Improtheater-Abend im Parkbad Süd

CasKultur macht Theater auf Basis von Wissens-Fetzen

Castrop-Rauxel - "Wir wissen nicht, was uns erwartet." So kündigte Ipek Abali, Vorsitzende des Vereins CasKultur, den Blind-Date-Abend am Dienstag im Parkbad Süd an. Neues Konzept, neuer Ort, neuer Tag. Ein Erfolg?

Mit dem Konzept des Märchenabends in der Kulisse begann es; schnell folgten weitere gut besuchte Formate wie die "Castroper Straße", der "Lazy Sunday", der "Poetry Slam". Die Macher von CasKultur lassen sich immer wieder neue Formate einfallen - und stoßen auf begeisterte Zuschauer. So auch an diesem Dienstagabend, an dem sich etwa 30 Gäste einfanden.

Zuschauer spielen auch eine Rolle - eine tragende

Es geht um Blind Dates, bei denen die Zuschauer eine größere Rolle spielen sollen, als sie zunächst dachten. Ipek Abali, die Vorsitzende des Vereins, holt sich nach und nach Leute aus dem Publikum, löchert sie mit Fragen zu ihren Lebensläufen und Hobbys und überlässt die Fetzen an Wissen anschließend den Schauspielern. Diese haben die Aufgabe, kleine Blind Dates zu inszenieren - mit den Infos, die sie vorher durch die Unterhaltung aufgeschnappt haben. "Natürlich improvisiert, geprobt wurde nicht", verrät Ipek Abali.

Zustande kommen Geschichten, die das Publikum zum Lachen bringen. Da schwimmen plötzlich Playmobilfiguren im Klo herum, Ananasfrüchte werden in der "swaggen Disko" zum Frauenmagnet, Fotografen schießen diametrische Fotos von turnenden Frauen und zwei Freundinnen genießen eine Beratung beim Schweizer Küchenmesser-Händler. "Das Acht-Klingen-Set jetzt exklusiv für nur 19,95 Euro", scherzt Fabio Stratemeyer, der mit seinen 14 Jahren an diesem Abend zum ersten Mal auf der Bühne steht und mit seiner lockeren Art für viel Gelächter sorgt.

Das sagen die Zuschauer

Wir nutzen die Pause, um Zuschauer zu befragen, wie es ankommt. "Eine Persiflage auf Figuren zu machen ist nicht so einfach", sagt Zuschauer und Hobbyschauspieler Benedikt Wiesmann. "Ich war neugierig, wie das Konzept funktioniert. Ist interessant." Auch Lina Kebsch und Celina Boldt zeigen sich begeistert. Sie spielen auch selbst in einem Theaterclub. "Es macht Spaß, in Rollen zu schlüpfen, die gar nicht zu dir passen", verrät die 18-jährige Celina Boldt. Lina Kebsch (17) fügt kopfnickend hinzu: "Das Theaterspielen hat mir geholfen, meine Hemmungen zu verlieren. Ich war anfangs schüchtern. Durch das Theater habe ich Selbstbewusstsein getankt."

Was sie am Improtheater liebe: Man muss als Schauspieler keinen Text lernen. Jede Szene sei anders. "Als Zuschauer ist man live beim Entstehen von Witzen dabei - das ist toll!"

Zum neuen Abend am Dienstag kamen etwas über 30 Gäste. "Das ist wenig", sagte Ipek Abali am Mittwoch, also am Tag danach. Zufrieden? Naja. "Wir haben sonst oft um die 100 Besucher bei unseren Veranstaltungen. Aber wir machen weiter: Wir haben ein straffes Programm, fast jeden Monat einen Auftritt." Vielleicht liege es am neuen Termin - eben ein Dienstag, nicht wie sonst oft ein Donnerstag.

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