Aktion Maria 2.0

Katholische Heilig-Kreuz-Gemeinde tritt am Sonntag in den Kirchenstreik

Die katholische Kirche ist in der Krise. Nun ist es so weit, dass sich viele Mitglieder in Erklärungsnot sehen. Die Gemeinde Heilig Kreuz will das nicht hinnehmen. Sie tritt in den Streik.

Irma Nöthe wünscht sich eine Erneuerung der katholischen Kirche. Sie gehört dem Leitungsteam des Gemeinderats der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Dorf Rauxel an und beteiligt sich am Sonntag, 12. Mai, mit den Frauen der Gemeinde an der bundesweiten Protestaktion "Maria 2.0".

"Als katholische Christin fällt es mir manchmal schwer, anderen, der Kirche fernstehenden Menschen, zu erklären, warum ich mich in und für die Kirche engagiere", sagt Irma Nöthe und führt weiter aus: "Die Ungleichbehandlung von Mann und Frau, der hierarchische Aufbau, die vielen Skandale, die unsere Kirche erschüttern, bringen mich in Erklärungsnot."

Die Frauen wollen Gleichberechtigung

Ihrer Meinung nach wurden in den vergangenen Jahren viele Fragen in der katholischen Kirche diskutiert, passiert sei jedoch nichts. Irma Nöthe sagt: "Eine junge Frau engagiert sich doch heute nur noch in der Kirche, wenn sie auch als gleichberechtigt angesehen wird." Doch das sei in der katholischen Kirche immer noch nicht der Fall.

Daher beteiligt sich die Heilig-Kreuz-Gemeinde an der Protestaktion "Maria 2.0". Der Sinn dahinter: "Maria 2.0 ist keine Gruppe einer bestimmten Gemeinde, sondern eine freie Initiative von Frauen. Und wir hoffen, dass sich bis zum Mai sehr viele Frauen in Deutschland, und gerne auch darüber hinaus, uns anschließen werden", heißt es in einer Erklärung der Initiative.

Klagen und Forderungen kreativ zum Ausdruck bringen

Für die Woche vom 11. bis zum 18. Mai ruft die Initiative alle Frauen auf, in einen Kirchenstreik zu treten. "Wir betreten keine Kirche mehr und tun keinen Dienst. Vor den Kirchen werden wir Gottesdienst feiern und unsere Klagen und Forderungen nachdrücklich und kreativ zum Ausdruck bringen. Wir werden informieren und diskutieren und wir werden deutlich machen, dass jetzt die Zeit ist und die Stunde, um zu handeln", heißt es.

Die Frauen der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Dorf Rauxel rufen daher zu einer Gegenveranstaltung zur Eucharistiefeier am Sonntag, 12. Mai, auf. Denn die findet ab 11 Uhr in der Kirche an der Wilhelmstraße statt. "Unsere Veranstaltung wurde von Frauen vorbereitet und wird auch von Frauen durchgeführt. Es wird ein Gottesdienst in etwas anderer Form", so Irma Nöthe. Jeder könne sich anschließen, natürlich auch Männer.

So läuft die Gegenveranstaltung bei Heilig Kreuz ab

Die Gegenveranstaltung soll zur gleichen Zeit auf dem großen Parkplatz zwischen der Kirche und der Wilhelmschule stattfinden. Bislang ist für den Sonntag kein Regen angesagt, doch notfalls will die Gemeinde Pavillons aufstellen oder unter das große Vordach der Kirche ausweichen.

Die Farbe Weiß soll bei der Veranstaltung symbolisch wirken. Ob weiße Kleidung, Tücher, eine Blume oder Anderes, ist laut Irma Nöthe egal. "Weiß steht für die Unschuld und Reinheit, aber auch für eine Erneuerung, wie beispielsweise bei der Taufe."

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