Eröffnung am 2. Januar 2018

Das ist der neue 11-Millionen-OP-Trakt am EvK

Castrop-Rauxel - Vor Monaten stellte das St.-Rochus-Hospital seinen neuen OP-Trakt vor. Jetzt eröffnet das Evangelische Krankenhaus ebenfalls einen solchen: 11 Millionen Euro flossen in den Neubau links vom Haupteingang und in modernste Technik für die Chirurgie. Wir sind auf Foto-Rundgang gegangen und haben zugehört.

Der Neubau in Zahlen:

Kommen Sie mit auf einen Foto-Rundgang:

Wir haben die Reden von zwei leitenden Mitarbeitern der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft hier zusammengefasst:

Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer:

Seit 2013 sind wir mit diesem Projekt befasst. Es hat eine lange Geschichte, weil nicht der Neubau im Fokus stand, sondern die Renovierung der alten OPs. Wir haben uns nicht für die Renovierung der alten OPs von 1974 entschieden, sondern wir haben neugebaut, weil es ökonomisch am sinnvollsten war und es die Belange der Mitarbeitenden hier ganz besonders tangiert. Wenn ich an die Mitarbeitenden denke, ist uns die Patientensicherheit ein ganz wichtiges Anliegen.

Der eigentliche Bau hat zwei Jahre gedauert. Es ist nicht alltäglich, dass man einen Neubau in dieser Dimension - über 11 Millionen Euro - präsentiert. Das ist eine stattliche Zahl. Es ist die größte Investition, die wir jemals in Castrop-Rauxel getätigt haben. Darin enthalten sind 1,5 Millionen Euro Medientechnik.

Ab dem 2. Januar ist hier Vollbetrieb, während drei der vier OPs jetzt noch nicht ganz fertig sind. Der Operationssaal ist das Herzstück eines jeden Klinikbetriebes. Ihn zu planen ist immer eine große Herausforderung. Schließlich muss ein OP nicht nur den aktuellen Anforderungen an ein Krankenhaus genügen, sondern auch den zukünftigen Entwicklungen des Hauses. Wie der Betrieb in 5, 10 oder 20 Jahren aussehen wird, wissen wir nicht genau, aber es geht auch um die technische Ausstattung - digitale minimalinvasive Technologien sind hier vielfältig verbaut.

Es ist ein gelungenes Bauwerk und die darin verbaute Technik wird die Arbeit hier erleichtert. Wir haben die Arbeitsprozesse für die Ver- und Entsorgung vereinfacht. Die Technologie ist innovativ und gehört zu den mondernsten OP-Ausstattungen, die man sich vorstellen kann.

In unserer digitalen Welt ist mit Glasfaser alles angebunden. Wir haben ein Integrationsszenario, in dem wir die unterschiedlichsten Geräte vernetzen und die Daten, die im Operationsumfeld Anwendungen finden, auf zentrales Monitoring aufschalten können. Die Operateure und Anästhesisten haben die Sicherheit des Patienten so ständig im Auge. Das Medienmanagement ist auf verschiedenen Monitoren im Operationsfeld und an der Wand sichtbar. Wir können bildgebende Dokumente hier archivieren und vom OP1 in Veranstaltungsräume transportieren, um dort Fortbildungen und Veranstaltungen durchzuführen.

Obwohl ich gerade gehört habe, man möchte nun bald Rollschuhe nutzen: Wir haben einen erträglichen und komfortablen Arbeitsplatz für unsere Mitarbeiter geschaffen. Die Ver- und Entsorgungslogistik ist auf die Bedürfnisse der heutigen Zeit mit all ihren Hygienevorschriften ausgelegt.

Das Gelände des Hauses hat im Rahmen des Jahres des 125-jährigen Bestehens viele Veränderungen erfahren: das Parkhaus, die Außenanlagen. Wir können sagen, dass wir den Zeitgeist hier getroffen haben, sind modern aufgestellt und der OP ist nun das noch fehlende Element. Anschließend kommt noch die zentrale Notaufnahme, die in den nächsten Wochen und Monaten hier noch angearbeitet wird.

Dr. Martin Montag, Chefarzt der Anästhesie:

Willkommen in der im Vergleich zum alten schier unendlichen Weite des Aufwachraums. Wir freuen uns sehr über diesen Neubau, denn der operative Bereich im Haus wird damit bestärkt. Bei einem Jahresumsatz von 55 Millionen Euro sind die 11 Millionen Euro Investition keine Kleinigkeit und Selbstverständlichkeit. Die Firma Apple müsste dann im Vergleich 40 Milliarden Euro investieren - das tut sie bei weitem nicht. Ich denke, dass dieser Neubau ein Vertrauensbeweis ist für den Standort und die Menschen, die hier arbeiten.

Mit dem alten OP verlassen wir einen Bereich, in dem einige mehr Zeit verbracht haben als einige zu Hause im Bett. Wir werden Gewohnheiten, die wir liebgewonnen haben, aufgeben müssen. Wir bekommen einen OP, der räumlich als auch technisch so viele Verbesserungen hat, dass man das im Bestand in 15 oder 20 Jahren nicht hätte erreichen können. Manche Dinge im Ablauf werden für uns neu, einige auch fremd und gewöhnungsbedürftig sein. Es gibt nur noch eine zentrale Einleitung statt an jedem Saal eine eigene; es gibt einen Waschbereich für alle. Man wird sich also häufiger begegnen.

An viele Änderungen werden wir uns schnell gewöhnen - zum Beispiel, dass wir in zwei OP-Sälen nun Tageslicht haben. Wir waren bisher im OP von der Außenwelt abgeschlossen, so mit Tageslicht ist es viel schöner. Wir haben einen Bettenparkplatz, einen Aufbereitungsplatz für die OP-Tisch, mehr Lagerkapazität, sieben statt vier Plätze im Aufwachraum. Dadurch gibt es keine Staus und Engpässe mehr. Wir haben elektrische Türen. Es gibt jede Menge Anschlüsse, von denen ich die Namen nicht einmal weiß.

Auf die großen Monitore können wir Röntgenbilder, das Bild vom OP-Monitor oder die Anästhesieüberwachung gleichzeitig schalten - erstaunlich,was da geht. Wir freuen uns, dass wir zum Jahreswechsel einziehen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Keine Verletzen nach Brand in Kinderwelt - Gebäude ist einsturzgefährdet
Keine Verletzen nach Brand in Kinderwelt - Gebäude ist einsturzgefährdet
Am Rathausparkplatz - Motorradfahrer (75) bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Am Rathausparkplatz - Motorradfahrer (75) bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Rettungsaktion: Diese niedlichen Kätzchen steckten in fünf Metern Tiefe fest
Rettungsaktion: Diese niedlichen Kätzchen steckten in fünf Metern Tiefe fest
Marl: Neuer Glanz für das Shoppingcenter - Wiedereröffnung statt Leerstand
Marl: Neuer Glanz für das Shoppingcenter - Wiedereröffnung statt Leerstand
18-Jährige zu Boden gedrückt und an die Brust gefasst - zweiter Vorfall in kurzer Zeit
18-Jährige zu Boden gedrückt und an die Brust gefasst - zweiter Vorfall in kurzer Zeit

Kommentare