Bolzplatz-Streit in Henrichenburg

Neuer Plan für das Bauprojekt Alter Garten

Henrichenburg - Die Entscheidung zum Bauprojekt Alter Garten in Henrichenburg naht. Die Grünen haben jetzt einen neuen Plan, der die alte Spielfläche einbezieht. Hat er eine Chance? Auch der Fortbestand der Ampelkoalition ist mit diesem Thema eng verknüpft.

Sie hängt noch immer am seidenen Faden, die Ampel-Koalition in unserer Stadt. Hauptknackpunkt ist weiterhin die geplante neue Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe zur Grundschule Alter Garten in Henrichenburg. Es geht um den Bestand des Bolzplatzes.

Donnerstagabend war es heftig diskutiertes Thema in der Koalitionsrunde - zwischen SPD und Grünen, die FDP hat einmal mehr signalisiert, dass sie Ja sagt zum Verwaltungsvorschlag. Der steht im Mittelpunkt der nächsten Bauausschusssitzung am Donnerstag, 22. Februar, um 17 Uhr im Ratssaal. Jetzt haben die Grünen, die vehement gegen die Einbeziehung des Bolzplatzes und die dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes eintreten, eine Alternativplanung zum Alten Garten vorgelegt. Sie stammt nach einem Workshop aus der Feder von Städteplaner Gerhard Joksch, ehemals grüner Baustadtrat in Münster. "Wir finden, dass auch im Norden eine demografische Durchmischung erreicht werden sollte", sagt Grünen-Fraktionschef Dr. Bert Wagener.

Unterm Strich bleiben laut den Grünen acht Wohneinheiten

Die Grünen dächten dabei an Geschosswohnungsbau zum Beispiel für Leute, die aus Einfamilienhäusern auszögen und möglicherweise auch ein Haus für sozialen Wohnungsbau. Wird der Bolzplatz erhalten, fielen 14 Wohnungen im Plan der Verwaltung weg, erklären die Grünen. Durch Umgestaltung und Verdichtung des nördlichen Teils könnten sie aber ersetzt werden. Die Skizze sieht zwei zweiflügelige Hofanlagen mit 15 bzw. 12 Wohneinheiten in drei Geschossen vor. Auch eine Tiefgarage ist geplant. Hinzu komme ein Wohnhaus mit vier Wohneinheiten. Wegfallen würden neun Wohneinheiten. Unterm Strich kommen die Grünen auf 31 Wohneinheiten - acht mehr als in dem Papier der Verwaltung, sagt Wagener.

Bislang war immer die Rede von einem Neubauprojekt zwischen 30 und 40 Wohneinheiten. "Vorplanung, die Einfamilien- und Doppelhäuser und alles andere ist variabel", sagt der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt. Und fügt hinzu: "Das Ganze ist ja noch ein Entwicklungsprozess." Da sei jetzt nichts zu bilanzieren.

"Wir wollten aufzeigen, dass das, was die Verwaltung aufgezeichnet hat, nicht alternativlos ist", sagt Grünen-Ratsherr Uli Werkle. "Wir haben Mittwochabend von den Plänen der Grünen erfahren", erklärt SPD-Fraktionschef Daniel Molloisch. Montagabend sei Fraktionssitzung, da werde darüber gesprochen, inwieweit die Vorschläge tatsächlich Alternativen seien. "Grundlage unseres Handelns ist die Verwaltungsvorlage."

Die SPD gehe davon aus, dass der Flächennutzungsplan geändert wird - also der Bolzplatz überplant wird. Alles andere gehöre zum Bebauungsplan. Wenn sich da andere Möglichkeiten darstellten, werde das zu klären sein.

"Es werden mit allen Seiten Gespräche geführt"

Gibt es noch Gespräche mit dem Investor über die Finanzierung des neuen Bolzplatzes, dessen Herrichtung die Stadt tragen soll? "Es werden mit allen Seiten Gespräche geführt", sagt Molloisch vieldeutig. Eins ist aber eine klare Botschaft: Gebaut werden dürfe erst, wenn der neue Bolz- und Spielplatz fertig sei. Das ist übrigens auch schon vor etlichen Wochen von der CDU in Henrichenburg so formuliert worden. Ebenso die Forderung, den Vockmannshof aus dem Verkehr rauszuhalten und ein Verkehrsgutachten erstellen zu lassen. Für den CDU-Ratsherrn Josef Berkel ist es nach den Erfahrungen Im Brendick/Pothhof wichtig, dass zu jeder Wohneinheit zwei Stellplätze gehören sollen. Dass die CDU Ja sagt zur Einbeziehung des Bolzplatzes, hat Bauausschusschef Oliver Lind schon in der vergangenen Woche deutlich gemacht. Zu den neuen Vorschlägen der Grünen meint Lind: "Wenn sie vorschlagen, durch verdichtetes Bauen die gleiche Wohnfläche auf halber Grundfläche umzusetzen, geht das am Bürgerwillen vorbei." Wohnsilos wollten die Henrichenburger nicht.

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