr nachts an

Mittwochmorgen liefen noch die Aufräumarbeiten. "Die ganze Arbeit, die wir damit haben, kommt ja noch zum reinen Sachschaden hinzu", so Konstantinos Boulbos, Vorsitzender der Griechischen Gemeinde, bei einem Ortstermin am Mittwoch. Bei den jungen Menschen soll es sich um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 17 und 21, zum Teil auch deutlich jüngere gehandelt haben, wie Michael Chasanis den Videoaufnahmen entnommen haben will. Gegen 1 Uhr in der Nacht soll es zu den Randale-Ausfällen gekommen sein.

"Die Gruppen dürfen sich ja auf unserem Gelände treffen", sagte Thorsten Schnelle, der das Kulturzentrum leitet, am Mittwoch - aber wenn die letzten Veranstaltungen gegen 22 Uhr endeten, fielen sie häufiger durch Randale auf. Nur so schlimm wie jetzt, sagt Chasanis, sei es seit zehn Jahren nicht mehr gewesen. Alle sind sich einig: In den vergangenen fünf Jahren nahmen Sachbeschädigungen, vor allem aber der herumfliegende Müll, deutlich zu. Die Fliesen der Sitzgelegenheiten an der Grillhütte zum Beispiel seien zuletzt zerstört worden. Das summiere sich übers Jahr hinweg bestimmt auf 8000 bis 10.000 Euro Schaden, schätzen die Chefs vor Ort.

"Die Leute dürfen sich hier gern aufhalten, unser Gelände bleibt offen", so Michael Chasanis. Aber saufen sei nicht erlaubt. Und Thorsten Schnelle ergänzt: "Wir sind bemüht, nach Lösungen zu suchen." Aber wie sollen die aussehen, fragt sich Konstantinos Boulbos.

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