Landesbetrieb fällt Bäume an der L654

Wenn Gehölze "Auf den Stock gesetzt" werden müssen

Schwerin - Geschockt zeigen sich die Anwohner an der L654 über die umfangreichen Baumfällarbeiten, bei denen seit einigen Wochen der weite Teil der Bepflanzung zwischen Straße und Wohnbebauung von Schwerin bis Merklinde gefällt wurde. Laut Straßen.NRW eine dringend notwendige Maßnahme.

Nicht nur der Ausblick ins Grüne weicht dem auf eine Landstraße, auch der Lärmschutz vor den vorbeifahrenden Autos falle weg. Am Donnerstagmorgen rückten dann erneut Arbeiter mit schwerem Gerät an und zerhäckselten die gefällten Bäume.

"Diese Pflegemaßnahmen waren dringend notwendig" erklärt Frank Hoffmann, Sachgebietsleiter für Betrieb und Verkehr bei Straßen.NRW, auf Anfrage. Weil weite Teile der Pflanzen am Straßenrand aus sogenanntem Stangenholz - hohen Bäumen mit verhältnismäßig dünnem Stamm - bestanden hätten.

Bäume halten Sturm nicht Stand

"Das stellt uns häufig vor Probleme", so Hoffmann. Ursächlich dafür sei, dass viele Bäume auf wenig Raum zeitgleich stehen. Die Bäume halten etwa der Wucht eines Sturms nicht so gut Stand, würden im schlimmsten Fall auf die nebenliegende Straße fallen und Unfälle verursachen.

Wirklich gefällt wurden die Bäume im übrigen auch nicht. "Auf den Stock setzen", nennt der Fachmann das Verfahren, das Straßen.NRW hier durchführt. Es handelt sich dabei lediglich um einen Rückschnitt der Pflanzen. "Die wachsen in den nächsten Jahren wieder", so Hoffmann.

Kein ausreichender Lärmschutz

Auch wenn er Verständnis dafür hat, dass Anwohner sich durch den Wegfall ihres "Lärmschutzes" gestört fühlen, muss er doch wiedersprechen. "Bäume schirmen so gut wie keinen Lärm ab." Das sei zwar entgegen der landläufigen Meinung, lasse sich aber mit Lärmmessungen beweisen. "Erst wenn ein Waldstreifen 100 Meter breit ist, reduziert er Autolärm. Und dann gerade einmal fünf Dezibel", so Hoffmann. Es handele sich mehr um einen psychologischen Effekt, weil man die vorbeifahrenden Autos besser sehen könne.

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