Lesung

Christian Berkel kommt mit "Der Apfelbaum" ins Wichernhaus

Leselust-Chefin Martin Tielker hat Christian Berkel mit seinem Debütroman "Der Apfelbaum" nach Castrop-Rauxel geholt. Unterstützung gibt es von Pfarrer Hans-Jürgen Knipp - zum letzten Mal.

Sie machen wieder gemeinsame Sache: Pfarrer Hans-Jürgen Knipp und Leselust-Chefin Martina Tielker richten zusammen eine Lesung aus. Dafür holen sie im März Schauspieler und Buchautor Christian Berkel nach Castrop-Rauxel.

Es ist wahrscheinlich die letzte Lesung, die die beiden gemeinsam organisieren. Wenn Hans-Jürgen Knipp im Herbst in den Ruhestand geht, wird sein Nachfolger in seine Fußstapfen treten - auch bei den Lesungen mit der Leselust. Denn eins ist klar: "Die Kooperation soll auf jeden Fall weitergehen", sagt Knipp. Denn "Themen, die auch Themen der evangelischen Paulus-Kirchengemeinde sind, machen wir zusammen." Den Beginn machte der israelische Diplomat und Publizist Avi Primor mit seiner Lesung in der Lutherkirche - ein voller Erfolg.

Jüdische Familiengeschichte

Und diesmal geht es mit Christian Berkel und seinem autobiografischen Roman "Der Apfelbaum" um ein Thema, das alle betrifft. In seinem Debütroman erzählt Berkel seine jüdische Familiengeschichte von der Hyperinflation der 20er-Jahre bis ins Berlin der 50er-Jahre.

Mit seiner Familiengeschichte will Berkel sich aber keinesfalls nur einreihen in eine lange Liste von Schauspielern, die sich berufen fühlen, auch noch einen Roman zu schreiben. Denn das geht häufig schief. Lange schob Berkel das Buchprojekt daher auf. "Wenn aber Juden sich jetzt in Deutschland in manchen Regionen nicht mehr mit Kippa in die Öffentlichkeit trauen, dann ist das wirklich furchtbar und wirklich Zeit für dieses Buch", sagt Leselust-Chefin Martina Tielker. Der Roman ist Berkels Antwort auf das antisemitische Denken, das sich wieder breit macht in unserer Gesellschaft.

Tragik, Verlust und Leid

Überzeugend ist "Der Apfelbaum" vor allem, weil Christian Berkel eine bemerkenswerte Familiengeschichte zu erzählen hat, die voller Tragik, Verlust und Leid steckt. Sie handelt aber auch von Hoffnung, wenn seine Großeltern Otto und Sala nach zehn Jahren Trennung tatsächlich wieder zusammenfinden.

Ein halbes Jahr hat Martina Tielker darum gekämpft, den Schauspieler zur Lesung nach Castrop-Rauxel zu holen. Hartnäckigkeit zahlt sich eben manchmal aus. 200 Karten gibt es, viele sind schon verkauft. "Wenn die 200 Karten gar nicht reichen, können wir noch vom Wichernhaus in die Lutherkirche ausweichen", sagt Hans-Jürgen Knipp. Da sind die beiden flexibel und dort passt es auch mit der Akustik.

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