Gericht

Gerichtsprozess nach Einbruch in E-Zigaretten-Laden

Nicht geschmeckt hat dem Inhaber eines Ladens für E-Zigaretten, dass sein Geschäft vor zwei Jahren fast leer war. Sein Verdacht fiel auf einen 23-Jährigen, den er vorher entlassen hatte.

Dicke Luft in der Dampferszene. So nennt sich der große Kreis der Freunde der E-Zigarette. Ein Trend, der nicht zu übersehen ist. Typisch auch der Geruch, denn die Liebhaber der E-Zigaretten setzen auf Aromen, schmauchen Kirschgeschmack ebenso wie Eisapfel, Zaziki oder Döner.

Gar nicht geschmeckt hat dem Inhaber eines solchen Ladens, dass sein Geschäft vor rund zwei Jahren an einem Montagnachmittag bei Öffnung ziemlich leer war. Sein Verdacht fiel auf einen heute 23-Jährigen, den er nach einer mehrmonatigen Probezeit als Verkäufer zwei Wochen zuvor entlassen hatte.

Waren im Wert von 1800 Euro

Dieser junge Mann, der inzwischen eine Ausbildung in einem gänzlich anderen Metier macht, musste sich nun vor dem Strafrichter verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, E-Zigaretten und Zubehör, Liquids (Flüssigkeit, die beim Rauchen verdampft), Bargeld und eine Kasse gestohlen zu haben. Gesamtwert 1800 Euro.

Der Angeklagte stritt das vehement ab, schilderte stattdessen, dass er eigentlich ein gutes Verhältnis zum Chef gehabt, mit ihm auch über die Einrichtung eines kleinen Dampfer-Cafés gesprochen habe. Kurz, er habe sich engagiert, war deshalb sehr betroffen, als im unerwartet gekündigt worden sei. Mit sofortiger Rücknahme des Ladenschlüssels. Für den Diebstahl rund zwei Wochen später, bei dem keine Einbruchsspuren festzustellen waren, hätte er folglich einen Ersatzschlüssel benötigt.

Keine belastbaren Indizien

Im Geschäft sei es üblich gewesen, Kunden eine Visitenkarte mit der persönlichen Handynummer zu überreichen. Um gewünschte Ware vorrätig zu haben, eventuell aus einer anderen Filiale zu ordern, so der Angeklagte. "Ich habe so 50 bis 100 Visitenkarten verteilt", schätzte er. Auch ein 57-jähriger Stammkunde hatte eine solche Karte - und machte nach dem Einbruch mit dem Ladenbesitzer einen Deal. Er rief den Angeklagten an, äußerte Wünsche und bekam die Zusage, dass die Dinge besorgt würden. "Wir haben uns an einem Kiosk in Ickern getroffen, ich habe die Sachen bekommen und bezahlt", sagte der Mann im Zeugenstand.

Er übergab sie dem Eigner des Ladens, der anhand eines Logos zumindest eins der Dinge als von ihm stammend identifizieren konnte. Ob es allerdings zur Beute aus dem Einbruch zählte, ist ungewiss. "Kann er ja auch zuvor schon mitgenommen haben", mutmaßte er.

Kein belastbares Indiz also. Wie auch die Vermutung, es habe einen Zweitschlüssel gegeben, reine Spekulation blieb. Es gab nichts, was die Schuld des bislang unbescholtenen Angeklagten bewies. Deshalb lautete das Urteil Freispruch.

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