Gewässer in Castrop-Rauxel

Bach im Stadtgarten vom Schlamm befreit

CASTROP-RAUXEL - Acht Gewässer betreuen die Mitglieder des Vereins DoCas-Blinker aktuell in Castrop-Rauxel. Aufräumarbeiten, Pflege- und kleine Reparaturarbeiten, Abfischen - die Aufgabenliste ist lang. Am Donnerstag nahm ihnen ein Bagger im Stadtgarten einen Teil der Arbeit ab - zum Entschlammen des Bachs. Wir erklären, warum das notwendig war.

Wenn die DoCas-Blinker am kommenden Wochenende in die wohlverdiente Winterpause gehen, dann tun sie das mit einem guten Gewissen. Die Gewässer vom Erin-Park bis zum Rennbahnbiotop, um die sich die Angler seit vielen Jahren kümmern, sind in gutem, gepflegtem Zustand. Fit für den Winter - wenn man so will. Auch das Biotop am Stadtgarten.

Am Donnerstag schaufelte ein Bagger dort tonnenweise Erde aus dem gut 400 Meter langen Bachumlauf. August Wundrok von den DoCas-Blinkern schaute ihm mit zufriedener Miene dabei zu. "Hier holen wir alle zwei Jahre bis zu 200 Kubikmeter Schlamm raus", so Wundrok. Ohne diese Arbeit könnte der Bachumlauf seine Funktion nicht mehr erfüllen. Die besteht unter anderem darin, das Wasser aus dem Biotop-Teich in den Gondelteich weiterzuleiten.

Woher kommt der Schlamm?

Doch wo kommt der Schlamm, der sich hier regelmäßig ansammelt, eigentlich her? "Aus dem Hügelland", sagt Wundrok. Als ein Pächter dort vor gut sieben Jahren einen Badeteich ausheben ließ, habe alles angefangen: "Und bis heute bekommen wir immer noch etwas davon hier unten ab." Der Biotopteich habe früher einmal eine Tiefe von 1,50 Meter gehabt. Heute seien es nur noch 50 Zentimeter. Vor 30 Jahren wurde der Teich einmal vollständig ausgepumpt. Seitdem sammelt sich der Schlamm. Eine Entschlammung sei für die Stadt einfach zu teuer, erklärt Wundrok. Lasse man den Teich weiter verlanden, fänden sich dort allerdings bald keine Tiere mehr.

Sechs oder sieben Karpfen wollen Wundrok und seine Mitstreiter am Samstag noch herausfischen und sie in den benachbarten Gondelteich setzen, in dem sich inzwischen eine beachtliche Artenvielfalt breitgemacht hat - darunter Hechte, Barsche, Forellen und Brassen. Zu eng wird es den tierischen Bewohnern dort allerdings nicht, sagt Wundrok. Es sei ein ausgewogenes Verhältnis von Raubfischen, Friedfischen und Kleinfischen.

Schicksal des Grutholzteichs schmerzt weiter

Über die Entschlammung des Bachumlaufs freut man sich in den Reihen der DoCas-Blinker. Und auch die Jahresbilanz des Vereins fällt positiv aus: "Wir hatten insgesamt weniger Müll als in den vergangenen Jahren. Überall ist es etwas sauberer geworden", so Wundrok weiter. Nur eine Sache tue den Umwelthelfern immer noch weh: das Schicksal des Grutholzteichs, den die Stadt wie berichtet ebenfalls aus Kostengründen verlanden lassen will.

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