Grippewelle verschont Stadt

Erkältungen und Schnupfen sorgen für volle Wartezimmer

Castrop-Rauxel - Deutschland kämpft mit dem bisherigen Höhepunkt der Grippewelle. In Castrop-Rauxel traten bisher nur vereinzelt schwere Fälle auf. Anders ist das bei Erkältungen und Schnupfen. Kein Grund in Panik zu verfallen, wenn man sich an ein paar grundlegende Tipps hält.

Die aktuelle Grippewelle hat das ganze Land fest im Griff. Leere Büros durch hohe Krankenstände sind die Folge. Dafür sind die Wartezimmer vieler Arztpraxen überfüllt mit Menschen, die mit laufenden Nasen, Kopf- und Gliederschmerzen und weiteren grippalen Symptomen zu kämpfen haben. Auch in Castrop-Rauxel bekommen die Menschen das zu spüren. Grund von einer Grippewelle in der Stadt zu sprechen sehen Mediziner in der Stadt allerdings nicht. "In den letzten zehn Tagen haben wir zwar deutlich mehr Patienten mit grippeartigen Symptomen, das ist für die Jahreszeit aber normal", sagt Michael Greef, Sprecher des Ärztevereins und Hausarzt in Ickern.

Auch das Verhältnis von Patienten mit einer schweren Grippe zu den - weniger schweren - grippalen Infekten sei, so Greef, nicht besorgniserregend. Das bestätigt neben Clemens Galuschka, Geschäftsführer vom St. RochusHospital auch Dr. Jürgen Jahn, Chefarzt der Inneren Medizin 2 und der Notaufnahme im EVK. "Dieses Jahr haben wir wohl Glück gehabt, jedenfalls bisher", so Galuschka. "Die Kollegen aus der Notaufnahme haben zwar mehr zu tun als sonst, primär aber mit den leichter verlaufenden Infekten", sagt Jahn.

"Wir verkaufen in den letzten anderthalb bis zwei Wochen verstärkt Medikamente für Erkältungskrankheiten", sagt Winfried Radinger, Inhaber der Altstadt Apotheke Castrop. In diesem Winter sei es das erste Mal, dass die Nachfrage so hoch sei.

Häufiges Hände waschen hilft

Mit Antibiotika bekämpfen lassen sich die Grippe und Erkältungsinfekte nicht. "Wir können nur etwas gegen die Symptome verschreiben", sagt Greef. Um eine Infektion vorab zu vermeiden empfiehlt der Mediziner sich an ein paar einfache Regeln zu halten. "Das Händeschütteln sollte man vermeiden, dafür die eigenen Hände häufig waschen", so Greef. So können die Viren sich schlechter verbreiten. Viel Wasser zu trinken hilft die Schleimhäute feucht zu halten. Auch impfen lassen kann man sich noch, sollte allerdings beachten, das der Schutz erst nach 14 Tagen aufgebaut ist.

In ganz Deutschland ist im Vergleich zur vorvergangenen Woche und auch zum Vorjahr die Zahl der Grippefälle allerdings gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) ging in der vergangenen Woche von 23.379 Erkrankten aus. Zum Vergleich: 2017 waren es in der gleichen Woche nur 14.912 Krankheitsfälle. Seit Anfang Oktober 2017 sind bundesweit insgesamt 82.038 Grippefälle an das RKI übermittelt worden. Das sind 2650 Erkrankungen mehr als im gleichen Zeitraum im Winter 2016/17.

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