Durchfall-Alarm in Kita Swabedoo

Zwölf Kinder krank - Gesundheitsamt prüft Erreger

Obercastrop - Die Obercastroper Kita Swabedoo am Grünen Weg hat am Donnerstag eine Durchfallerkrankung heimgesucht: Zwölf Kinder blieben dem Kindergarten fern - und die Kita-Leitung reagierte genau richtig. Sie schaltete das Gesundheitsamt ein. Was Eltern jetzt wissen müssen und ob andere Kitas betroffen sind.

Besorgte Eltern meldeten sich am Donnerstag in der Redaktion: Das Kind sollte nicht in die Kita gehen, hieß es, weil eine Durchfallerkrankung grassiere. Erzieherinnen nahmen dazu Kontakt zu den Eltern auf. Die Betreuung für gesunde Kinder sei zwar gewährleistet, berichteten Eltern, aber besser sei es, sie zu Hause zu betreuen, falls möglich.

Mitarbeiterinnen informierten die Eltern am Morgen

Die Stadt als Träger der Einrichtung mit Sitz auf Schwerin und in Obercastrop bestätigte: Von Mittwoch auf Donnerstag sei bei zwölf Kindern Durchfall aufgetreten. "Diese zwölf Kinder sind heute nicht in der Kita", sagte Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann am Donnerstagmittag auf Anfrage unserer Redaktion. Die Erzieher hätten den Eltern der anderen Swabedoo-Kinder freigestellt, ob sie ihr Kind in die Einrichtung bringen bzw. dort lassen. "Diese Benachrichtigung der Eltern erfolgte zum Teil telefonisch am Morgen und zum Teil persönlich beim Bringen der Kinder heute früh", so Hilleringmann weiter.

Dazu erging aber auch die Bitte, die Kinder am Freitag spätestens um 14 Uhr abzuholen, damit die Räumlichkeiten gründlich gereinigt und desinfiziert werden können. "Eine solche Desinfektion findet nach vermehrten Krankheitsfällen grundsätzlich immer statt zum Schutz der Kinder und Kita-Mitarbeiter", erklärte Hilleringmann.

Stuhlproben werden im Labor auf Erreger untersucht

Die Kita-Leitung setzte am Morgen auch gleich das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen in Kenntnis. Kreis-Sprecher Jochem Manz sagte auf Anfrage: "Viel können wir noch nicht sagen, aber die Kita hat genau richtig gehandelt", so Manz. Bei einer Häufung bestehe hier eine Meldepflicht. Die Routine sei nun, dass das Gesundheitsamt die Einrichtung aufsuche, mit den Mitarbeiterinnen spreche, Röhrchen ausgebe, mit denen Stuhlproben genommen werden können, um den Erregertyp zu ermitteln. "Vor nächster Woche wissen wir aber das Ergebnis nicht", so Manz. Die Stuhlproben werden erst im Labor untersucht.

Es gibt klare Verhaltensregeln, die das Gesundheitsamt in der Einrichtung verteilt. Recht einfache Dinge, die man aber dringend beachten sollte: Hände waschen mit Flüssigseife nach dem Toilettengang und vor dem Essen, Einweghandtücher benutzen, eine tägliche Reinigung des Sanitärbereiches. Kinder, die erkrankt sind, dürften die Kita nicht besuchen. Nach Abklingen der Beschwerden sollten sie bei Durchfall auch anschließend noch weitere zwei Tage zu Hause bleiben, so Jochem Manz. Das sei der Standard und für das Gesundheitsamt Routine. Ansonsten sei der Träger, sprich die Stadt, für das weitere Vorgehen verantwortlich.

Sind auch andere Kitas betroffen?

"Ob es derzeit eine ähnliche Situation in anderen Kitas in Castrop-Rauxel gibt, darüber haben wir keine Informationen", sagt Maresa Hilleringmann, Sprecherin der Stadt. Von den städtischen Einrichtungen sei das Swabedoo momentan die einzige. "Uns sind keine weiteren Kitas bekannt", erklärte Jochem Manz, Sprecher des Kreises.

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