Hitzewelle

Ganz Castrop-Rauxel sucht nach einer Abkühlung

Die Hitzewelle bringt Mensch und Natur an den Rand. Die Stadt hat zur Sicherheit ein generelles Grillverbot erlassen und im EvK sorgt man für ausreichend Getränke für Patienten.

Das Grünflächenamt hat in Absprache mit der Feuerwehr beschlossen, das stadtweite Grillverbot selbst auf den einzigen offiziellen Grillplatz an der Rennbahn auszuweiten. Das bestätigte Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi auf Nachfrage dieser Zeitung. Das Grillverbot - auch auf den dafür reservierten Plätzen -sei laut Feuerwehrsprecher Michael Brudeck von den Förstern des Regionalverband Ruhr angeregt worden. "Seit Wochen herrscht bei uns die zweithöchste Waldbrandgefahr", erklärt Brudeck.

Damit ist das Grillen nur noch im privaten Raum gestattet, wo Stadt und Feuerwehr allerdings auch zur Vorsicht raten. Zudem weist die Feuerwehr darauf hin, dass Einweggrills, die vermeintlich ausgebrannt sind, noch entflammen können und ordnungsgemäß zu entsorgen sind. Müll, vor allem Glas, sollte nicht im Freien liegen bleiben, um keine Brände auszulösen. Eigentlich Dinge, die bei guter Erziehung selbstverständlich sein sollten, so Fulgenzi. Bei der anhaltenden Hitzewelle bleibt der Stadt aber nichts anderes übrig, als erneut an das Verständnis und die Achtsamkeit der Bürger zu appellieren.

Hilfe für Seniorengarten

An die Castrop-Rauxeler appelliert auch Gärtner Thorsten Thuir vom Meisterbetrieb "Draußen daheim", der aus unserer Zeitung von dem Notstand im Seniorengarten Habinghorst erfahren hatte. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Nichte Paula hat er dort am Mittwoch und Donnerstag den Garten mit insgesamt vier Kubikmetern Wasser gegossen. Daraufhin meldete sich auch Kleingärtnerin Marion Henschel, die den Garten mit einigen Helfern ehrenamtlich betreut. Sie sei erleichtert und bedankte sich für die Unterstützung des Gärtners. "Wäre schön, wenn sich in den nächsten zwei Wochen ein paar Castrop-Rauxeler finden lassen, die Zeit und Lust haben, abends den Senioren zu helfen", schrieb uns Thorsten Thuir.

Auch die Feuerwehr unterstützt bei der Bewässerung im Stadtgebiet: Seit Montag gehen die Einsatzkräfte der "unmittelbaren Verkehrssicherungspflicht" nach, erklärt Brudeck. Damit ausgetrocknete Äste nicht zur Gefahr werden wie etwa im Parkbad Nord. Einzelne Grünflächen wie Spielplätze, Parks oder Kitas werden bewässert.

Hitze belastet Krankenhaus

Mit der Hitzewelle haben auch immer mehr Bewohner der Stadt zu kämpfen: Gerade in den oberen Geschossen von Wohnhäusern mit viel Fensterglas ist die aufgestaute warme Luft inzwischen unerträglich. Das gilt nicht nur für Privathäuser: ebenso für das Evangelische Krankenhaus.

"Das belastet uns natürlich alle, auch die Mitarbeiter", bestätigt Verwaltungsdirektor Wilfried Diekmann. In Büroräumen sorgen Ventilatoren für Abhilfe. Wegen der Hygienevorschriften sei das im Rest des Hauses nicht gestattet.

Dort helfe nur, zu lüften. Denn Klimaanlagen gibt es längst nicht im gesamten Gebäude, sondern nur in den Räumen, in denen Patienten untersucht werden. "Es geht gar nicht, das ganze Haus zu klimatisieren", gibt sich Diekmann geschlagen. "Obwohl es nach Wärmeschutzvorgaben gebaut ist. Da reichen die einfach nicht aus." Wenigstens der neue Bereich von Haus B sei mit Außenjalousien ausgestattet. Ansonsten bringen die Mitarbeiter in speziell zu schützenden Bereichen wie Spritzenräumen Wärmeschutzfolien an.

"Ein ganz wichtiger Punkt ist die Flüssigkeitszufuhr", betont Diekmann. In der Pflege achte das Personal nicht nur darauf, dass die Patienten genügend trinken. "Es gibt auch mehr Infusionen, gerade bei älteren Menschen." Die würden oft zu wenig trinken. Wasser gebe es dank der Zapfanlagen mehr als genug.

Um die heiße Luft draußen zu halten, unternehmen die Krankenhausmitarbeiter alles, was in ihrer Kraft liege. Doch es bliebe nicht aus, dass das teils klimatisierte Gebäude sich doch aufheizt. Wenigstens die Warteräume liegen im Innern, so Diekmann. "Ansonsten hoffen wir, dass es wieder kälter wird."

Etwas Hoffnung gibt es ja: Mitte kommender Woche sollen die Temperaturen wieder unter 30 Grad fallen.

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